Ehre und StärkeBlackmoore
Kairozdormu
Charakter

Kairozdormu

Kairozdormu wollte die Zeit nicht länger nur bewachen, sondern bessere Welten aus ihr formen. Mit Garrosh und der Vision der Zeit plante er unendliche Horden gegen die Legion, bis sein erwähltes Werkzeug ihn tötete.

Ein Wächter, dem Bewahren nicht genügte

Kairozdormu gehörte zum bronzenen Drachenschwarm und nannte sich in sterblicher Gestalt meist Kairoz. Sein Schwarm war dazu bestimmt, die wahre Zeitlinie zu bewahren. Nach dem Verlust eines großen Teils seiner zeitlichen Allwissenheit mussten die Bronzenen jedoch Entscheidungen schützen, deren fernste Folgen sie nicht mehr vollständig sehen konnten.

Kairoz empfand diese Grenze nicht als Anlass zu Demut, sondern als ungenutzte Möglichkeit. Wenn Zeit aus zahllosen Abzweigungen bestand, warum sollte ein Drache lediglich verhindern, dass jemand eine bessere auswählte? Er näherte sich den Gedanken des Ewigen Drachenschwarms, ohne sich einfach einem fremden Befehl zu unterwerfen. Kairoz wollte selbst derjenige sein, der aus Möglichkeiten eine neue Ordnung formte.

Die Vision der Zeit

Auf der Zeitlosen Insel ließ Kairoz Abenteurer Epochensteine sammeln und erschuf daraus die Vision der Zeit. Das Stundenglas konnte Vergangenes, mögliche Zukünfte und alternative Zeitlinien zeigen. Gemeinsam mit Wrathion und den Zeitwanderern erforschte er Ereignisse rund um Garrosh Höllschreis Sturz.

Die Vision zeigte nicht nur neutrale Bilder. In einer möglichen Zukunft lag Sturmwind unter Garroshs Gewalt; in einer anderen stand Kairoz über Soridormis Leichnam. Der Drache bat darum, diese Bilder geheim zu halten, angeblich um die Zeit nicht zu verändern. Tatsächlich lernte er bereits, welche Angst ein ausgewählter Ausschnitt erzeugen konnte. Ein Werkzeug, das unbestechliche Wahrheit versprechen sollte, wurde umso mächtiger, je stärker sein Besitzer bestimmte, welche Wahrheit jemand zu sehen bekam.

Garroshs Prozess

Beim Prozess im Tempel des Weißen Tigers diente die Vision als Beweismittel. Kairoz und Chromie führten vergangene Taten vor, damit Erinnerung nicht allein über Schuld entschied. Während das Gericht nach Gerechtigkeit suchte, veränderte Kairoz heimlich das Stundenglas und arbeitete an Garroshs Flucht.

Als Chromie misstrauisch wurde, sperrte er sie ein. Dann rief er alternative Gestalten bekannter Kämpfer herbei, stürzte den Tempel ins Chaos und entkam mit Garrosh durch ein Zeitportal. Die Vision zerbrach, doch ein Splitter blieb stark genug, beide nach Draenor zu tragen. Kairoz hatte das Gericht nicht widerlegt. Er hatte dessen Vertrauen benutzt, um genau jene Person zu befreien, deren mögliche Zukunft zuvor als Warnung erschienen war.

Unendliche Horden

Das Draenor, das sie erreichten, lag in einer alternativen Vergangenheit und war kein vollkommenes Abbild der eigenen Geschichte. Kairoz wollte Garrosh dabei helfen, die Orcklans ohne Dämonenblut zu vereinen. Diese neue Horde sollte Azeroth im kommenden Krieg gegen die Legion stärken. Doch ein einziges Heer genügte ihm nicht. Er träumte davon, aus unzähligen Zeitlinien unzählige Horden zu sammeln.

In diesem Plan wurden ganze Welten zu Vorratskammern möglicher Soldaten. Kairoz sprach von Rettung vor der Legion, aber er fragte weder die Orcs noch die Bewohner ihrer Zeitlinien, ob ihr Dasein für den Krieg eines anderen Azeroths umgeformt werden dürfe. Garrosh erkannte die Größe des Plans und zugleich die Rolle, die ihm zugedacht war. Er wollte kein Werkzeug sein. Mit dem Splitter der Vision erstach er den Drachen, sobald dieser ihm den Rücken zukehrte.

Die Zukunft seines Fehlers

Kairoz starb in Nagrand, bevor er die erste seiner unendlichen Armeen führen konnte. Sein Geist hielt dennoch an der Vorstellung fest, grenzenlose Zeit bedeute grenzenlose Macht. Chromie, Khadgar und Verbündete besiegten diesen Nachhall und versuchten, die beschädigten Zeitwege zu ordnen.

Die Folgen hatten längst eine eigene Geschichte begonnen. Garrosh schuf die Eiserne Horde, das alternative Draenor verband sich mit Azeroth, und Gul'dan öffnete später den Weg für eine neue Legioninvasion. Kairoz hatte eine kommende Gefahr verhindern wollen und half, ihre Tür zu bauen. Sein Irrtum lag nicht darin, eine bessere Zukunft für möglich zu halten. Er lag in der Überzeugung, nur ein ausreichend kluger Gestalter müsse andere Leben wie Ton behandeln. Zeit widersprach ihm durch genau den freien Willen, den er in seinen Berechnungen zum Material gemacht hatte.