Die Träumerin
Ysera gehörte zu den Protodrachen, die Galakrond entgegentraten. Eonar erhob sie zum Aspekt des grünen Drachenschwarms und band sie an den Smaragdgrünen Traum. Von da an lagen ihre Augen oft geschlossen, während ihr Blick zugleich die erwachte Landschaft Azeroths und ihre smaragdgrüne Möglichkeit erfasste.
Sie wurde Pflegemutter des Cenarius und Lehrerin Malfurion Sturmgrimms. Ihre Aufgabe war keine Herrschaft über jede Wurzel. Der Traum besaß eigene Bewohner und Kreisläufe, die selbst Ysera nicht beliebig verändern konnte. Ihre Stärke lag im Hören und Bewahren: Sie bemerkte, wo Wachstum aus dem Gleichgewicht geriet, lange bevor ein Schaden an der Oberfläche sichtbar wurde.
Der Alptraum unter der grünen Welt
Die Alten Götter fanden Wege in den Traum, und Xavius gab dem Smaragdgrünen Alptraum einen Willen. Grüne Drachen wurden verdorben, Druiden gefangen und vertraute Wälder in Bilder der Furcht verwandelt. Ysera kämpfte über lange Zeit gegen eine Krankheit im Reich, mit dem ihr eigenes Bewusstsein verbunden war.
Während des Kataklysmus erwachte sie stärker in der stofflichen Welt und half am Hyjal. Gemeinsam mit den anderen Aspekten gab sie später die titanisch verliehene Macht auf, um Todesschwinge zu besiegen. Sie blieb eine mächtige Drachin, doch die alte Ordnung der Aspekte war beendet. Ysera musste weiter wachen, ohne sich auf dieselbe kosmische Gewissheit wie zuvor stützen zu können.
Der Fall in Val'sharah
Xavius verdarb Ysera mit der Träne Elunes. Unter dem Einfluss des Alptraums griff sie den Tempel an, den sie einst geschützt hatte. Tyrande, der Zirkel des Cenarius und Verbündete mussten sie töten. Elunes Licht hob ihren Geist als Sternbild an den Himmel, während der Körper in der verderbten Landschaft zurückblieb.
Der Tod machte sie nicht zur Schuldigen ihres eigenen Zwangs und nahm den Angegriffenen dennoch nicht den Schmerz. Merithra trat aus dem Schatten der Mutter und führte den grünen Schwarm weiter. Yseras Abwesenheit wurde damit nicht nur betrauert. Sie schuf eine Aufgabe, die andere längst getragen hatten, ohne dass der alte Titel ihnen vollständig zugetraut worden war.
Ardenwald und die geliehene Rückkehr
Yseras Seele gelangte nach Ardenwald. Während der Animadürre rettete die Winterkönigin ihren Wildsamen und band die wiedergeborene Drachin an das Reich des Todes. Ysera half, Tyrande vor dem zerstörerischen Ende der Macht der Nachtkriegerin zu bewahren, und erkannte in dem neuen Samen für die Nachtelfen die Verbindung von Tod und Leben.
Als Primalisten den Traum bedrohten, tauschte Malfurion freiwillig seinen Platz mit Ysera. So konnte sie vorübergehend nach Azeroth zurückkehren. Die Rückkehr war weder vollständige Auferstehung noch Wiederherstellung der alten Ordnung. Der Tod haftete an ihr, der Traum antwortete anders, und Ysera wusste bald, dass eine neue Träumerin hervortreten musste.
Merithras Himmel
Ysera half, die Primalisten zurückzudrängen, drängte Merithra aber dazu, selbst die Macht des Traums zu führen. Sie verweigerte die angebotene Rückgabe des Titels und erklärte ihre Tochter zur rechtmäßigen Anführerin. Später verteidigte sie Amirdrassil gegen Fyrakk und sah, wie Merithra als neuer Aspekt anerkannt wurde.
Nach der Blüte des Weltbaums kehrte Ysera nach Ardenwald zurück, während Malfurion wieder zu Tyrande und Shandris gelangte. Ihr Abschied war kein zweiter Tod. Er war eine bewusst gesetzte Grenze. Ysera hatte eine Welt lange durch geschlossene Augen bewahrt; ihre letzte große Lehre bestand darin, den eigenen Namen nicht mit der Aufgabe zu verwechseln. Der Traum blieb, Merithra flog, und die Mutter konnte gehen, ohne dass Liebe zur Forderung wurde, für immer unersetzlich zu sein.