Ehre und StärkeBlackmoore
Fandral Hirschhaupt
Charakter

Fandral Hirschhaupt

Fandral Hirschhaupt war ein mächtiger Erzdruide, dessen Liebe zu seinem Sohn Valstann nach dessen Ermordung in unversöhnliche Trauer zerbrach. Xavius benutzte diese Wunde für Teldrassils Verderbnis; später wählte Fandral Ragnaros' Feuer und wurde zum ersten Druiden der Flamme.

Der Erzdruide und sein Sohn

Fandral Hirschhaupt gehörte zu den ältesten und mächtigsten Druiden der Kaldorei. Er half beim Aufbau des Zirkels des Cenarius und diente neben Malfurion Sturmgrimm. Wo Malfurion geduldig nach Gleichgewicht suchte, wollte Fandral handeln. Seine Entschlossenheit konnte Wälder retten, aber sie ließ ihm wenig Nachsicht für andere, die abweichende Wege wählten.

Seine Gefährtin starb bei der Geburt ihres Sohnes Valstann. Fandral liebte den Jungen mit einer Intensität, in der sich Familie, Zukunft und der letzte Rest seines privaten Lebens verbanden. Valstann wuchs heran, heiratete Leyara und wurde selbst ein Anführer. Für Fandral blieb er dennoch jene eine Stelle, an der jahrtausendealte Selbstbeherrschung keinen Schutz bot.

Bäume über dem Blut der Alten Götter

Jahrtausende vor den jüngeren Kriegen fand Fandral Saronit, das Blut Yogg-Sarons, an mehreren Orten. Er nahm Zweige Nordrassils und pflanzte sie über den verdorbenen Vorkommen. Die großen Bäume drängten die Fäulnis zurück und verbanden die Gegenden zugleich mit dem Smaragdgrünen Traum.

Im Grizzlyhügel wuchs Andrassil so tief, dass seine Wurzeln den gefangenen Alten Gott berührten. Die Verderbnis fand einen Weg in den Traum, und die Druiden mussten den Baum später fällen. Fandrals Lösung war kühn und zunächst wirksam, doch sie griff in Zusammenhänge ein, die selbst er nicht vollständig verstand. Dieses Muster kehrte wieder: Er sah eine Wunde, setzte gewaltige Macht dagegen und hielt Zweifel für die Schwäche anderer.

Valstanns Tod vor Ahn'Qiraj

Im Krieg der Sandstürme führte Fandral die Nachtelfen gegen die Qiraji. General Rajaxx erkannte den Sohn als seine einzige verwundbare Stelle. Ein Scheinangriff lockte Valstann nach Südwind. Seine Truppen wurden vernichtet, und Rajaxx ließ ihn vor den Augen des Vaters grausam töten.

Fandral brach mitten im Krieg zusammen. Die Drachen halfen schließlich, Ahn'Qiraj hinter dem Skarabäustor einzuschließen und übergaben das Zepter der Sandstürme. Fandral zerschlug es an den Toren. Der Sieg hatte die Welt geschützt, aber nicht Valstann, für den er sie noch hatte schützen wollen. Von nun an behandelte er Trauer nicht als Schmerz, den man tragen musste, sondern als Unrecht, für das die Welt ihm eine Rückgabe schuldete.

Teldrassil und Xavius' Lüge

Nach der Schlacht am Hyjal hatten die Nachtelfen ihre Unsterblichkeit verloren. Während Malfurion im Traum gefangen lag, übernahm Fandral die Führung und ließ Teldrassil wachsen. Die Aspekte verweigerten dem neuen Weltbaum ihren Segen. Trotzdem versprach Fandral, er werde die alte Unsterblichkeit zurückbringen.

Xavius erschien ihm in der Gestalt Valstanns. Fandral wollte die Täuschung glauben. Er hielt Malfurion mit Morrowkorn im Schlaf, pflanzte einen verdorbenen Zweig Xavius' in Teldrassil und ließ Druiden verschwinden, die seinem Verrat nahe kamen. Als Malfurion zurückkehrte und das Trugbild zerstörte, verlor Fandral den Sohn ein zweites Mal. Zurück blieb ein gebrochener Mann, der nun wusste, dass Valstann nicht zurückkehren würde.

Der erste Druide der Flamme

Agenten des Schattenhammers befreiten Fandral aus seiner Haft und boten ihm nicht länger Auferstehung, sondern Rache. Ragnaros verbrannte und erneuerte seinen Leib. Fandral wurde Erzdruide der Flamme, warb Leyara und andere Enttäuschte an und zerschlug sogar Thralls Geist in seine widerstreitenden Gefühle.

In den Feuerlanden fiel Fandral vor den Verteidigern Hyjals. Sein Tod beendete den Orden nicht. Spätere Druiden der Flamme beriefen sich erneut auf seinen Namen und versprachen den Kaldorei nach Teldrassils Verbrennung Macht und verlorene Unsterblichkeit. Damit bleibt sein Erbe gefährlich lebendig. Fandral liebte seinen Sohn wirklich. Doch er machte aus dieser Liebe ein Recht auf eine Welt ohne Verlust und wurde bereit, jedes andere Leben zu verbrennen, als die Welt dieses Recht nicht erfüllen konnte.