Das Gebirge der Hüter
Im Norden Nordends steigen die Sturmgipfel so hoch auf, dass Wege zwischen ihren Felsnadeln oft nur aus schmalen Eisbrücken bestehen. In dieser Abgeschiedenheit errichteten die Titanenhüter ihre mächtigsten Anlagen. Odyn überwachte die Arbeiten an der Schmiede des Willens, und Ulduar wurde zur großen Festung der titanengeschmiedeten Diener auf Azeroth.
Die Berge waren nie nur eine natürliche Grenze. Tempel, Werkstätten und Archive verbanden sie zu einem System. Von hier aus schufen und verwalteten die Hüter Völker wie die Irdenen, Mechagnome und Vrykul. Die Sturmgipfel bewahrten damit einen Teil der Geschichte, aus der später Zwerge, Gnome und Menschen hervorgingen.
Ulduar ist Festung und Gefängnis
Unter den Hallen lag Yogg-Saron gefangen. Die Titanen hatten den Alten Gott nicht vernichtet, weil sein Körper zu tief mit Azeroth verwachsen war. Stattdessen banden sie ihn und setzten Wächter über sein Gefängnis. Diese Lösung schützte die Welt, verlangte aber eine Wachsamkeit, die über Zeitalter nicht nachlassen durfte.
Yogg-Saron musste keine Mauern einreißen. Sein Flüstern reichte. Es verstärkte Zweifel, Trauer und Ehrgeiz, bis die Wächter einander misstrauten. So wurde aus Ulduar ein Ort, an dem die Ordnung von innen zerfiel. Die Maschinen funktionierten weiter, doch die Personen, die sie lenkten, verloren den gemeinsamen Zweck.
Lokens Verrat und Thorims Trauer
Loken liebte Sif, die Gefährtin seines Bruders Thorim. Als Sif sich von ihm abwandte, tötete er sie im Zorn und verbarg die Tat. Yogg-Saron nutzte seine Angst vor Entdeckung. Loken brachte Thorim dazu, die Frostriesen für Sifs Tod verantwortlich zu machen, und entfachte einen Krieg zwischen ehemaligen Verbündeten. Thorim zog sich voller Schuld in den Tempel der Stürme zurück.
Dieser persönliche Verrat hatte Folgen für ganz Azeroth. Loken wurde zum obersten Verwalter Ulduars und isolierte die übrigen Hüter. Er missbrauchte die titanischen Systeme, während Yogg-Sarons Einfluss wuchs. Die Krise der Sturmgipfel begann daher nicht mit einer Armee, sondern mit einer Lüge, die unter Unsterblichen jahrtausendelang unberichtigt blieb.
Die Söhne Hodirs und der Weg nach Ulduar
Als sterbliche Streiter in die Gipfel kamen, fanden sie Thorim gebrochen und die Söhne Hodirs noch immer in Feindschaft mit ihm. Erst durch die Aufklärung von Sifs Tod und die Versöhnung mit den Frostriesen gewann Thorim den Mut zurück, Loken entgegenzutreten. Doch Loken hatte die Falle längst vorbereitet. Thorim wurde überwältigt und nach Ulduar gebracht.
Der Weg durch die Sturmgipfel wurde damit zu einer Suche nach den zerstreuten Hütern. Freya, Hodir, Mimiron und Thorim mussten aus Yogg-Sarons Einfluss befreit werden. Jeder von ihnen zeigte eine andere Schwäche der alten Ordnung: Rückzug, Erstarrung, Besessenheit oder manipulierte Trauer.
Algalon und das Urteil über Azeroth
Lokens Tod löste ein Signal an das Pantheon aus. Algalon der Beobachter kam nach Ulduar, um den Zustand der Welt zu prüfen. Was er sah, deutete er als schwere Abweichung von der titanischen Ordnung. Er bereitete eine Neuerschaffung Azeroths vor, die alles vorhandene Leben ausgelöscht hätte.
Erst der Widerstand sterblicher Verteidiger überzeugte Algalon, dass Unvollkommenheit nicht mit Hoffnungslosigkeit gleichzusetzen war. Die Sturmgipfel wurden so zum Ort eines grundlegenden Urteils: Nicht nur Yogg-Saron musste besiegt werden. Auch die Vorstellung, eine lebendige Welt dürfe wie ein fehlerhaftes Werkstück zurückgesetzt werden, wurde zurückgewiesen.