Die Überlebende eines verlorenen Himmels
Xal'atath behauptet, einst ein sterbliches Kind auf einer von der Leere verschlungenen Welt gewesen zu sein. In der gezeigten Erinnerung trägt sie priesterliche Gewänder, während ihr Volk zu Asche wird. Die Leere nimmt ihr den Körper und gibt ihr eine neue Aufgabe. Aus dem Kind wird die Vorbotin des Leerenfürsten Dimensius.
Auf K'aresh kündigte sie seine Ankunft an. Zugleich erkannte sie in den Reshii-Bändern der Bewohner eine Möglichkeit, sich aus seinem Dienst zu lösen. Sie half dem geheimen Bund der Ravel, die bereits verlorene Welt selbst zu zerreißen und die Energiegestalten ihres Volkes zu retten. Dimensius wurde nur in Fragmente gesprengt, doch Xal'atath hatte ihren ersten großen Herrn verraten und überlebt.
Eine Stimme in der Klinge
Auf Azeroth wollte Xal'atath die Weltseele für sich gewinnen und forderte damit die Alten Götter heraus. N'Zoth, C'Thun, Yogg-Saron und Y'Shaarj schlugen sie und sperrten ihr Wesen in die Klinge des Schwarzen Imperiums. Sie konnte die Welt nicht mehr mit einem Heer betreten. Fortan brauchte sie Hände, Wünsche und Wunden anderer.
Die Klinge wanderte durch Zeitalter und flüsterte ihren Trägern. Sie schürte den Krieg zwischen Trollen und Aqir, begleitete Modguds Fluch über Grim Batol und führte Natalie Seline an das Studium der Leere. Während der Legioninvasion diente sie einem Schattenpriester als Waffe. Jede Person glaubte, die Klinge zu führen; Xal'atath lernte aus jeder Hand, wie Sterbliche sich selbst überzeugen, ein gefährliches Werkzeug nur für den richtigen Zweck zu benutzen.
Ein geliehener Körper und ein neues Herz
Im Vierten Krieg nahm Xal'atath den Körper der toten Hochelfe Inanis. Sie lieferte N'Zoth drei Relikte und einen sterblichen Boten aus und erhielt dafür die Freiheit von der Klinge. Nach dem Tod der Alten Götter blieb sie als eigenständige Gestalt zurück. Nun wollte sie deren alten Anspruch auf Azeroth nicht fortsetzen, sondern übernehmen.
Iridikron gab ihr das Dunkle Herz, erfüllt mit Galakronds Hunger. Als der verstorbene Erzmagier Drenden getarnt gelangte sie in den Rat der Sechs, lenkte Dalaran nach Khaz Algar und ließ die Verteidiger ihre eigenen Schutzzauber schwächen. Dann sog sie die Magie der Stadt in das Artefakt, nahm Khadgar darin gefangen und sprengte Dalaran. Die flüsternde Waffe war selbst zur Hand geworden.
Die Verbündete gegen ihren alten Herrn
In Azj-Kahet machte Xal'atath Ansureks Angst vor dem Niedergang zur Armee. Aufgestiegene Neruber, Schwarzes Blut und Beledars Kraft sollten das Dunkle Herz nähren. Alleria beschädigte es, Gallywix reparierte es, und die Schattenwache stahl es schließlich, um Dimensius in der Manaschmiede Omega zurückzubringen.
Xal'atath schloss sich Locus-Walker, Alleria und ihren Gefährten gegen ihren früheren Herrn an. Gemeinsam zwangen sie den nur teilweise erschienenen Dimensius in das Dunkle Herz. Danach tötete sie Locus-Walker, nahm das Artefakt mit der Essenz des Leerenfürsten und machte aus der vorübergehenden Hilfe ihren nächsten Aufstieg. Sie hatte die Wahrheit über K'aresh nicht enthüllt, um Vertrauen zu schaffen. Sie hatte den Zeitpunkt gewählt, an dem Wahrheit ihre Verbündeten am wirksamsten voneinander trennte.
Mitternacht über dem Sonnenbrunnen
Nachdem Dimensius im Dunklen Herzen gefangen war, entzog Xal'atath dem Artefakt seine gewaltige Macht. Mit den Techniken der Domanaar formte sie daraus die Leerenzinne und machte den Leerensturm zum Aufmarschgebiet des Verschlingenden Schwarms. Quel'Danas war nicht nur ein weiteres Ziel: Der Sonnenbrunnen bot einen Machtquell, dessen Verderbnis die Heimat der Blutelfen und zugleich einen Weg tiefer nach Azeroth öffnen konnte.
Nach dem Kampf in der Leerenzinne riss Xal'atath den dunklen Naaru L'ura aus Alleria und verwandelte den Sonnenbrunnen in den Dunkelbrunnen. Die Elfen Azeroths vereinten sich zur Rückeroberung Quel'Danas'. Arator und Vereesa bezwangen L'ura; anschließend wurde die verdorbene Quelle gereinigt und als Morgenbrunnen neu benannt. Xal'atath hatte die Insel dennoch nicht vergeblich überrannt.
Sie zog sich mit ihrem Heer durch den Strahl des Düsterbrunnens tief unter Azeroths Oberfläche zurück. Die Vorbotin verliert Schlachtfelder und gewinnt Wege. Darin liegt ihre eigentliche Macht: Sie weiß, wann Niederlage nur das Ende einer Rolle ist, die sie ohnehin ablegen wollte. Von Dimensius bis N'Zoth, von Ansurek bis Gallywix durften andere glauben, sie teilten ihr Ziel. Xal'ataths einzige beständige Treue gilt dem Überleben, das sie eines Tages bis an das Herz der Welt führen soll.