Ein militärischer Sieg vertieft die Wunden beider Seiten
Nachdem Kul Tiras und Zandalar ihre Flotten in den Krieg eingebracht haben, versucht die Allianz, den neuen Verbündeten der Horde mit einem einzigen Angriff zu brechen. Dazar'alor ist nicht nur ein Hafen und nicht nur der Sitz König Rastakhans. Die Stadt verkörpert die Erinnerung eines Reiches, das lange glaubte, ohne Horde und Allianz bestehen zu können. Als die Allianz bis zum Thron vordringt, wird aus einer strategischen Operation ein Ereignis, das Talanjis Herrschaft und Zandalars Verhältnis zur Horde dauerhaft prägt.
Zur selben Zeit verliert Varok Saurfang den Glauben daran, dass dieser Krieg noch im Namen der Horde geführt wird, die er bewahren wollte. Teldrassil, Lordaeron und die immer rücksichtsloseren Befehle Sylvanas' lassen ihm keine bequeme Wahl. Widerstand gegen Sylvanas als Kriegshäuptling bedeutet Verrat an der Befehlskette. Schweigen würde jedoch bedeuten, den Namen der Horde einer Herrschaft zu überlassen, die Sieg nur noch an der Zahl ihrer Toten misst.
Rastakhan verteidigt den Thron mit einem Bund, dessen Preis er unterschätzt hat
Die Allianz greift Dazar'alor an, nachdem sie die Flotte der Zandalari durch einen Sabotageeinsatz in Nazmir abgelenkt hat. Ihr Ziel ist, die neue Seemacht der Horde zu brechen, bevor sie den Krieg dauerhaft verschiebt. Für die Zandalari ist der Angriff jedoch mehr als eine militärische Operation. Fremde Soldaten dringen in die Hauptstadt ein, zerstören Schiffe und erreichen den Thron, der seit Jahrhunderten als Mittelpunkt eines unabhängigen Imperiums gilt.
Rastakhan stellt sich den Angreifern. Nach Rezans Tod hatte er einen Bund mit Bwonsamdi geschlossen und seine Blutlinie an den Loa des Todes gebunden. Er glaubte, damit Zandalar zu retten und später über den Preis verhandeln zu können. Im Kampf leiht Bwonsamdi ihm Macht, schützt ihn aber nicht vor dem Tod. Rastakhan fällt durch die Hand der Allianz. Für Talanji wird aus der politischen Zusammenarbeit mit der Horde nun auch persönliche Bindung und persönliche Wut.
Die Horde verfolgt die Allianzflotte. Jaina Prachtmeer deckt den Rückzug und stellt sich den Verfolgern. Sie wird schwer verwundet, kann aber entkommen. Damit endet die Schlacht ohne den klaren Sieg, den beide Seiten öffentlich beanspruchen. Die Allianz hat Rastakhan getötet und die Flotte geschwächt, doch Zandalar enger an die Horde gebunden. Die Horde hat Jaina nicht gefangen und ihren König nicht geschützt. Jede Seite hat dem Gegner Schmerz zugefügt und zugleich den Grund geliefert, den Krieg fortzusetzen.
Baine entscheidet, dass Gehorsam die Horde nicht mehr zusammenhält
Sylvanas lässt Derek Prachtmeer als Untoten erwecken. Er war im Zweiten Krieg gefallen und ist Jainas Bruder. Die Kriegshäuptling will seinen Willen brechen und ihn als Waffe gegen seine eigene Familie einsetzen. Für Baine Bluthuf überschreitet dieser Plan eine Grenze. Die Horde wurde für ihn zu einer Heimat, weil Thrall Völkern Schutz bot, die allein nicht bestehen konnten. Einen Toten zu versklaven, damit er seine Angehörigen verrät, erinnert dagegen an die Methoden der Geißel.
Baine befreit Derek und übergibt ihn Jaina. Sylvanas lässt ihn festnehmen. Lor'themar, Thrall, Saurfang und andere müssen nun entscheiden, ob Loyalität zur Horde Gehorsam gegenüber ihrer Kriegshäuptling oder Schutz vor ihr bedeutet. Die Rettung Baines führt ehemalige Gegner zusammen und bereitet den offenen Widerstand vor.
Der Konflikt um Baine macht sichtbar, warum Saurfang nicht allein aus persönlicher Ehre gegen Sylvanas handelt. Tauren, Trolle, Blutelfen, Orcs und selbst Teile der Verlassenen erkennen, dass jeder von ihnen zum nächsten Werkzeug werden kann. Die spätere politische Neuordnung der Horde wächst deshalb nicht erst vor Orgrimmars Toren. Sie beginnt in Gefängnissen, geheimen Gesprächen und einzelnen Befehlsverweigerungen, bei denen niemand sicher weiß, ob genug andere denselben Schritt wagen werden.
Saurfang sucht keine saubere Vergangenheit
Varok Saurfang weiß, dass die Horde nie so rein war, wie ihre Lieder gelegentlich behaupten. Er trug zu ihren Kriegen bei, diente unter verdorbenen und freien Kriegshäuptlingen und kennt den Unterschied zwischen Schuld und Ausrede. Gerade deshalb kann er Teldrassil nicht als eine weitere notwendige Härte hinnehmen.
Sein Widerstand gegen Sylvanas ist kein Versuch, alle Verantwortung auf eine Anführerin abzuwälzen. Er zwingt die Horde zu fragen, weshalb so viele Befehle ausgeführt wurden. Als er vor Orgrimmar fällt, gewinnt er keinen Zweikampf. Er gewinnt einen Augenblick, in dem Sylvanas offen ausspricht, wie wenig ihr die Horde selbst bedeutet. Aus diesem Augenblick kann eine andere politische Ordnung wachsen, aber kein Vergessen.
Saurfang sitzt vor der Schlacht um Lordaeron zwischen Scham und Todessehnsucht. Zekhan erinnert ihn daran, dass Ehre nicht darin besteht, im richtigen Augenblick zu sterben. Sie verlangt von ihm, weiterzuleben und der Horde gegenüber Sylvanas Verantwortung abzuverlangen.