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Sporenhügel
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Sporenhügel

Die Sporenhügel waren lebende Berge aus Wurzeln, Dornen und unersättlichem Wachstum. Aus ihrem Kampf gegen Grond formten sich Draenors Landschaften, die Primals und ein uralter Krieg zwischen Wuchern und steinerner Ordnung.

Als Wachstum noch keine Grenze kannte

Auf dem jungen Draenor war Natur keine stille Wiese, die auf einen Gärtner wartete. Pflanzen breiteten sich aus, bis Wälder an Wälder stießen und jeder freie Boden unter Wurzeln verschwand. Im Herzen dieses Wucherns erhoben sich die Sporenhügel. Sie waren keine Hügel im gewöhnlichen Sinn, sondern lebende Berge aus verschlungenen Ranken, giftigen Kapseln und feuchtem Gewebe. Ihre Ausläufer krochen über die Erde, würgten Tiere und tranken selbst jene Kräfte, aus denen Draenors Elemente lebten.

Tief im Boden fanden ihre Wurzeln den fünften elementaren Geist, der den Planeten durchdrang. Diese Berührung verband Pflanzen und Sporen zu einem gemeinsamen, noch rohen Bewusstsein: dem Immergrün. Wenn ein Teil bedroht wurde, antwortete das Ganze. Darin lag weder bewusste Bosheit noch friedliche Weisheit. Das Immergrün kannte nur Fortsetzung. Es wollte wachsen, weil Wachstum sein Wesen war, und hätte dabei jede andere Art von Leben unter einem endlosen Blätterdach erstickt.

Aggramars Antwort aus Stein

Der Titan Aggramar sah, dass Draenor an seiner eigenen Fruchtbarkeit zugrunde gehen konnte. Er riss einen gewaltigen Berg aus der Erde, füllte ihn mit elementarer Macht und gab ihm den Namen Grond. Der steinerne Koloss sollte keine Zivilisation gründen. Er sollte dem Wuchern Widerstand entgegensetzen, Wälder zerbrechen und Raum schaffen, in dem anderes Leben atmen konnte. So begann ein Krieg, lange bevor Orcs, Oger oder Draenei ihre Reiche errichteten.

Als Grond den ersten Sporenhügel erschlug, nahm das Immergrün die Gefahr wahr. Seine mächtigsten Leiber erhoben sich nun selbst und zogen als wandelnde Landschaften in den Kampf. Botaan, Naanu, Zang und weitere Kolosse schleuderten Wurzeln gegen Stein. Jeder Schritt formte den Planeten. Wo Ranken siegten, schlossen sich grüne Labyrinthe; wo Gronds Fäuste trafen, brachen Schneisen und Becken auf. Draenors Geografie wurde nicht nur durch Wind und Wasser geschaffen, sondern durch einen Krieg zweier Kräfte, die beide keine Mäßigung kannten.

Botaan fällt auf Gronds Trümmer

Botaan wuchs zum mächtigsten der Sporenhügel heran und übertraf schließlich selbst Grond. Im letzten Zusammenstoß brachte das Pflanzenwesen den steinernen Gegner zu Fall. Doch Gronds Tod war kein Ende. Aus den gewaltigen Bruchstücken seines Körpers entstanden die Kolossalen, kleinere Nachfahren mit demselben Drang, das Immergrün zurückzudrängen. Sie setzten den Kampf fort und erschlugen Botaan auf den Trümmern des Wesens, das er besiegt hatte.

Auch die anderen Sporenhügel fielen. Naanus Leib prägte das spätere Tanaan, Zangs Überreste wurden zur Grundlage der Zangarmeere und schließlich der Zangarmarschen. Botaan blieb als Masse unter Farahlon zurück. Die Namen von Regionen bewahren damit die Körper uralter Gegner. Wer durch Dschungel oder Pilzsümpfe zieht, bewegt sich nicht bloß über Boden. Er geht über den stillgelegten Hunger eines Wesens, dessen Tod neues Gelände und neue Lebensformen hervorbrachte.

Die Kinder aus den Sporen

Aus Botaan und den anderen Gefallenen stiegen Sporen auf, die vorhandene Pflanzen veränderten. So entstanden Vorfahren der Botani, Genesaurier und weiterer Primals. Sie erbten die Verbindung zum Immergrün und den Wunsch, alles Lebendige in einen einzigen pflanzlichen Kreislauf einzufügen. Ihnen gegenüber standen die Brecher, Nachkommen der steinernen Kolosse: Magnaron, Gronn, Ogron und schließlich Oger. Der Urkrieg wurde kleiner, aber nicht milder.

Über Zeitalter zermahlten beide Seiten einander. Die Primals verwandelten Fleisch in Nährboden, die Brecher rissen Wälder nieder und machten aus Stärke ein Erbrecht. Keine Seite stand für ein einfaches Gut. Die steinernen Wesen schufen Freiräume, aus denen vielfältiges Leben hervorgehen konnte, doch ihre Nachkommen bauten ebenfalls Reiche auf Gewalt. Die Pflanzen verbanden alles Leben, aber ihre Einheit ließ keinen Platz für Eigenständigkeit. Draenors Völker wuchsen zwischen diesen beiden Arten des Verschlungenwerdens auf.

Ein uralter Hunger unter neuer Erde

In der Hauptzeitlinie vernichtete die alte Horde die verbliebenen Genesaurier und viele Botani. Orcische Hexenmeister raubten den Primals Lebenskraft, setzten Wälder in Brand und machten aus dem alten Gleichgewicht eine ausgezehrte Welt. Auf dem alternativen Draenor blieb das pflanzliche Erbe sichtbarer. Dort versuchten Botani sogar, aus einer versteinerten Wurzel Botaanes den neuen Sporenhügel Taala zu erwecken, bis eine Waffe der Arakkoa das Wesen zerstörte.

Die Sporenhügel gehören somit nicht nur in eine ferne Schöpfungsgeschichte. In jeder Botani-Knospe liegt ein Rest ihres Programms, und in jeder Landschaft, die aus ihren Körpern entstand, bleibt ihr Maßstab verborgen. Sie lehren nicht, dass Natur grausam und Stein gut sei. Ihre Geschichte zeigt, weshalb Leben Grenzen braucht, um vielfältig zu bleiben. Wachstum ohne Gegenüber wird nicht zum größeren Garten. Es wird zu einer einzigen Pflanze, unter der kein anderes Wesen mehr einen eigenen Namen besitzt.