Die Insel um den neuen Brunnen
Als Dath'Remar Sonnenwanderer die verbannten Hochgeborenen in den Norden der Östlichen Königreiche führte, trug er eine Phiole aus dem Brunnen der Ewigkeit bei sich. Auf Quel'Danas goss er ihr Wasser in einen Ort mächtiger Leylinien. Der Sonnenbrunnen entstand, und mit ihm eine Quelle, aus der die Hochelfen ihre Städte, Schutzzauber und alltägliche Magie speisten.
Die Insel wurde dadurch mehr als ein abgelegener Küstenstreifen. Sie war das Herz einer Kultur, die sich bewusst vom mondverbundenen Leben der Nachtelfen entfernte. Der Sonnenbrunnen floss durch die Bevölkerung, selbst wenn einzelne Elfen weit entfernt lebten. Quel'Danas war deshalb gleichzeitig heiliger Ort und unsichtbare Infrastruktur. Wer den Brunnen berührte, griff nicht nur einen Tempel an, sondern die Verbindung eines ganzen Volkes zu sich selbst.
Arthas und die entweihte Quelle
Arthas Menethil marschierte mit der Geißel durch Quel'Thalas, um Kel'Thuzad wiederzuerwecken. Auf Quel'Danas tauchte er dessen Überreste in den Sonnenbrunnen. Nekromantische Verderbnis vergiftete die Quelle, während König Anasterian und viele Verteidiger fielen. Kael'thas zerstörte später die verdorbene Form des Brunnens, damit seine Magie das Volk nicht weiter vernichtete.
Der Verlust hinterließ den magischen Hunger der späteren Blutelfen. Ein Rest der reinen Energie war jedoch in die Gestalt Anveena Teagues gebunden worden. Sie lebte als junge Frau, ohne anfangs das ganze Ausmaß ihrer Natur zu kennen. Damit trug eine einzelne Person die Hoffnung und den Besitzanspruch eines Reiches in sich. Die Quelle war nicht verschwunden; sie hatte ein Gesicht erhalten, das fühlen und selbst entscheiden konnte.
Kael'thas kehrt mit Kil'jaeden zurück
Der gefallene Kael'thas griff Quel'Thalas an, nahm M'uru mit und bereitete den Sonnenbrunnen als Tor für Kil'jaeden vor. Auf der Insel kämpfte die Offensive der Zerschmetterten Sonne schrittweise Stellungen frei. Aldor, Seher, Blutritter und weitere Verbündete bauten Sonnenweiten vom Landekopf zur befestigten Siedlung aus. Die Rettung des heiligsten elfenischen Ortes wurde zu einer gemeinsamen Aufgabe früherer Feinde.
Auf dem Plateau opferte Anveena ihre Gestalt und die in ihr bewahrte Macht, um Kil'jaeden zurückzudrängen. Danach nutzte Velen das Herz M'urus, um den Brunnen neu zu entzünden. Seitdem vereint seine Energie Arkane und Licht. Diese Heilung machte die frühere Misshandlung des Naaru nicht gut und Anvenas Tod nicht bedeutungslos. Quel'Danas wurde erneuert, weil mehrere Opfer miteinander verbunden wurden, nicht weil die alte Ordnung unversehrt zurückkehrte.
Heimat, Pilgerort und gefährliche Nähe
Der wiederhergestellte Sonnenbrunnen linderte den Hunger der Blutelfen und wurde erneut zum geistigen Mittelpunkt Quel'Thalas'. Hoch- und Blutelfen konnten ihn besuchen, während seine Wachen aufmerksam auf jede fremde Macht reagierten. Als Alleria Windläufer sich näherte, antwortete die Leere in ihr und bedrohte die Quelle. Sie wurde verbannt, nicht weil ihre Verwandtschaft vergessen war, sondern weil ein einziger unkontrollierter Augenblick den gesamten Brunnen gefährden konnte.
Diese Spannung prägt die Insel. Der Brunnen ist mächtig genug, ein Volk zu nähren, und verwundbar genug, immer neue Eroberer anzuziehen. Schutz kann leicht in Ausschluss umschlagen, Offenheit in Katastrophe. Quel'Danas verlangt daher mehr als Mauern. Seine Hüter müssen zwischen einer Person und der Macht unterscheiden, die durch sie greifen könnte, ohne die betroffene Person auf diese Gefahr zu reduzieren.
Die Leere vor dem Sonnenbrunnen
In jüngster Zeit griff Xal'atath mit dem Verschlingenden Heer Quel'Danas an, um den Sonnenbrunnen zu beanspruchen. Paladine und Priester verschiedener Orden bildeten unter Turalyon eine Vorhut des Lichts. Lady Liadrin bekannte vor der Quelle ihre eigenen Zweifel, hielt aber daran fest, dass ihr Volk des Schutzes würdig war. Die Verteidiger drängten den ersten Angriff zurück, während weitere Kreaturen der Leere sich auf der Insel sammelten.
Damit steht Quel'Danas erneut zwischen kosmischen Kräften, die seine Quelle als Schlüssel betrachten. Doch die Insel ist nicht nur Schauplatz eines Kampfes von Licht und Leere. In Sonnenweiten leben Bewohner, am Plateau erinnern Denkmäler an frühere Gefallene, und jeder neue Angriff bedroht wieder Alltag. Der Sonnenbrunnen mag das Herz Quel'Thalas' sein; ein Herz hat seinen Sinn nicht in der Macht, die andere aus ihm ziehen. Es schlägt, damit ein Volk leben kann. Jede Verteidigung muss daran gemessen werden, ob sie dieses Leben schützt und nicht bloß die nächste Fahne über der Quelle.