Ehre und StärkeBlackmoore
Aggramar
Charakter

Aggramar

Aggramar lernte an Sargeras' Seite, Welten vor Dämonen zu schützen, und erbte nach dessen Verrat die Rolle des Pantheonstreiters. Auf Argus musste er zuletzt aus der Gestalt befreit werden, in die sein alter Lehrer ihn gezwungen hatte.

Der Schüler des Verteidigers

Als Aggramar noch ein junger Titan war, zog er an Sargeras' Seite durch die Große Dunkelheit. Sargeras galt damals als Verteidiger des Pantheons und jagte jene Dämonen, die Welten verheerten. Aggramar lernte von ihm, dass Schutz nicht nur im Formen von Bergen und Meeren bestand. Manchmal musste jemand zwischen eine werdende Welt und das Chaos treten, lange bevor deren künftige Bewohner einen Namen für ihren Retter haben konnten.

Zwischen beiden wuchs mehr als ein Verhältnis von Befehl und Gehorsam. Aggramar bewunderte Sargeras' Kraft und teilte die Last des endlosen Krieges. Gerade deshalb traf ihn dessen Bruch mit dem Pantheon so tief. Als Sargeras aus Furcht vor einer vom Nichts verdorbenen Schöpfung die Brennende Legion schuf, verlor Aggramar nicht nur einen Vorgesetzten. Er musste anerkennen, dass der größte Beschützer des Kosmos seine Pflicht in einen Vernichtungswillen verwandelt hatte.

Der neue Streiter des Pantheons

Nach Sargeras' Abkehr wurde Aggramar zum Streiter des Pantheons. Er zog nun allein gegen dämonische Heere und versuchte, die Wunden zu schließen, die sein einstiger Lehrer hinterließ. Seine Klinge Taeshalach wurde zum Zeichen dieses Auftrags. Doch Aggramars Stärke lag nicht allein im Kampf. Er betrachtete Welten als lebende Zusammenhänge und suchte nach einem Eingriff, der die Gefahr bannte, ohne das zu vernichten, was er retten wollte.

Auf Draenor fand er keine Weltseele, sondern eine Welt, die am Übermass des Lebens zu ersticken drohte. Die Immerwucherung verschlang unter ihren Sporenhügeln alles andere. Aggramar hätte die Pflanzenmacht selbst zerschmettern können, doch seine volle Gewalt hätte den Planeten verwüstet. Darum formte er aus einem Berg den gewaltigen Grond. Aus Gronds Kampf und seinen Nachkommen gingen lange Linien von Kolossen, Magnaron, Gronn, Ogron, Ogern und Orcs hervor. Aggramars Lösung rettete Draenor und veränderte zugleich für immer, welche Völker dort einmal leben würden.

Der Fund Azeroths

Auf einer weiteren Reise vernahm Aggramar die Träume einer mächtigen Weltseele. Azeroth lag unter dem Schwarzen Imperium der Alten Götter. Er brachte die Nachricht zum Pantheon, und gemeinsam mit Eonar überzeugte er die anderen, nicht tatenlos zuzusehen. Nachdem Aman'Thul Y'Shaarj aus der Welt gerissen und dabei eine furchtbare Wunde geschlagen hatte, führten die Titanen den Krieg nur noch durch ihre titanengeschmiedeten Heere.

Aggramar verlieh Tyr Kraft und Mut. Dieser Wächter trug später einen Teil jener Entschlossenheit in Azeroths eigene Geschichte, als er gegen Galakrond, Loken und die C'Thraxxi kämpfte. Aggramar selbst kannte die sterblichen Völker noch nicht, die eines Tages aus titanischen Schöpfungen hervorgehen sollten. Dennoch liegt in ihrer Welt ein Teil seiner Entscheidung weiter: Er war derjenige, der Azeroths Stimme hörte und die anderen dazu brachte, sie nicht dem Nichts zu überlassen.

Nihilam und die zerbrochene Seele

Als Sargeras das Pantheon nach Nihilam lockte, versuchte Aggramar zunächst, ihn zur Rückkehr zu bewegen. Er trat seinem alten Lehrer ohne gezogene Waffe entgegen. Sargeras antwortete mit Feuer und spaltete Taeshalach. Aggramar kämpfte, doch der gefallene Titan erschlug ihn und die übrigen Mitglieder des Pantheons. Norgannons letzter Zauber rettete ihre Seelen vor dem völligen Vergehen, nicht aber vor einer langen Flucht durch die Dunkelheit.

Die Legion fing Aggramars geschwächten Geist schließlich ein. In Antorus zwangen die Shivarra seine Essenz in einen gewaltigen Avatar und verdarben ihn zum Wächter von Argus. Ausgerechnet der Titan, der Welten vor Sargeras hatte schützen wollen, stand nun vor dessen Thron. Der Kampf gegen ihn war deshalb keine Strafe für einen freiwilligen Verrat. Azeroths Streiter mussten die Fessel zerbrechen, in der Pflicht, Erinnerung und Gewalt zu einem fremden Werkzeug verschmolzen waren.

Wache über den alten Lehrer

Nach seiner Befreiung vereinte Aggramar sich wieder mit Aman'Thul, Eonar, Golganneth, Khaz'goroth und Norgannon. Mit der letzten Kraft des gefallenen Argus zogen sie Sargeras zum Sitz des Pantheons und banden ihn dort. Aggramar steht seither nicht mehr als Schüler neben dem Verteidiger, sondern als einer seiner Kerkermeister. Der lange Kreis ihrer Beziehung schloss sich, ohne dass die gemeinsam verbrachte Zeit dadurch ungeschehen wurde.

Aggramars Geschichte handelt von Schutz, der nie folgenlos bleibt. Grond bewahrte Draenor, doch sein Krieg formte ganze Abstammungslinien. Das Pantheon rettete Azeroth, hinterließ aber auch eine Ordnung, die später über alles Leben richten konnte. Aggramar selbst wurde von der Gewalt versklavt, die er bekämpfte. Seine Größe liegt deshalb nicht in makelloser Allmacht, sondern in der wiederholten Entscheidung, Stärke in den Dienst werdender Welten zu stellen und am Ende sogar denjenigen zu bewachen, von dem er diese Pflicht einst gelernt hatte.