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Dunkelküste
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Dunkelküste

Die Dunkelküste ist die nebelverhangene Westküste des nördlichen Kalimdor. Ruinen des alten Nachtelfenreiches, Auberdines Untergang und der Krieg nach dem Brand Teldrassils machen sie zu einem Land, in dem beinahe jede Generation eine andere Heimat verlor.

Die Küste der verlorenen Städte

Lange bevor Auberdine an der Küste stand, lagen hier die Städte Ameth'Aran und Bashal'Aran. Sie gehörten zum Reich der Nachtelfen vor dem Krieg der Ahnen. Als die Große Teilung Kalimdor zerriss, stürzten ihre Mauern ein und viele Bewohner starben. Athrikus Narassin versprach seinem Volk Rettung, band die Seelen der Menschen jedoch an Edelsteine und machte aus ihnen eine Quelle eigener Macht. Seitdem lagen zwischen den Bäumen nicht nur Ruinen, sondern Erinnerungen, die sich nicht beruhigen konnten.

Die Nachtelfen mieden große Teile der Küste. Nebel, verlassene Heiligtümer, Satyrn, Naga und ruhelose Geister machten jede neue Siedlung unsicher. Auberdine wurde zur seltenen Ausnahme: ein Hafen, von dem aus Reisende zwischen dem Festland und Teldrassil verkehrten. Die Stadt war klein, aber für die Kaldorei bedeutete sie eine feste Verbindung zu einer Küste, die sie nie ganz zurückgewonnen hatten.

Der Kataklysmus reißt Auberdine fort

Als Todesschwinge die Welt aufbrach, traf der Kataklysmus die Dunkelküste mit voller Gewalt. Das Meer überflutete Landstriche, Wirbelstürme und Erdbeben zerstörten Auberdine, und zahlreiche Bewohner starben. Malfurion Sturmgrimm hielt den gewaltigen Wirbel im Gebiet in Schach, während die Überlebenden weiter nördlich Lor'danel errichteten.

Der Wiederaufbau konnte die frühere Sicherheit nicht zurückbringen. Die Landschaft selbst war verschoben, alte Mächte waren erwacht und die Naga nutzten das Chaos. Lor'danel wurde deshalb keine Nachfolgerin Auberdines im eigentlichen Sinn. Es war eine Zuflucht, geschaffen von Menschen, die wussten, dass ihre Küste jederzeit erneut gegen sie aufstehen konnte.

Der Weg nach Teldrassil wird zum Schlachtfeld

Zu Beginn des Vierten Krieges rückte die Horde durch Eschental auf die Dunkelküste vor. Sylvanas Windläufer wollte den Zugang zu Teldrassil erzwingen und die politische Stellung der Allianz auf Kalimdor brechen. Die Küste, die bisher vor allem mit Ruinen und Naturgewalten gerungen hatte, wurde nun zum Korridor einer gezielten Invasion. Lor'danel fiel, Flüchtlinge flohen über das Meer, und am Horizont verbrannte der Weltenbaum.

Nach Teldrassils Brand blieb Dunkelküste besetzt. Die Verlassenen und Goblins sicherten das Gebiet für die Horde, während die Nachtelfen einen großen Teil ihrer Heimat und ihres Volkes verloren hatten. Für Tyrande Wisperwind war diese Besetzung nicht nur eine militärische Niederlage. Sie bedeutete, dass selbst der Boden vor dem zerstörten Weltenbaum den Überlebenden genommen worden war.

Die Nachtkriegerin kehrt zurück

Tyrande unterzog sich dem gefährlichen Ritual der Nachtkriegerin und rief Elunes dunkelste kriegerische Macht an. Gemeinsam mit Malfurion, Maiev Schattensang, der Armee des Schwarzen Mondes und den Worgen von Gilneas begann sie die Rückeroberung. Der Krieg veränderte die Küste erneut. Mondlicht und dunkle Magie lagen über den Wäldern, während die Armeen zwischen den Ruinen kämpften, die schon Jahrtausende zuvor einen Untergang erlebt hatten.

Unter Maievs Führung gewannen die Kaldorei die Schlacht um die Dunkelküste schließlich. Der Sieg stellte Teldrassil nicht wieder her und brachte die Toten nicht zurück. Er gab den Nachtelfen jedoch einen Teil ihrer Heimat zurück und verhinderte, dass die Besetzung zum dauerhaften Zustand wurde. Gerade deshalb blieb der Ort mit Zorn und Trauer verbunden.

Eine Landschaft, die jede Wunde sichtbar trägt

Dunkelküste wurde nie wieder zu dem stillen Hafenland, das Auberdine einst versprochen hatte. Die alten Städte erinnern an den Krieg der Ahnen, die zerbrochene Küste an Todesschwinge und die Schlachtfelder an den Brand Teldrassils. Keine dieser Schichten ersetzt die vorherige. Sie liegen nebeneinander und erklären, warum die Nachtelfen diesen schmalen Küstenstreifen trotz aller Verluste nicht einfach aufgeben konnten.

Damit erzählt Dunkelküste die Geschichte der Kaldorei im Kleinen. Das Volk überlebt, baut neu und verteidigt sich, aber jeder Neubeginn steht auf den Resten einer älteren Heimat. Aus dieser Erfahrung erwachsen sowohl seine Geduld als auch sein Zorn.