Ehre und StärkeBlackmoore
Yogg-Saron
Charakter

Yogg-Saron

Der unter Ulduar gefesselte Alte Gott des Todes, dessen Flüstern Loken verdarb, den Fleischfluch in die Schöpfungen der Titanen trug und selbst Wälder und Träume vergiftete.

Der Gefangene unter Nordend

Yogg-Saron fiel nicht wie ein Heerführer auf einem Schlachtfeld. Als die titanengeschmiedeten Armeen das Schwarze Imperium zerschlugen, konnten die Titanen ihn nicht einfach aus Azeroth reißen, ohne die Welt weiter zu verwunden. Sie banden ihn tief unter Ulduar. Über seinem Gefängnis errichteten Hüter Hallen, Maschinen und Wachen. Alles sollte beweisen, dass Ordnung stärker war als das namenlose Grauen darunter.

Doch Yogg-Saron brauchte keine offene Tür. Seine Stimme fand Wege durch Stein, Traum und Scham. Schwarzes Blut sickerte durch Nordend und kristallisierte zu Saronit. Wer den Stoff berührte oder lange in seiner Nähe arbeitete, hörte Flüstern. So wurde das Gefängnis selbst zum Organ des Gefangenen: Mauern hielten seinen Körper, während Erz und Gedanken seinen Einfluss hinaustrugen.

Lokens Angst

Der Hüter Loken war nicht von Anfang an ein Diener des Alten Gottes. Er verstrickte sich in Verrat, Schuld und die Furcht, die Titanen könnten seine Taten entdecken. Yogg-Saron verstärkte genau diese Angst. Er bot keine plötzliche Verwandlung an, sondern Gedanken, die wie Lokens eigene klangen. Schritt für Schritt wandte sich der oberste Wächter gegen seine Gefährten.

Loken löste zunächst Odyns magische Kontrolle über Helya und überzeugte die zu Recht verbitterte ehemalige Dienerin, ihren einstigen Peiniger in den Hallen der Tapferkeit einzuschließen. Danach ließ er den Anschlag auf Mimiron wie einen Unfall aussehen, bezwang Freya und Hodir und machte sich selbst zum obersten Bevollmächtigten. Tyr, Archaedas und Ironaya flohen mit titanengeschmiedeten Schutzbefohlenen aus Ulduar. Loken sandte ihnen C'Thraxxi nach; Tyr opferte sich im Kampf gegen Zakajz, damit die anderen entkommen konnten. Jede Tat, mit der Loken seine frühere Schuld verbergen wollte, schwächte Yogg-Sarons Gefängnis weiter. Der Alte Gott gewann, indem er einen Wächter glauben ließ, nur noch ein weiteres Verbrechen könne die Ordnung retten.

Der Fluch des Fleisches

Yogg-Saron legte den Fleischfluch in die Schmiede des Willens. Titanengeschmiedete aus Stein und Metall wurden über Generationen sterblich. Irdene wandelten sich zu Zwergen, Mechagnome zu Gnomen, und aus geschwächten Vrykul gingen Menschen hervor. Für den Alten Gott war Fleisch ein Mittel, die Schöpfungen seiner Feinde verletzlicher und leichter beeinflussbar zu machen.

Doch der Fluch erfüllte seinen Zweck nicht vollkommen. Sterblichkeit brachte Krankheit, Alter und Furcht, aber auch Entscheidungen hervor, die kein festgeschriebener Auftrag vorgesehen hatte. Mut besitzt gerade deshalb Bedeutung, weil ein Körper verwundet werden kann. Yogg-Saron half unbeabsichtigt, jene Völker hervorzubringen, die später bis in sein Gefängnis vordrangen.

Wurzeln im Traum

Auch Andrassil, der spätere Weltenbaum Vordrassil, wuchs zu nah an Yogg-Sarons Gefängnis. Seine Wurzeln berührten die Verderbnis. Die Nachtelfen fällten den Baum, doch der Alte Gott hatte bereits einen Weg in den Smaragdgrünen Traum gefunden. Aus diesem Samen wuchs ein Teil des Smaragdgrünen Alptraums.

So verband Yogg-Saron Stein, Fleisch und Traum. Er musste keine eigene Armee an jede Küste senden. Er verdarb die Systeme, mit denen andere die Welt bewahren wollten: eine Schmiede, ein Gefängnis, einen Weltenbaum. Je größer das Werk, desto weiter konnte sich ein unsichtbarer Fehler darin ausbreiten.

Die tausend Mäuler

Während des Krieges gegen den Lichkönig drangen sterbliche Kämpfer nach Ulduar vor. Sie befreiten die verdorbenen Hüter und stiegen in das Gefängnis hinab. Yogg-Saron zeigte ihnen Bilder aus Azeroths Geschichte: die Erschaffung der Drachenseele, Llane Wrynns Ermordung und Bolvar Fordragons Qualen. Ob er jedes dieser Ereignisse lenkte oder nur die passende Wunde vorführte, war beinahe gleichgültig. Er wollte beweisen, dass jede Geschichte bereits in seinem Maul endete.

Mit Hilfe der Hüter wurde Yogg-Saron getötet. Sein Einfluss überdauerte noch in Saronit, Erinnerungen und den Folgen des Fluches, doch sein Tod war real. Gerade deshalb darf seine Geschichte nicht zu der Behauptung werden, Widerstand sei zwecklos. Der Alte Gott kannte unzählige Ängste und mögliche Zukünfte. Er übersah, dass Wesen aus vergänglichem Fleisch trotz Angst bis an den Grund seiner Gewissheit steigen würden.