Ehre und StärkeBlackmoore
Aegwynn
Charakter

Aegwynn

Aegwynn war über Jahrhunderte Wächterin von Tirisfal und besiegte Sargeras' Avatar, ohne dessen verborgenem Plan zu entkommen. Indem sie Medivh selbst zur Nachfolge bestimmte, wollte sie den Rat hinter sich lassen und gab unwissentlich dessen größte Bürde weiter.

Eine Wächterin gegen ihren Rat

Aegwynn wurde zur Wächterin von Tirisfal erwählt und trug die vereinte Macht des Ordens. Über viele Jahrhunderte stellte sie sich Dämonen, während Generationen der Magier kamen und gingen. Ihre Erfolge machten sie unabhängig, aber auch misstrauisch. Sie hielt den Rat zunehmend für zu zögerlich und zu sehr mit seinem eigenen Einfluss beschäftigt.

Diese Skepsis war nicht grundlos. Doch Aegwynn begann daraus einen weitergehenden Schluss zu ziehen: Nur sie selbst könne entscheiden, wann Macht richtig eingesetzt werde und wer sie erben dürfe. Ihre größte Stärke, der Wille zur Selbstständigkeit, wurde damit auch zu einem blinden Fleck.

Der Sieg, in dem Sargeras gewann

In Nordend stellte Aegwynn eine dämonische Armee und besiegte den Avatar Sargeras'. Sie ließ dessen Körper an einem verborgenen Ort versiegeln. Für sie war dies der Beweis, dass sie weder Rat noch Bevormundung brauchte. Tatsächlich hatte Sargeras den Kampf vorbereitet: Ein Teil seines Geistes verbarg sich in ihr, ohne dass sie es bemerkte.

Die Niederlage des Avatars war real. Gerade deshalb blieb die eigentliche Gefahr unsichtbar. Aegwynn hatte einen Feind geschlagen, doch der Feind hatte bereits einen Weg in ihre Zukunft gefunden.

Medivh

Aegwynn bestimmte Nielas Aran zum Vater ihres Kindes und wollte Medivh selbst zum Erben ihrer Macht machen. Sie hoffte auf eine Nachfolge, die dem Zugriff des Rats entzogen war. Mit dem Erbe der Wächterin ging jedoch auch Sargeras' verborgener Einfluss auf das ungeborene Kind über.

Als Medivhs Magie erwachte, fiel er in ein langes Koma. Später öffnete der von Sargeras beeinflusste Wächter das Dunkle Portal. Aegwynn erkannte schließlich, was sie unwissentlich weitergegeben hatte. Sie konnte ihren Sohn nicht vor dem Schicksal bewahren, das aus ihrer eigenen Entscheidung entstanden war.

Eine späte Verantwortung

Aegwynn warnte vor Medivh, doch der Erste Krieg ließ sich nicht mehr aufhalten. Sie überlebte die Katastrophe und trat später nicht mehr als alleinige Herrin einer großen Macht auf. Ihr Leben endet nicht mit einer einfachen Reue. Viele ihrer Entscheidungen hatten Azeroth geschützt, viele andere hatten Macht in zu wenige Hände gelegt.

Ihre Geschichte ist deshalb keine Warnung vor Unabhängigkeit, sondern vor einer Unabhängigkeit, die keine Korrektur mehr zulässt. Aegwynn vertraute sich selbst zu Recht mehr als vielen Institutionen ihrer Zeit. Sie irrte, als sie daraus folgerte, niemand könne ihr widersprechen. Medivhs Schicksal wurde der Preis dieses Irrtums.