Der König unter dem Berg
Magni war der älteste der drei Bronzebartbrüder und trug die Krone Eisenschmiedes. Muradin zog als Krieger und Forscher hinaus, Brann folgte jeder alten Spur, während Magni in der Stadt blieb und Entscheidungen traf, deren Folgen nicht mit einer Expedition endeten. Er führte Khaz Modan durch Kriege und hielt die Allianz auch dann, wenn andere Bündnisse zerbrachen.
Aus einem reinen Kristall, den Alexandros Mograine brachte, schmiedete Magni eine Klinge gegen die Untoten. Das Licht im Material wurde zum Aschenbringer, und damit verband sich Magnis Handwerk mit einer Geschichte, die weit über sein Reich hinausreichte. Doch im eigenen Haus blieb ihm Nähe schwerer als Metall. Seine Tochter Moira liebte Dagran Thaurissan, den Herrscher der Dunkeleisenzwerge, und Magni sah in dieser Verbindung vor allem Entführung und Schande.
Die Tochter, die nicht gehorchte
Nach Dagrans Tod kehrte Moira schwanger nach Eisenschmiede zurück und beanspruchte ihr Erbe. Magni hatte sich einen männlichen Nachfolger gewünscht und seine Tochter oft wie ein politisches Problem behandelt. Nun trug sie den künftigen Erben zweier verfeindeter Klans. Zwischen Vater und Tochter stand nicht nur alte Zwergenpolitik, sondern die Erfahrung einer Frau, deren Entscheidungen immer wieder als fremde Beeinflussung abgetan worden waren.
Magni wollte sein Reich schützen, erkannte aber zu spät, dass Schutz ohne Vertrauen wie Besitz wirkt. Moira vergaß diese Kränkung nicht. Als der Kataklysmus drohte, fand Magni keine Zeit mehr, die Beziehung zu heilen. Er suchte in alten Tafeln nach einem Weg, mit dem Land selbst zu sprechen und Khaz Modan vor dem kommenden Bruch zu bewahren.
Der Diamantkönig
Im Herzen Alt-Eisenschmiedes vollzog Magni das Ritual. Die Worte versprachen eine Rückkehr zum Ursprung der Irdenen und eine Verbindung mit dem Berg. Sie waren wörtlicher, als seine Gelehrten verstanden hatten. Magnis Leib verwandelte sich in Diamant und verschmolz mit dem Gestein. Für seine Familie und sein Volk sah es aus wie ein Tod.
Ohne König drohte der alte Klanstreit aufzubrechen. Der Rat der Drei Hämmer übernahm die Führung: Moira für die Dunkeleisenzwerge, Muradin für die Bronzebärte und Falstad für die Wildhämmer. Magnis reglose Gestalt lag unter der Stadt, während eine Regierungsform entstand, die seine Rückkehr später überdauern sollte. Sein Opfer rettete nicht durch einen letzten königlichen Befehl. Es zwang Eisenschmiede, ohne einen einzelnen König zusammenzubleiben.
Die Stimme der verwundeten Welt
Jahre später erwachte Magni als lebender Diamant. Das Ritual hatte ihn mit Azeroths Weltseele verbunden. Er hörte ihre Warnungen, führte Khadgar zu den Säulen der Schöpfung und half im Krieg gegen die Legion. Als Sargeras sein Schwert in Silithus stieß, fühlte Magni den Schmerz der Welt unmittelbar.
Mit dem Herz von Azeroth leitete er die Macht der Weltseele an ihre Verteidiger weiter und half, ihre Wunden sowie titanische Anlagen zu stabilisieren. Doch auch als Sprecher blieb er fehlbar. Manchmal verwechselte er Azeroths Stimme mit einer eindeutigen Anweisung und erwartete von anderen denselben Glauben. Als die Stimme später schwieg, blieb ihm der diamantene Körper, während der Sinn, den er darin gefunden hatte, unsicher wurde.
Wieder aus Fleisch und Blut
In Khaz Algar stand Magni den Irdenen und seiner Familie bei. Er rang mit der Frage, ob Azeroth ihn noch brauchte und wer er ohne das Amt des Sprechers war. Beim Kampf um die erweckende Maschine setzte er die Kraft der Weltseele ein, um ihre Verderbnis zu reinigen. Die Diamanthülle brach auf, und Magni kehrte als sterblicher Zwerg zurück.
Er sah Brinthe als neue Hochsprecherin aufsteigen und beanspruchte sein früheres Amt nicht. Auch Furchtbrecher, sein alter Hammer, überließ er Moira. Vater und Tochter entschieden, nicht jede vergangene Wunde zu leugnen, sondern gemeinsam nach vorn zu gehen; Dagran stand zwischen ihnen nicht länger als Beweis eines Fehlers, sondern als Familie. Magni hatte als König, Statue und Sprecher ganze Reiche getragen. Seine späteste Verwandlung gab ihm etwas Kleineres und vielleicht Schwierigeres zurück: Wärme, Berührung und ein Leben, dessen Wert nicht davon abhängt, ob eine Weltseele durch ihn spricht.