Ehre und StärkeBlackmoore
M'uru
Charakter

M'uru

Ein gefangener Naaru, dessen Licht die Blutritter nährte, dessen Sturz Entropius gebar und dessen reines Herz schließlich den Sonnenbrunnen erneuerte.

Ein freiwilliger Weg in den Krieg

M'uru kam nicht als Gefangener nach Draenor. Als Khadgar und Velen unabhängig voneinander um Hilfe gegen die wachsende Finsternis baten, konnten die Armeen des Lichts keine großen Streitkräfte entbehren. A'dal, M'uru und O'ros meldeten sich dennoch. Mit der Festung der Stürme erreichten sie die Scherbenwelt, um eine Front zu halten, an der die Brennende Legion längst ganze Landschaften und Völker gegeneinander wandte.

Dann eroberten Kael'thas Sonnenwanderers Truppen Teile der Festung. M'uru wurde überwältigt und nach Silbermond gebracht. Für die Blutelfen war seine Ankunft zugleich Versuchung und Antwort auf eine tiefe Wunde. Seit Arthas den Sonnenbrunnen zerstört hatte, litten sie unter magischem Entzug und einem zerbrochenen Vertrauen in das Heilige Licht. M'uru bot ihnen Licht ohne Gebet. Seine Energie ließ sich binden, messen und nehmen.

Die Ritter, die das Licht erzwangen

Magister Astalor Blutschwur entwickelte eine Methode, M'urus Kraft abzuzapfen. Aus ihr entstand die Macht der Blutritter. Lady Liadrin und ihre Gefolgsleute mussten das Licht nicht mehr um Antwort bitten; sie rissen es aus einem gefangenen Naaru. Für ein Volk, das sich von Göttern, Verbündeten und Schicksal verlassen fühlte, lag darin eine bittere Genugtuung. Was früher Gnade gewesen war, wurde Beute.

Nicht alle Blutelfen billigten die Behandlung. Waldläufer und andere Stimmen widersprachen, selbst Regent Lor'themar Theron erkannte das moralische Unrecht. Doch der Nutzen war groß und die politische Lage gefährlich. So blieb M'uru unter der Stadt gebunden. Jede neue Fähigkeit eines Blutritters bedeutete, dass etwas von seinem Licht fehlte. Der Orden gewann Ansehen, während sein stummer Ursprung immer dunkler wurde.

Vom Licht in die Leere

Kael'thas ließ M'uru später auf die Insel von Quel'Danas bringen. Im Sonnenbrunnenplateau war der Naaru so weit ausgezehrt, dass sein natürlicher Kreislauf in die Leere kippte. Aus M'uru wurde Entropius, ein Wesen aus Hunger und Dunkelheit. Die Verwandlung war keine Enthüllung, dass im Licht immer ein Feind verborgen gewesen sei. Sie war das Ergebnis fortgesetzter Ausbeutung. Wer einen Naaru bis zum letzten Funken leerte, erhielt nicht gehorsames Licht, sondern das schwarze Gegenbild der geraubten Kraft.

Die Offensive der Zerschmetterten Sonne musste Entropius bezwingen, bevor sie Kil'jaedens Eintritt durch den Sonnenbrunnen verhindern konnte. Nach der Schlacht stand Liadrin vor A'dal und bekannte, was ihr Orden getan hatte. Ihre Reue änderte M'urus Leiden nicht. Sie veränderte jedoch das Verhältnis der Blutritter zum Licht. Künftig wollten sie es nicht mehr wie eine gefesselte Ressource behandeln, sondern wieder durch Überzeugung und Verantwortung tragen.

Das Herz im Brunnen

Prophet Velen fand in M'urus Überresten einen unbefleckten Kern. Er legte das Herz des Naaru in den Sonnenbrunnen und verband dessen arkane Kraft mit heiligem Licht. So wurde aus dem Opfer, das Silbermond ausgezehrt hatte, ein Teil der Heilung des ganzen Volkes. Die Blutelfen konnten ihre Magie nun aus einer Quelle schöpfen, die nicht bei jeder Berührung ein gefangenes Wesen verletzte.

M'urus Geschichte bleibt trotzdem unbequem. Sein Herz rettete den Sonnenbrunnen, doch dieser Ausgang macht die Gefangenschaft nicht notwendig oder gerecht. Er zeigt vielmehr, dass Reinheit nicht dasselbe ist wie Unversehrtheit. M'uru wurde gebunden, benutzt und in die Leere gedrängt; dennoch blieb in ihm etwas, das andere erneuern konnte. Sein Licht siegte nicht, weil es stärker zuschlug als seine Peiniger. Es siegte, weil es selbst nach allem, was man ihm genommen hatte, noch zu einer Gabe werden konnte, die niemand mehr erzwingen durfte.