Eine Prinzessin verlässt den goldenen Thron
Talanji wuchs in Dazar'alor als Tochter des Gottkönigs Rastakhan auf. Zandalar trug die Erinnerung an das älteste Trollreich in jedem Tempel und jeder goldenen Stufe. Für ihren Vater war dieses Alter eine Gewissheit, die lange genug getragen hatte. Talanji sah früher, dass eine ruhmreiche Vergangenheit kein Schutz ist, wenn Blutkulte in den Sümpfen wachsen und Feinde bereits an den Küsten warten.
Sie diente Rezan, dem Loa der Könige, und drängte auf ein Bündnis mit der Horde. Auf der Suche nach Hilfe geriet sie mit dem Propheten Zul in Gefangenschaft der Allianz. Hordestreiter befreiten beide aus Sturmwind und begleiteten sie nach Zandalar. Die Heimkehr brachte der Prinzessin keine fremde Armee, die alle Probleme löste. Sie brachte Zeugen dafür, dass ihr Reich seine Gefahr nicht länger hinter Stolz verbergen konnte.
Das Reich bricht an drei Rändern
In Nazmir führte Talanji die Expedition aus Zandalari und Dunkelspeertrollen gegen die Bluttrolle. Unter dem Sumpf lag G'huun, ein durch titanische Versuche entstandener Alter Gott. Seine Seuche ernährte sich von den Rissen im Reich. Talanji musste Verbündete unter Loa suchen, während sie sah, wie alte Heiligtümer und selbst Rezan in den Krieg hineingezogen wurden.
Zul, dessen Warnungen Rastakhan einst ausgeschlagen hatte, nutzte die Krise für seinen eigenen Umsturz. Bei der Jagd auf ihn in Atal'Dazar tötete der Prophet Rezan und belebte den toten Loa mit dunkler Macht erneut. Talanji verlor damit nicht nur ihren göttlichen Patron. Das Königtum selbst verlor den Loa, auf dessen Segen seine Würde beruhte. Tradition gab in diesem Augenblick keine Antwort; sie war selbst verwundet.
Der Preis von Rastakhans Rettung
Rastakhan wandte sich an Bwonsamdi und schloss einen Pakt, um Zandalar zu verteidigen. Die Macht des Todes half gegen Zul und G'huun, band aber die königliche Linie an den Loa. Talanji misstraute dem Handel, konnte seine Folgen jedoch nicht mehr von ihrem Erbe trennen.
In der Schlacht um Dazar'alor drang die Allianz in die Hauptstadt ein. Rastakhan rief erneut nach Bwonsamdis Kraft und fiel im Kampf. Talanji fand ihren sterbenden Vater, erhielt seine Entschuldigung und erbte mit der Krone auch den Pakt. Der Angriff machte aus der Befürworterin eines Bündnisses eine Königin, die der Allianz Jainas den Tod ihres Vaters nicht einfach als notwendige Kriegsfolge vergeben konnte.
Eine Königin zu eigenen Bedingungen
Vor ihrer Krönung musste Talanji Widerstand im eigenen Reich überwinden. Gegner sahen in einer Priesterin Bwonsamdis eine Herrscherin des Todes. Sie erneuerte den Zanchulirat, bestand die Riten und nahm schließlich den Thron an. Danach trat Zandalar der Horde nicht als Bittsteller bei. Talanji erklärte, beide Seiten hätten füreinander Opfer gebracht und sollten als Gleiche verbunden sein.
Diese Gleichheit bedeutete auch Widerspruch. Nach dem Waffenstillstand lehnte Talanji eine schnelle Versöhnung mit Jaina ab und hielt Abstand zum neuen Hordenrat. Ihre Trauer durfte nicht durch die politische Bequemlichkeit anderer aufgelöst werden. Gleichzeitig musste sie verhindern, dass der Schmerz zum einzigen Gesetz ihrer Herrschaft wurde.
Bwonsamdis Königin bleibt ihre eigene
Die Witwenklaue bekämpfte Talanji und ihren Todesloa, während Nathanos im Auftrag von Sylvanas nach Bwonsamdis Macht griff. Talanji verlangte zunächst die Lösung des ererbten Pakts als Preis für ihre Hilfe. Nach dem gemeinsamen Sieg entschied sie anders: Bwonsamdi sollte Loa der Könige bleiben, aber neben anderen Loa beraten und nicht allein über die Krone verfügen.
Bei einer letzten Begegnung sagte Rastakhans Geist ihr, dass er stolz auf die Königin sei, die sie geworden war. Talanji trat danach dem Hordenrat als Vertreterin Zandalars bei. Ihre Entwicklung besteht nicht darin, die alten Bindungen abzuschneiden. Sie prüft sie neu. Horde, Loa und Krone bleiben Teil ihrer Herrschaft, aber nicht mehr als Befehle verstorbener Männer. Aus dem Erbe wird erst dann ihre Zukunft, wenn sie selbst festlegt, was es von ihrem Volk verlangen darf.