Ehre und StärkeBlackmoore
Ansurek
Charakter

Ansurek

Ansurek wollte Azj-Kahet aus Hunger und Vergessenheit zu neuer Größe führen. Dafür verriet sie ihre Mutter Neferess und machte Xal'ataths Schwarzes Blut zum Maß aller Zukunft.

Die Tochter einer freien Königin

Ansurek wuchs in Azj-Kahet unter einer Herrscherin auf, die Nein gesagt hatte. Königin Neferess erinnerte sich an die alte Knechtschaft der Neruber unter dem Schwarzen Imperium und wies dessen erneuten Anspruch zurück. Freiheit bedeutete für sie nicht Glanz, sondern die oft unsichtbare Arbeit, ein unterirdisches Reich ohne den Schutz eines dunklen Gottes am Leben zu halten.

Für die Tochter sah dieses Erbe anders aus. Azj-Kahet litt unter Hunger, schwindenden Vorräten und der Enge langer Absonderung. Die großen Erzählungen der Vergangenheit füllten keine leeren Speisekammern. Ansurek sah in der Vorsicht ihrer Mutter zunehmend Müdigkeit. Wo Neferess Unabhängigkeit bewahrte, sah Ansurek ein Volk, das so lange überlebte, bis niemand mehr wusste, dass es einst groß gewesen war.

Das Angebot im Schwarzen Blut

Xal'atath trat an Mutter und Tochter getrennt heran. Sie bot das Schwarze Blut der gestorbenen Alten Götter und versprach eine Verwandlung, die den Nerubern neue Kraft geben sollte. Neferess erkannte im neuen Wortlaut den alten Handel und lehnte ab. Ansurek hörte dagegen eine Antwort auf alles, was der Thron bisher nur verwaltet hatte.

Sie stach ihre Mutter nieder und nahm die Krone. Öffentlich erklärte der Hof Neferess für tot und gab den Arathi von Heilsturz die Schuld. Im Verborgenen blieb die Königin gefangen. Ansureks erster Schritt in eine angeblich größere Zukunft bestand somit aus zwei Verkleinerungen: Die Mutter wurde zum Versuchsobjekt, das eigene Volk zum Publikum einer Lüge.

Aufstieg als Staatsordnung

Aus Schwarzem Blut entstanden die Aufgestiegenen. Körper wurden größer, härter und fremder; Xal'ataths Gabe erschien als sichtbarer Beweis, dass Ansureks Weg wirkte. Die Königin erhob loyale Diener, setzte General Anub'azal ab und gab Zev'kall den Oberbefehl. Erfahrung wog weniger als eine Gestalt, die den neuen Hof verkörperte.

Mit dem Tag des Aufstiegs machte Ansurek Verwandlung zum Fest und Gehorsam zum Wunschbild. Schattenwerfer trugen ihre Botschaft durch die Stadt der Fäden. Später wurden Bewohner aus ihren Vierteln verschleppt und in die Transformatorien gebracht. Was als freiwilliger Sprung in die Zukunft beworben worden war, brauchte immer mehr verschlossene Türen, damit niemand nach dem Preis fragte.

Die durchtrennten Fäden

Witwe Arak'nai hatte Neferess gedient und erkannte, dass Ansurek nicht gestärkt, sondern benutzt wurde. Sie gewann den verstoßenen Anub'azal und den doppelzüngigen Vollstrecker Nizrek. Gemeinsam wurden sie zu den Durchtrennten Fäden. Ihr Name erklärte die Lage genauer als ein gewöhnlicher Aufstand: Sie wollten die Verbindungen kappen, an denen Xal'atath Hof, Armee und Hunger führte.

Ansurek reagierte auf Widerstand mit engerer Kontrolle. Sabotage galt ihr nicht als Warnung, sondern als Beweis, dass zu wenig Furcht herrschte. Je deutlicher Xal'ataths Versprechen das Reich spaltete, desto fester hielt die Königin daran fest. Ein Eingeständnis hätte bedeutet, dass Neferess recht gehabt und Ansurek für eine fremde Macht die eigene Mutter geopfert hatte.

Eine Königin als Mittel

Im Nerub'ar-Palast brach der Krieg in Ansureks Hof ein. Die Aufgestiegenen, auf denen ihr Anspruch ruhte, konnten die Durchtrennten Fäden und ihre Verbündeten nicht aufhalten. Am Ende setzte die Königin selbst immer mehr Schwarzes Blut ein. Die Größe, die sie ihrem Volk versprochen hatte, veränderte nun ihren eigenen Körper.

Xal'atath rettete sie nicht. Für die Vorbotin war Ansurek nie Partnerin, sondern ein Mittel, um ein altes Reich zu öffnen, Dalaran zu Fall zu bringen und neue Heere zu formen. Darin liegt die Tragik der Königin. Sie hatte Neferess vorgeworfen, bloßes Überleben mit Zukunft zu verwechseln, und stellte eine berechtigte Frage. Doch ihre Antwort wiederholte die älteste Gefangenschaft der Neruber. Ansurek wollte, dass Azj-Kahet wieder gesehen wurde. Am Ende sah Xal'atath in seinem ganzen Volk nur Material.