Ehre und StärkeBlackmoore
Mal’Ganis
Charakter

Mal’Ganis

Mal'Ganis trieb Arthas durch Seuche, Stratholme und Nordend zu Frostgram. Hinter der Maske eines Legionsdämons diente der Nathrezim jedoch Denathrius und einem Plan, in dem Geißel, Legion und Sylvanas nur Werkzeuge waren.

Ein unsichtbarer Gast aus Revendreth

Mal'Ganis wurde nicht in der Brennenden Legion geboren. Graf Denathrius erschuf die Nathrezim in Revendreth als Spione, die fremde Mächte von innen kennenlernen und beeinflussen sollten. Als das Licht auf ihre Umtriebe antwortete, verbannte Denathrius sie scheinbar aus den Schattenlanden. In Wahrheit blieb ihre Treue bestehen. Mal'Ganis trug fortan so viele Zugehörigkeiten, dass beinahe jede davon wie sein wahres Gesicht wirken konnte.

In der Legion lernte er dämonische Kriegführung, doch seine eigentliche Begabung blieb die gelenkte Entscheidung. Gemeinsam mit anderen Schreckenslords bewachte er Ner'zhul, nachdem Kil'jaeden den Orc zum Lichkönig gemacht hatte. Offiziell sollten die Nathrezim sicherstellen, dass die Geißel Azeroth für die Legion schwächte. Im tieferen Plan Denathrius' und Zovaals sollte dieselbe Macht den Einfluss des Todes in die Welt tragen. Mal'Ganis diente mehreren Herren, weil ihre Ziele lange genug in dieselbe Richtung zeigten.

Der Prinz und die verseuchten Körner

Kel'Thuzads Kult verbreitete die Seuche in Lordaeron, während Mal'Ganis darauf wartete, dass Arthas Menethils Stärke zu einer Öffnung wurde. In Herdweiler sah der Prinz, wie Menschen vor seinen Augen zu Untoten wurden. Mal'Ganis gab ihm einen Feind mit Namen und Stimme. Von da an konnte Arthas jede neue Härte als notwendigen Schritt auf einer Jagd verstehen, statt als Veränderung seiner selbst.

In Stratholme verhöhnte der Nathrezim ihn zwischen Bewohnern, die verseuchtes Getreide gegessen hatten. Arthas ließ die Stadt niedermetzeln, um ihre Verwandlung zu verhindern. Mal'Ganis musste ihn zu dieser Entscheidung nicht zwingen. Er schuf den Zeitdruck, versprach späteren Spott und wich nach Nordend aus. Der Prinz tat den Rest, weil er eine Welt nicht ertragen konnte, in der es keine reine Rettung mehr gab und sein Urteil dennoch begrenzt blieb.

Der Weg durch die verlorene Stadt

In Stratholme wartete Mal’Ganis nicht am ersten verseuchten Kornwagen. Er ließ Arthas durch Straßen ziehen, in denen jeder Bürger zugleich Opfer, möglicher Untoter und Rechtfertigung für die nächste Tötung war. Fleischhaken und Salramm der Fleischformer gaben der kommenden Geißel bereits Körper, während der Prinz noch glaubte, er könne ihr durch größere Entschlossenheit zuvorkommen.

Selbst der Ewige Drachenschwarm wurde Teil dieser Prüfung. Chronolord Epoch wollte Arthas töten und eine Zukunft ohne den Lichkönig erzwingen. Doch die Verteidiger der Zeitlinie mussten den Attentäter aufhalten. So blieb der Prinz am Leben und ging weiter, nicht weil sein Weg gut war, sondern weil Mal’Ganis' Falle und die bekannte Geschichte noch nicht zu ihrem entscheidenden Punkt gelangt waren.

Ein Kampf, den Mal’Ganis nicht gewinnen durfte

Am Kreuzfahrerplatz trat der Schreckenslord endlich offen hervor. Schlaf riss einzelne Kämpfer aus dem Geschehen, ein Aasschwarm legte Schatten über die Front, Gedanken wurden von dunkler Magie getroffen und jeder Nahkampfschlag heilte den Dämon. Arthas kämpfte an der Seite jener, die ihm durch die Stadt gefolgt waren, und erhielt den Gegner, auf den er seinen ganzen Zorn richten konnte.

Doch Mal’Ganis' Aufgabe bestand nicht darin, den Prinzen dort zu töten. Arthas' Hass sollte stark genug werden, ihn bis nach Nordend und schließlich zu Frostgram zu führen. Als der Schreckenslord beinahe bezwungen war, entzog er sich dem Kampf und lockte seinen Verfolger weiter. Für Arthas sah der Rückzug wie ein unvollständiger Sieg aus. Für Mal’Ganis war er der Beweis, dass der Prinz die brennende Stadt hinter sich lassen und der Rache bis ans Ende der Welt folgen würde.

Frostgram und der betrogene Verführer

Arthas folgte ihm über das Meer, verbrannte die eigenen Schiffe und belog seine Soldaten, damit niemand die Jagd abbrechen konnte. Als Mal'Ganis das Lager bedrängte, griff der Prinz nach Frostgram. Die Klinge nahm seine Seele und machte ihn zum Todesritter. Der Schreckenslord glaubte, die vorgesehene Verwandlung vollendet zu haben.

Doch Ner'zhul benutzte seinen neuen Champion gegen den Aufseher der Legion. Arthas schlug Mal'Ganis nieder, während dieser noch begriff, dass der Lichkönig ihn verraten hatte. Frostgram verschlang seine Seele nicht, weil die Nathrezim sich zuvor gegen die Klinge geschützt hatten. Sie kehrte in den Wirbelnden Nether zurück. Mal'Ganis hatte Arthas erfolgreich verdorben und war dennoch von einer Figur überlistet worden, die er für ein gefesseltes Werkzeug gehalten hatte.

Das Licht mit der Stimme eines Dämons

Jahre später flüsterte Mal'Ganis der Scharlachroten Offensive als vermeintliche Stimme des Lichts zu. In der Gestalt des toten Großadmirals Barean Westwind führte er ihre Fanatiker nach Nordend und übernahm ihre Streitmacht. Abbendis bemerkte Widersprüche, entschied sich aber für Glauben an die bequemere Erklärung. So machte Mal'Ganis aus Frömmigkeit erneut einen Weg, auf dem Opfer ihre eigenen Warnzeichen übergingen.

Am Hafen der Offensive wurde seine Tarnung enthüllt, doch er entkam bei der Niederlage durch ein Portal. Später erschien er bei der Schlacht an der Verheerten Küste wieder unter den Dämonen der Legion. Nach Argus' Tod überbrachte er Sylvanas die Botschaft, dass nun alle Seelen in den Schlund strömten. Er erklärte ihr, wie Tod Zovaals Plan stärken würde. Die Legion, die Geißel und selbst Argus nannte er rückblickend Spielfiguren. Seine älteste Treue galt nicht Sargeras, sondern Denathrius und jenem Entwurf, für den ganze kosmische Mächte infiltriert worden waren.

Der Diener hinter allen Masken

In Revendreth lenkte Mal'Ganis Renathals Verbündete ab, während andere Nathrezim Remornia mit der gefangenen Essenz Denathrius' raubten. In Zereth Mortis nahm er sogar die Gestalt des Schlundgängers an und sabotierte dessen Verteidiger. Gemeinsam mit Kin'tessa stellte er sich den Verfolgern im Mausoleum der Ersten entgegen. Beide wurden besiegt; ob ihr Tod dort endgültig war, ist nicht geklärt.

Mal'Ganis ist deshalb mehr als der erste Dämon am Weg des Lichkönigs. Er zeigt, wie Manipulation funktioniert, wenn sie nicht jeden Schritt befehlen muss. Arthas brachte bereits Pflichtgefühl, Stolz und Angst vor Ohnmacht mit. Abbendis brachte ihren Glauben mit, Sylvanas ihre Wunde und Zovaal seinen Größenwahn. Mal'Ganis gab jedem eine Geschichte, in der der gewünschte Schritt wie die eigene notwendige Entscheidung aussah. Unter all seinen Masken bleibt nur diese Treue beständig: die Bereitschaft, jedes Vertrauen in eine Tür zu verwandeln, durch die sein Sire eines Tages treten kann.