Bevor er Vater der Drachen hieß
Galakrond war einst ein Protodrache unter vielen und galt nicht von Anfang an als Schrecken. Er jagte, flog und lebte neben seiner Art. Dann trank er von den Energien der Quelle der Ewigkeit auf den Dracheninseln, die durch Yogg-Saron verdorben worden waren. Sein Körper begann zu wachsen, und mit ihm wuchs ein Hunger, den keine Beute mehr stillte.
Die spätere Legende nannte ihn Vater der Drachen und behauptete, die Aspekte seien aus ihm erschaffen worden. In Wahrheit war diese Geschichte eine Schutzlüge. Die Aspekte wollten verhindern, dass andere nach der Ursache seiner Größe suchten und denselben Weg als Abkürzung zur Macht verstanden.
Der Hunger frisst jede Grenze
Galakrond verschlang andere Protodrachen. Aus seinem Leib traten zusätzliche Augen und Gliedmaßen hervor, während seine Gestalt immer gewaltiger wurde. Hunger war bei ihm keine Not mehr, sondern eine Ordnung: Alles Lebendige existierte nur noch als möglicher Teil seines Körpers.
Sein verdorbener Atem erhob gefressene oder getötete Drachen als Nichtlebende. Diese Wesen jagten für ihn und lockten neue Opfer heran. Galakrond lernte sogar, manche von ihnen nicht sofort zu verschlingen. Darin lag keine Heilung, sondern eine kältere Form der Beherrschung. Der Hunger hatte genug Verstand behalten, um Vorräte und Diener zu unterscheiden.
Tyr sucht Verbündete
Der Hüter Tyr erkannte die Gefahr und gab sich eine Mitschuld daran, dass Galakronds Veränderung nicht verhindert worden war. Statt eine titanengeschmiedete Armee zu schicken, wandte er sich an Protodrachen. Malygos, Neltharion, Nozdormu, Alexstrasza und Ysera waren keine auserwählten Aspekte, als sie den Kampf begannen. Sie waren junge Wesen, die eine Bedrohung sahen, vor der die meisten flohen.
Gemeinsam konnten sie Galakronds Jagden stören. Tyr verlor im Kampf eine Hand und wurde zeitweise ausgeschaltet. Die fünf mussten danach entscheiden, ob sie ohne den mächtigen Hüter weiterkämpfen würden. Ihre spätere Erhebung war noch kein versprochener Lohn. Vor ihnen stand nur die Möglichkeit, dass sie starben und Galakrond trotzdem weiterfraß.
Der Fels in der Kehle
In der letzten Schlacht griffen die Protodrachen Galakrond und seine Nichtlebenden gemeinsam an. Malygos brachte einen Felsbrocken in Galakronds Maul. Neltharion schleuderte einen untoten Drachen dagegen, und Malygos fror den Stein fest. Der riesige Jäger erstickte an einer Beute, die er nicht schlucken konnte.
Der Tod war kein Sieg größerer Kraft. Keiner der fünf hätte Galakrond allein besiegt. Sie gewannen durch Vertrauen, Bewegung und einen Augenblick, in dem mehrere unvollständige Beiträge zusammenpassten. Ausgerechnet ein Wesen, das alles in den eigenen Körper aufnehmen wollte, fiel daran, dass etwas sich seiner Einverleibung widersetzte.
Die Knochen bleiben hungrig
Nach dem Sieg erhielten die fünf titanische Macht und wurden Aspekte. Galakronds gewaltiges Skelett blieb in der Drachenöde liegen. Jahrtausende später suchten Kulte und Feinde immer wieder nach seiner Essenz. Iridikron gewann einen Teil seines Hungers und brachte ihn in das Dunkle Herz, das schließlich Xal'atath übernahm.
Galakrond ist damit mehr als der Gegner am Anfang der Drachengeschichte. Er verkörpert die Versuchung, Wachstum ohne Beziehung für Größe zu halten. Sein Körper wurde größer, je mehr anderes Leben darin verschwand, und am Ende war in ihm kein Platz mehr für eine Welt außerhalb seines Hungers. Die Aspekte entstanden aus der gegenteiligen Erfahrung: Fünf verschiedene Wesen überlebten, weil keines versuchte, die anderen zu verschlingen oder allein zu ersetzen.