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Dunkeltrolle
Volk

Dunkeltrolle

Dunkeltrolle lebten nachts in den Höhlen und Wäldern des Hyjal. Aus einer ausgewanderten Gruppe gingen die Nachtelfen hervor; der letzte bekannte Schattenzahn überlebte später nur als Zeugin eines vernichteten Volkes.

Das Volk unter dem Hyjal

In den Höhlen unter dem Hyjal lebten Dunkeltrolle fern von den großen Kriegen der Amani und Gurubashi. Alte Texte deuten an, dass sie sich einst von den Amani gelöst hatten, doch ihre früheste Geschichte bleibt lückenhaft. Sie mieden das Tageslicht, zogen nachts durch Wälder und bewahrten ihre Unabhängigkeit, indem sie den Ehrgeiz größerer Trollreiche nicht zu ihrem eigenen machten.

Ihre Haut nahm graue Töne an, ihre Siedlungen blieben selbst Freya am Hyjal lange verborgen. Anders als das spätere Bild gewalttätiger Höhlenbewohner suchten sie eine friedliche Verbindung zur Natur. Wildgötter waren für sie Loa, und die Dunkelheit war kein Zeichen von Verderbnis. Sie war die Zeit, in der ihre Wege, Jagden und Gebete zur Landschaft passten.

Der Weg zum Brunnen

Ein Teil des Volkes wanderte in das Herz des alten Kalimdor. Feendrachen und Haine führten sie zu einem gewaltigen See voller arkaner Energie, dem späteren Brunnen der Ewigkeit. Sie siedelten an seinen Ufern. Über Generationen veränderte die Macht des Brunnens Körper, Lebensdauer und Wahrnehmung.

Aus diesen Dunkeltrollen gingen die ersten Kaldorei hervor. Sie wandten sich Elune zu, übernahmen Wörter aus titanischen Hinterlassenschaften und nannten sich Kinder der Sterne. Mit der neuen Kultur verblasste die Erinnerung an die trollische Herkunft. Spätere Nachtelfen wiesen die Verwandtschaft oft empört zurück, während Trolle sie als Beweis eigener Größe erzählten. Unabhängige Bestätigungen durch Cenarius, Freya und titanische Archive machten aus dem alten Streit schließlich mehr als eine Stammeslegende.

Die Zurückgebliebenen

Nicht alle Dunkeltrolle gingen zum Brunnen. Am Hyjal blieb der Schattenzahnklan bestehen. Er verehrte Wildgötter wie Agamaggan und lebte in einer Welt, die sich durch das Kaldoreireich, die Große Teilung und Jahrtausende neuer Grenzen vollständig veränderte. Die Verwandten am Brunnen wurden zu einem der mächtigsten Völker der Welt; die Zurückgebliebenen blieben selten und den meisten Gelehrten beinahe unsichtbar.

Seltenheit ist jedoch keine Bedeutungslosigkeit. Der Schattenzahn bewahrte eine Form trollischen Lebens am Hyjal, die älter war als das Reich Azsharas. Seine bloße Existenz widersprach einer bequemen Erzählung, in der Nachtelfengeschichte ohne Vorgeschichte begann. Die Höhlen unter dem Berg waren kein leerer Raum vor der Ankunft der Kaldorei, sondern Heimat eines Volkes, aus dem ein Teil von ihnen hervorgegangen war.

Gemeinsam am Weltenbaum

Im Dritten Krieg trafen Orcs und Nachtelfen auf Dunkeltrollsiedlungen und zerstörten einige davon. Dennoch schloss sich der Schattenzahn am Ende der Verteidigung des Hyjal an. Dunkeltrolle kämpften neben Nachtelfen, Menschen und Orcs gegen Archimonde. Ein Volk, das sich meist aus fremden Kriegen herausgehalten hatte, verteidigte mit ihnen den Berg, unter dem seine eigene Geschichte begonnen hatte.

Später suchte eine Gesandte Hilfe, als der Smaragdgrüne Alptraum Naturgeister verderbte. Darin zeigte sich die alte Bindung des Klans deutlicher als in jeder Abstammungsdebatte. Der Hyjal war nicht nur Wohnort. Seine Geister, Loa und verborgenen Wege bildeten ein Geflecht von Beziehungen, dessen Beschädigung auch die Dunkeltrolle aus ihren Höhlen rief.

Ik'nals einsame Erinnerung

Der Schattenhammer vernichtete den Schattenzahnklan während der Umwälzungen am Hyjal. Später lebte Sprecherin Ik'nal in Dazar'alor als letztes bekanntes Mitglied. Die Zandalari hielten sie wie ein Erinnerungsstück an vergangene Trollvielfalt. Für Ik'nal bedeutete diese Rolle, dass andere ihren Verlust betrachteten, während die Stimmen, deren Geschichte sie hätte ergänzen können, bereits fehlten.

Dunkeltrolle dürfen deshalb nicht nur als Vorstufe der Nachtelfen beschrieben werden. Eine ausgewanderte Gruppe veränderte sich, doch die Zurückgebliebenen führten ein eigenes Leben über Jahrtausende fort. Ihr Ende ist kein Nebensatz elfischer Herkunft. Es ist die Vernichtung eines Volkes, von dem fast nur fremde Archive und eine einzelne Sprecherin berichten. Gerade weil die Kaldorei aus ihren Ahnen hervorgingen, wiegt dieses Schweigen schwer: Eine große Zivilisation wuchs aus derselben Wurzel, deren letzter anderer Zweig beinahe unbemerkt verbrannte.