Ehre und StärkeBlackmoore
Gronn
Volk

Gronn

Gronn sind gewaltige Nachfahren der steinernen Brecher Draenors und zugleich Vorfahren von Ogron, Ogern und Orcs. In Gruuls Herrschaft und ihrer späteren Versklavung zeigt sich, wie rohe Stärke verehrt und missbraucht wird.

Stein, der Fleisch wurde

Die Herkunft der Gronn reicht in Draenors frühesten Krieg zurück. Als Aggramars Koloss Grond gegen das Immergrün kämpfte und schließlich zerbrach, entstanden aus seinen Trümmern kleinere Kolossale. Über lange Zeitalter wirkten die Sporen der Primals auf ihre Nachkommen ein. Aus Kolossalen wurden Magnaron, aus Magnaron Gronn. Der Stein verschwand nicht, doch er wuchs in Fleisch ein: als harte Platten, knöcherne Spitzen und eine Kraft, die noch an wandernde Berge erinnerte.

Auch diese Linie endete nicht bei ihnen. Aus Gronn gingen Ogron hervor, später Oger und schließlich Orcs. Die Verwandtschaft ist in den jüngeren Völkern kaum noch äußerlich zu erkennen, doch sie verändert den Blick auf Draenors Geschichte. Ein Orc und ein Gronn wirken wie Wesen aus verschiedenen Welten, obwohl zwischen ihnen nur viele Generationen der Verwandlung liegen. In ihren Körpern setzt sich derselbe uralte Streit zwischen steinerner Beharrlichkeit und pflanzlicher Anpassung fort.

Jäger mit Bergen auf dem Rücken

Gronn sind halb Fleisch, halb Stein und tragen ihre Rüstung mit dem eigenen Körper. Die Stacheln an Rücken und Armen dienen ihnen ebenso als Waffe wie ihre Fäuste. Sie jagen, was in ihr Revier eindringt, und besitzen genug Verstand, um Beute zu verfolgen, Gegner einzuschätzen und Herrschaft auszuüben. Ihre Klugheit gleicht nicht der Gelehrsamkeit der Ogerreiche, doch wer sie deshalb für gedankenlose Tiere hält, verwechselt fehlende Sprache mit fehlendem Willen.

Meist leben Gronn territorial und dulden ihresgleichen nur schwer in der Nähe. Für kleinere Wesen ist diese Einsamkeit keine Milde. Ogerclans fürchteten und verehrten ihre gewaltigen Vorfahren, während die Gronn ihre Nachkommen mit brutaler Hand beherrschten. Abstammung schuf keine Zärtlichkeit. Die Oger blickten zu Wesen auf, deren Größe ihnen wie ein verlorenes göttliches Erbe erschien, und lernten dabei früh, Macht mit dem Recht zu verwechseln, Schwächere zu besitzen.

Gruul und die schwarzen Drachen

Nach Draenors Zerbrechen schlossen sich mehrere Gronn um Gruul zusammen. Die Scherbenwelt hatte Reviere vernichtet und Überleben selbst für Riesen schwieriger gemacht. Als Todesschwinges schwarze Drachen durch das Dunkle Portal nach Draenor kamen, fanden sie dort keinen wehrlosen Zufluchtsort. Gruul erschlug viele von ihnen und gewann den Namen Drachenschlächter. In den Klingenschneidebergen erinnern aufgespießte Drachenkörper an einen Krieg, in dem selbst geflügelte Ungeheuer Beute werden konnten.

Der Sieg machte Gruul zum Mittelpunkt einer Herrschaft über Gronn und Oger. Seine Söhne streiften durch Nagrand und die Berge, verwüsteten Siedlungen und hielten Ogerclans in Furcht. Was als gemeinsames Überleben nach der Katastrophe begonnen hatte, wurde ein Reich der Einschüchterung. Gruul bewies, dass Gronn mehr sein konnten als vereinzelte Jäger. Er bewies zugleich, weshalb ihre Einigung für alle kleineren Nachbarn kein Versprechen, sondern eine Bedrohung war.

Die Riesen in fremden Ketten

Gronn wurden trotz ihrer Kraft immer wieder gefangen oder gelenkt. Cho'galls Schattenhammer machte den Bergzertrümmerer zu einem erwählten Werkzeug. In der Scherbenwelt hielten Oger ihre Furcht vor den riesigen Ahnen mit Verehrung zusammen, während andere Mächte versuchten, einzelne Gronn als Belagerungswaffen einzusetzen. Die Größe, die ihnen Herrschaft ermöglichte, machte sie zugleich begehrenswert für jeden, der Mauern nicht mit eigenen Händen brechen wollte.

Auf dem alternativen Draenor trieb die Eiserne Horde diese Ausbeutung weiter. Donnerfürsten und Schwarzfelsorcs legten Gronn Ketten an, bohrten Rüstungen und Geschütze in ihre Leiber und zwangen selbst Gruul in die Schwarzfelsgießerei. Der Widerspruch war unübersehbar: Eine Horde, die ihre Freiheit vom Dämonenblut feierte, gründete ihre Stärke auf versklavten Riesen. Die Kette wurde abgelehnt, solange sie um den eigenen Hals lag, und zur Technik erklärt, sobald sie einen anderen Körper hielt.

Das lange Gedächtnis des Körpers

Nicht jeder Gronn gehört zu Gruul oder einer fremden Armee. Manche wandern weiterhin allein, andere gelangten mit den Mag'har nach Azeroth. Ihre Geschichte lässt sich deshalb nicht auf eine Reihe zu besiegender Riesen verkürzen. Sie sind eine lebende Stufe in Draenors Abstammung, älter als die Reiche der Oger und die Klans der Orcs. In ihrer schwarzen Blutung und ihren Steinplatten trägt der Planet ein Stück seiner eigenen Frühzeit weiter.

Gronn erzählen vor allem davon, wie unsicher Stärke ist. Sie können Drachen vom Himmel reißen und werden doch in Ketten gelegt. Sie werden von ihren Nachkommen als Götter verehrt und behandeln diese Nachkommen wie Besitz. Wer in ihnen nur Brutalität sieht, übersieht die lange Formung durch eine Welt, in der Überleben stets als Kampf begann. Wer sie romantisiert, übersieht die Opfer ihrer Herrschaft. Beides gehört zusammen: der wandernde Berg und der Schatten, den er über alle kleineren Wesen wirft.