Regent ohne Krone
Als Varian Wrynn verschwand, führte Bolvar Fordragon Sturmwind als Lordregent. Er verwaltete kein eigenes Königtum, sondern hielt den Staat handlungsfähig, bis sein Freund zurückkehren konnte. Im Palast stand er zugleich einer Bedrohung gegenüber, die höfischer wirkte als ein offener Feind: Onyxia lenkte als Lady Katrana Prestor Ängste, Eitelkeiten und Entscheidungen in eine Richtung, die Sturmwind schwächen sollte.
Bolvar war Anduins Beschützer und Ratgeber, doch auch er durchschaute das Spiel der Drachin nicht rechtzeitig. Das macht ihn nicht leichtgläubig. Onyxias Macht beruhte gerade darauf, dass sie echte Spannungen nicht erfinden musste. Sie musste nur dafür sorgen, dass niemand mehr an die guten Motive des anderen glaubte.
Feuer am Zornestor
In Nordend führte Bolvar die Allianz am Zornestor gegen die Geißel. Als die Streitmacht Arthas bedrängte, setzte Großapotheker Putress seine Seuche gegen Lebende und Untote ein. Die Schlacht brach in einem einzigen Verrat auseinander. Der rote Drachenschwarm überzog das Feld anschließend mit Feuer, um die Seuche zu vernichten. Bolvars Körper wurde dabei entstellt, doch er überlebte.
Arthas ließ ihn in die Eiskronenzitadelle bringen und foltern. Bolvar blieb gefangen, aber nicht gebrochen. Diese Unterscheidung trägt seine spätere Geschichte: Er wurde nicht zu einem zweiten Arthas, doch die Stellung des Lichkönigs verlangte eine Macht, die kein Mensch unberührt ausüben kann.
Der Thron, der nicht leer bleiben durfte
Nach Arthas' Niederlage drohte die führungslose Geißel über Azeroth herzufallen. Bolvar setzte den Helm der Herrschaft auf und bat Tirion Fordring, die Welt solle ihn für tot halten. Der Entschluss war ein Opfer, aber keine saubere Erlösung. Von nun an musste er die Untoten beherrschen, ohne ihnen zu verfallen, und trug diese Last allein, weil er niemanden in ihre Nähe lassen wollte.
Bolvar rief später eine neue Generation Todesritter in den Dienst der Schwarzen Klinge. Das half gegen Bedrohungen, zeigte aber auch, wie sehr der Helm seine Sprache verändert hatte: Schutz, Befehl und Zwang lagen gefährlich dicht beieinander. Wer den Frostthron bewacht, kann nicht so tun, als stünde er außerhalb seiner Macht.
Nach der zerbrochenen Krone
Sylvanas Windläufer besiegte Bolvar in Eiskrone und zerschmetterte den Helm. Damit fiel die alte Ordnung der Geißel, und der Weg in die Schattenlande öffnete sich. Bolvar überlebte den Verlust des Throns. In Oribos wurde aus dem Lichkönig wieder ein Mann, der Verantwortung übernehmen musste, ohne sich hinter einer Krone verbergen zu können.
Auch seine Tochter Taelia erfuhr erst spät, dass ihr Vater noch lebte. Diese Begegnung macht den Preis seiner Pflicht persönlich. Bolvar wollte Menschen schützen, indem er sie ausschloss. Die Jahre danach zwingen ihn zu einer schwierigeren Aufgabe: Nähe zuzulassen, ohne die Gefahr kleinzureden, die er selbst noch immer in sich trägt.