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Die Verlorenen
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Die Verlorenen

Die Verlorenen sind Draenei, deren Körper sich nach der Verderbnis Draenors noch stärker veränderten als die der Krokul. Viele wurden gewalttätig oder zerbrachen an Erinnerung und Isolation, doch andere bewahrten Verstand, Würde und den Wunsch nach einer selbst bestimmten Heimat.

Nach der roten Seuche

Die Orcs besiegten die Draenei nicht nur mit Waffen. Gul'dans Schattenrat verband die rote Pockenkrankheit mit verderbter Magie und ließ einen Nebel über Shattrath ziehen. Überlebende verloren die Verbindung zum Licht, ihre Körper verformten sich, und aus vielen wurden Krokul. Manche veränderten sich mit der Zeit noch weiter und erhielten den Namen Verlorene.

Der Name beschreibt, wie andere sie sahen: körperlich weiter entfernt von ihrer früheren Gestalt und vermeintlich auch im Geist verloren. Viele Verlorene wurden tatsächlich unberechenbar oder gewalttätig. Doch eine Bezeichnung, die von außen entsteht, kann aus sichtbarer Veränderung leicht ein vollständiges Urteil machen. Nicht jeder gekrümmte Körper trägt eine ausgelöschte Person.

Eine zerbrochene Welt ohne Zuflucht

Als Draenor zur Scherbenwelt zerriss, verloren die Verlorenen erneut Land, Nachbarn und Wege. Magtheridons Truppen jagten mutierte Draenei, während Illidan manchen Gruppen Schutz gegen Gefolgschaft versprach. Andere Stämme blieben unabhängig und lebten zwischen Ruinen, Sümpfen und den Resten einer Welt, deren Himmel selbst nicht mehr zusammenhing.

Ihre Ablehnung der alten Draenei war nicht immer bloße geistige Verwirrung. Manche erinnerten sich daran, während Krankheit und Verwandlung aufgegeben oder mit Mitleid aus der Ferne betrachtet worden zu sein. Wenn später Gesandte von Heilung und Rückkehr sprachen, hörten die Verlorenen darin auch die Annahme, ihr gegenwärtiges Leben sei nur ein Fehler, den jemand anderes berichtigen müsse.

Im Sumpf des Elends

Einige Verlorene gelangten nach Azeroth und siedelten im Sumpf des Elends. Bei der Verfallenen Zuflucht gerieten sie mit Krokul des Sicheren Hafens in Konflikt. Noborus Gruppe überfiel Reisende und stahl Kristalle. Der Sumpf bot Schutz vor großen Reichen, aber kaum eine Grundlage für Vertrauen; alte Verwundung wurde dort schnell zum Recht des Stärkeren.

Andere suchten in den Verwüsteten Landen nach einem Weg zurück. Kum'isha der Sammler glaubte, mit reinem Draenethyst einen Riss in die Scherbenwelt öffnen zu können. Seine Sehnsucht war keine gedankenlose Flucht. Sie richtete sich auf die Reste einer Heimat, die für Außenstehende nur wie eine zerstörte Hölle wirkte. Mit Hilfe eines makellosen Kristalls gelang es ihm tatsächlich, Gefährten den Übergang zu ermöglichen.

Kuruti und das Recht, Nein zu sagen

In den Sümpfen Zangarmarschs führte Ältester Kuruti die Feralfen. Als Draenei versuchten, den Stamm wieder in ihre Gesellschaft einzugliedern, verweigerten sich die Feralfen. Kuruti sprach verständig und handelte für sein Volk. Seine Entscheidung bewies, dass die stärkere körperliche Veränderung nicht automatisch Verstand und politische Selbstbestimmung ausgelöscht hatte.

Die Feralfen nutzten schamanische und andere Kräfte, nachdem das Licht sie nicht mehr erreichte. Manche Praktiken waren gefährlich, manche Gruppen feindselig. Doch auch die Draenei mussten lernen, zwischen Hilfe und Bevormundung zu unterscheiden. Erlösung, die nur in der Rückkehr zur Gestalt und Ordnung der Helfenden besteht, kann sich für diejenigen, die über Jahre allein überlebten, wie eine neue Form der Auslöschung anhören.

Eine Einladung nach langer Trennung

Während des Tishamaat-Festes wurden Verlorene wie Kum'isha und Kuruti zur Exodar eingeladen. Ahuurn suchte bekannte Dörfer in der Scherbenwelt persönlich auf. Die Einladung versprach keine wundersame Heilung und verlangte nicht, dass ihre Gäste den eigenen Namen oder ihre Geschichte ablegten. Sie bot einen Platz in einer Erinnerungsgemeinschaft, die lange zu eng gewesen war.

Damit ist das Leid der Verlorenen nicht beendet, und nicht jeder Stamm wurde friedlich. Ihre Geschichte darf weder romantisiert noch auf feindliche Lager reduziert werden. Sie handelt von Menschen, denen Krankheit, Magie und Krieg sogar das vertraute Bild des eigenen Körpers nahmen. Manche antworteten mit Gewalt, manche mit Heimweh, manche mit hart verteidigter Unabhängigkeit. Verloren sind sie nicht deshalb, weil sie anders aussehen. Verloren werden sie dort, wo niemand mehr fragt, welche Stimme in dieser Gestalt noch immer nach Hause, Würde oder einem selbst gewählten Weg verlangt.