Ehre und StärkeBlackmoore
Uther Lichtbringer
Charakter

Uther Lichtbringer

Der erste Paladin der Silbernen Hand, der Arthas ausbildete, dessen Befehl in Stratholme verweigerte und nach einer durch Frostgram gespaltenen Seele selbst im Tod Mitgefühl neu lernen musste.

Der erste Paladin

Uther begann als Ritter Lordaerons. Als der Zweite Krieg zeigte, dass Stahl allein gegen Hexenmeister und dämonisch gestärkte Orcs nicht genügte, verband Erzbischof Alonsus Faol die Ausbildung von Kriegern mit den Lehren des Heiligen Lichts. Uther wurde einer der ersten fünf Paladine und der erste, der den Namen Lichtbringer trug.

Die Silberne Hand sollte mehr sein als ein neuer Orden schwer gerüsteter Kämpfer. Achtung, Beharrlichkeit und Mitgefühl gaben ihrer Stärke eine Richtung. Uther führte Paladine gegen die Alte Horde, heilte Verwundete und trat dorthin, wo andere Schutz brauchten. Sein Ruf wuchs, weil Macht und Verlässlichkeit bei ihm lange dasselbe zu bedeuten schienen.

Der Schüler aus dem Königshaus

Prinz Arthas Menethil wurde Uthers Schüler. Der ältere Paladin sah Mut, Eifer und den aufrichtigen Wunsch, Lordaeron zu schützen. Er sah auch Ungeduld und den Zorn eines jungen Mannes, der jede Grenze als Hindernis empfand. Uther lehrte ihn das Licht, konnte ihm aber nicht beibringen, Ohnmacht zu ertragen.

Als die Seuche des Untodes Stratholme erreichte, befahl Arthas die Tötung der gesamten Bevölkerung, bevor die Infizierten verwandelt würden. Uther verweigerte den Befehl. Der Prinz enthob Uther seines Kommandos und suspendierte seine Paladine vom Dienst. Danach ging er ohne ihn in die Stadt. Uthers Entscheidung bewahrte die Paladine davor, Bürger auf Verdacht zu erschlagen. Sie ließ Arthas zugleich allein mit einer unmöglichen Lage. Diese Spannung blieb später als Schuld in Uther: Er hatte richtig Nein gesagt und fragte sich dennoch, ob er seinen Schüler im entscheidenden Augenblick aufgegeben hatte.

Der Tod in Andorhal

Arthas kehrte als Todesritter zurück, tötete seinen Vater und suchte die Urne mit Terenas' Asche. Uther verteidigte sie in Andorhal. Im Kampf war er seinem ehemaligen Schüler zunächst überlegen. Doch Frostgram trug Ner'zhuls Macht und fand zurück in Arthas' Hände. Die Runenklinge tötete den Lehrer, während dieser das Andenken des Vaters gegen den Sohn schützte.

Frostgram zerriss Uthers Seele. Ein Teil wurde in der Klinge gefangen, ein anderer gelangte verwundet nach Bastion. Diese Teile waren keine saubere Trennung in Güte und Zorn. Ein Teil blieb im Augenblick des Mordes eingeschlossen; der andere trug Schmerz, Erinnerungslücken und das Gefühl weiter, dass etwas im eigenen Inneren fehlte.

Vergeltung in Bastion

Die Paragonin Devos entdeckte Frostgrams Wunde in Uthers Seele und erkannte darin den Einfluss des Schlunds. Sie verlor das Vertrauen in den starren Pfad der Kyrianer. Statt Uther seine Erinnerungen ablegen zu lassen, half sie ihm beim Aufstieg und führte ihn zur sterbenden Seele des Arthas. Gemeinsam warfen sie den Prinzen in den Schlund, ohne das Urteil der Richterin abzuwarten.

Uther glaubte, Gerechtigkeit zu vollstrecken. Tatsächlich handelte er aus einer Wunde, die niemand geheilt hatte. Er schloss sich den Verschmähten an, bis er erkannte, wie der Kerkermeister ihren berechtigten Zweifel für seine Herrschaft benutzte. Die Frage der Erinnerungen blieb richtig; die Antwort, andere Seelen ohne Urteil zu verdammen, wiederholte jedoch jene Härte, unter der er selbst litt.

Die Lehre nach dem Tod

Mit Hilfe der Kyrianer stellte Uther sich seinen Erinnerungen. Er sah die Weihe des jungen Arthas, Stratholme und den eigenen Tod neu. Dabei lernte er, Verantwortung von Allmacht zu unterscheiden. Ein Lehrer prägt seinen Schüler, aber er besitzt nicht jede spätere Entscheidung. Uther durfte bedauern, ohne Arthas' Verbrechen zu seinen eigenen zu machen.

Seine Heilung veränderte Bastion. Künftige Kyrianer sollten wählen dürfen, ob sie Erinnerungen bewahren oder ablegen. Uther half, Verschmähte und Aufgestiegene wieder zusammenzuführen. Der erste Paladin fand damit im Tod zu der Tugend zurück, die Vergeltung beinahe erstickt hatte: Mitgefühl ist nicht die Behauptung, jede Tat sei verzeihlich. Es ist die Weigerung, Schmerz zum einzigen Richter werden zu lassen.