Azeroths Stimme führt unter die Oberfläche. Dort treffen die Völker auf eine Welt, die nicht verborgen und leer ist, sondern voller eigener Erinnerungen und Ansprüche.
Eine Stimme aus der Tiefe ruft sehr verschiedene Menschen
Anduin, Thrall und andere hören ein geheimnisvolles Lied, das aus Azeroth selbst zu kommen scheint. Magni Bronzebart hatte nach Sargeras' Angriff als Sprecher der Welt gehandelt, doch nun erreicht die Warnung Menschen auf unterschiedliche Weise. Niemand weiß sicher, ob die Stimme zu Hilfe ruft, vor einem Feind warnt oder von diesem Feind nachgeahmt wird.
Alleria Windläufer hört zugleich Xal'atath. Alleria trägt Leerenmacht in sich, seit sie während des Krieges gegen die Legion lernte, die Stimmen zu benutzen, ohne ihnen zu gehorchen. Xal'atath kennt diesen inneren Kampf. Sie greift Alleria nicht nur körperlich an, sondern verstärkt Schuld, Zweifel und die Angst, ihre Familie durch die eigene Macht zu gefährden.
Xal'atath war lange an eine Klinge des Schwarzen Imperiums gebunden. Im Vierten Krieg besetzte sie den Leichnam der Hochelfe Inanis und schloss im Schmelztiegel der Stürme einen Pakt mit N'Zoth, der sie von der Klinge befreite. Nun trägt sie das Dunkle Herz, ein Artefakt, das große Mengen magischer Energie aufnehmen kann. Ihr Ziel ist nicht die Eroberung einer einzelnen Stadt. Sie bereitet einen Weg für die Leere vor und sucht die Kräfte, mit denen sich die Grenzen der Wirklichkeit öffnen lassen.

Dalaran fällt, bevor seine Bewohner verstehen, warum es zum Ziel geworden ist
Khadgar folgt den Visionen und Berichten über Xal'atath nach Khaz Algar. Dalaran dient erneut als bewegliche Hauptstadt eines Feldzugs, wie zuvor in Nordend und auf den Verheerten Inseln. Diese Erfahrung erzeugt Sicherheit. Die Magierstadt hat Invasionen, politische Spaltungen und den Sturz mehrerer Feinde überstanden. Xal'atath nutzt genau diese Gewissheit.
Ihr Angriff trifft Dalaran über dem Land der Irdenen. Die Stadt wird zerstört, viele Bewohner sterben oder werden in die Tiefe gerissen. Khadgar stellt sich Xal'atath mit Atiesh entgegen und scheint in der Entladung verloren zu gehen. Alleria verfolgt die Leerenbotin, weil sie deren Macht versteht und zugleich fürchtet, durch ihren eigenen Drang nach Vergeltung berechenbar zu werden.
Der Fall Dalarans nimmt dem Feldzug sein gewohntes Zentrum. Jaina, Thrall, Anduin und Alleria müssen ohne die Stadt handeln, die Wissen, Portale und politische Begegnung bereitstellte. Für die Kirin Tor ist dies nicht nur der Verlust von Mauern. Dalaran war nach seiner ersten Zerstörung wiederaufgebaut worden und hatte sich bewusst über alte Grenzen erhoben. Sein erneuter Fall zwingt die Überlebenden zu fragen, was von einer Gemeinschaft bleibt, wenn ihr sichtbarster Ort in einem Augenblick verschwindet.
Die Irdenen von Dornogal haben gelernt, auch ohne Antwort der Titanen weiterzuleben
Die Irdenen von Khaz Algar wurden von titanischen Hütern für bestimmte Aufgaben geschaffen. Über lange Zeit warteten sie auf neue Anweisungen. Als diese ausblieben, entwickelten ihre Gemeinschaften verschiedene Antworten. Manche halten am Edikt fest, andere arbeiten, handeln, gründen Familienverbände oder wählen eigene Pflichten. Der Stillstand der Schöpfer machte sie nicht funktionslos. Er gab ihnen Raum, Personen zu werden.
Dornogal und die Insel von Dorn zeigen deshalb eine titanische Kultur, die nicht einfach in Zwerge übergegangen ist. Diese Irdenen kennen ihre geschaffene Herkunft und leben dennoch mit Streit, Tradition und Veränderung. Der Diamantene Magni begegnet ihnen als Sprecher Azeroths und als Zwerg, dessen eigenes Volk aus vergleichbaren Schöpfungen hervorging. Beide Seiten sehen eine mögliche Verwandtschaft, ohne dass eine die andere als frühere oder spätere Version beanspruchen kann.
Als Xal'ataths Angriff die Maschinen und Erinnerungen Khaz Algars bedroht, kämpfen die Irdenen nicht nur für einen alten Auftrag. Sie verteidigen die Welt, die sie selbst aufgebaut haben. Darin liegt eine Antwort auf die titanische Frage nach Ordnung: Ein Zweck kann Herkunft erklären, aber er besitzt nicht für immer das Leben, das aus ihm entstanden ist.
In den Schallenden Tiefen zerbricht ein alter Arbeitsrhythmus
Unter Dornogal liegen die Schallenden Tiefen, ein Reich aus Schmieden, Minen und gewaltigen Maschinen. Hier arbeiten Irdene seit ungezählten Generationen an Aufgaben, die ihnen von den Titanen überliefert wurden. Viele kennen den ursprünglichen Zweck dieser Befehle nicht mehr. Als die Maschine erwacht, die ihren Gehorsam sichern sollte, wird aus einem technischen Versagen eine gesellschaftliche Krise.
Die Maschinenflüsterin Moira Thaurissan und ihr Sohn Dagran begegnen dort Irdenen, die zwischen Pflicht, Erschöpfung und eigener Entscheidung stehen. Gleichzeitig nutzen Kobolde und andere Bewohner die Räume, die das alte System nie für sie vorgesehen hatte. Die Tiefe zeigt damit, was auf der Insel von Dorn nur angedeutet wurde: Titanische Ordnung ist nicht verschwunden. Sie lebt in Gewohnheiten weiter, deren Sinn niemand mehr prüfen durfte.
Xal'ataths Angriff verstärkt diesen Bruch. Sie muss die Irdenen nicht alle offen beherrschen. Es genügt, Misstrauen zwischen jenen zu säen, die am Auftrag festhalten, und jenen, die ihr Leben selbst bestimmen wollen. Erst als die Bewohner einander nicht mehr als fehlerhafte Teile einer Maschine betrachten, entsteht eine Verteidigung, die mehr ist als die Wiederholung alter Befehle.
In Heilsturz lebt ein Menschenreich unter einer Sonne, die keine ist
Die Arathi von Heilsturz stammen von einer Expedition, die vor langer Zeit durch einen gewaltigen Lichtstrahl nach Khaz Algar gelangte. Unter der Führung der Familie von Generalin Steelstrike errichteten sie ein Reich in einer Höhle, beleuchtet von Beledar. Der Kristall strahlt meist wie eine Sonne und wechselt seit Sargeras' Angriff zeitweise in einen Zustand der Leere. Für die Arathi sind diese Wechsel zugleich Naturereignis, religiöses Zeichen und militärische Gefahr.
Anduin erreicht Heilsturz, während er noch an seiner Verbindung zum Licht zweifelt. Nach der Herrschaftsmagie Zovaals fürchtet er, seine frühere Gewissheit sei unwiederbringlich verloren. Faerin Lothar begegnet ihm nicht als Priesterin, die eine einfache Antwort besitzt. Sie ist eine Kämpferin, die Körperteile und Gefährten verloren hat und ihren Glauben nicht mit Unverletzlichkeit verwechselt.
Gemeinsam verteidigen sie die Siedlungen gegen die Neruber und die Dunkelheit, die mit Beledars Wechseln vordringt. Heilsturz erweitert damit die Geschichte der Menschenreiche. Arathor, Lordaeron und Stormwind sind nicht die einzigen Erben menschlicher Geschichte. Tief unter Azeroth lebt ein Reich, das sich auf dieselben alten Wurzeln beruft und über Generationen eine eigene Sprache von Licht, Pflicht und Heimat entwickelt hat.
Ansurek verwechselt Aufstieg mit Rettung
Azj-Kahet ist kein Bau voller namenloser Spinnenwesen. Es ist ein Reich mit Höfen, Häusern, Verschwörungen, Arbeiterinnen, Soldaten und einer langen Erinnerung an die Aqir. Königin Neferess versucht, ihr Volk vor einer Macht zu bewahren, deren Versprechen sie durchschaut. Ihre Tochter Ansurek sieht darin Zögern und fürchtet, dass ein altes Reich unter der Vorsicht seiner Mutter langsam bedeutungslos wird.
Xal'atath bietet Ansurek keine plumpe Knechtschaft an. Sie spricht von Aufstieg. Schwarzes Blut verändert die Auserwählten, während jeder Zweifel wie Feigheit vor der Zukunft erscheint. Ansurek stürzt Neferess und glaubt, damit selbst zur Gestalterin des Schicksals zu werden. In Wahrheit öffnet sie ihr Reich einer Macht, die nur so lange von Größe spricht, wie sie Neruber als Werkzeuge braucht.
Im Palast der Nerub'ar wird der Preis sichtbar. Die Revolution gegen Ansurek kommt nicht von außen allein; sie lebt von Nerubern, die ihr Volk nicht mit seiner Königin verwechseln. Als Ansurek fällt, trauert Xal'atath nicht. Für sie war die Königin eine Tür, und Türen werden nicht geehrt, nachdem man hindurchgegangen ist.
