Der Hunger außerhalb der Wirklichkeit
Dimensius ist ein Leerenfürst, ein Wesen reiner Schattenenergie jenseits der Grenzen der bekannten Wirklichkeit. Solche Mächte können ihre ganze Gestalt nicht leicht in das Große Dunkel tragen. Sie suchen Welten, öffnen Risse und greifen nach Weltseelen, deren erwachende Kraft ihnen einen dauerhaften Körper geben könnte.
Auf K'aresh erschien Dimensius nicht als fernes Flüstern. Tore zur Leere öffneten sich um den Planeten, und seine beiden Sonnen wurden dunkel. Der Himmel selbst verwandelte sich in die sichtbare Grenze eines Hungers, der nicht Land erobern oder Untertanen zählen wollte. Wenn Dimensius gewann, sollte von der Welt nichts Eigenes übrig bleiben.
Die Schutzschilde von K'aresh
Die K'areshi errichteten mit Reshii-Bändern gespeiste Barrieren um ihre Städte. Die Schilde wandelten angreifende Energie in arkane Kraft um und hielten die Leere draußen. Doch die lange Nähe zu dieser Energie löste die Körper der Bewohner auf. Sie überlebten als Wesen aus Energie, die später Ätherische und Mittler genannt wurden.
Das veränderte Volk konnte Dimensius aufhalten, nicht besiegen. Hinter den Barrieren begann die Auszehrung, während außerhalb die Welt starb. Schutz hatte Zeit gekauft und zugleich jede Rückkehr in das frühere Leben unmöglich gemacht. Die K'areshi mussten entscheiden, was Rettung noch bedeutete, wenn Planet und Körper bereits verloren gingen.
Eine Welt wird zur Waffe
Die Ravel kannten die Aussichtslosigkeit. Xal'atath, damals Dimensius' Vorbotin, bot ihnen einen Weg an, ihre Leute vollständig in Energie zu verwandeln und die Vernichtung K'areshs gegen den Leerenfürsten zu richten. Die Ravel lösten den Untergang der eigenen Welt aus. Für die meisten Überlebenden blieb lange Dimensius allein der Zerstörer; die Wahrheit über die letzte Entscheidung wurde verborgen.
Die Explosion tötete ihn nicht. Sie riss Dimensius in Fragmente, die über den Kosmos verstreut wurden. Xal'atath entkam seinem Dienst, die Überlebenden verloren ihre Heimat, und der Hunger erhielt viele kleinere Wege zurück. Der Plan war Erfolg und Scheitern zugleich: Genug, um ein Volk vor dem unmittelbaren Verschlingen zu retten, zu wenig, um die Ursache seiner Flucht zu beenden.
Splitter eines nicht beendeten Krieges
Ein Fragment bedrohte die Welt Karkora, bis der Naaru T'uure sein Leben opferte und die Leerenenergie in einer heiligen Explosion zurückdrängte. Ein anderes erschien in der Scherbenwelt bei der Manaschmiede Ultris. Die Protektoratstruppen der Ätherischen und Streiter Azeroths zerstörten seine Verbindung zur Leere und verhinderten, dass Dimensius auch die bereits zerbrochene Welt verschlang.
Für die Ätherischen waren diese Kämpfe keine Begegnungen mit einem neuen Feind. Jeder Splitter trug den verdunkelten Himmel von K'aresh in sich. Dimensius machte ihre Identität zur Nachwirkung seiner Ankunft: energieförmige Körper, Fraktionen im Exil und Technologien, die zugleich aus ihrem größten Erfolg und ihrem größten Verlust hervorgegangen waren.
Der Herr wird zum Inhalt
Die Schattenwache sammelte die Fragmente und bereitete in der Manaschmiede Omega Dimensius' Rückkehr vor. Er erschien zu früh und noch nicht in voller Stärke, war aber bereits tödlich für jeden gewöhnlichen Körper. Reshii-Bänder verwandelten seine Gegner vorübergehend in Energiegestalten, damit sie sich ihm nähern konnten.
Xal'atath half, ihren früheren Herrn in das Dunkle Herz zu zwingen, und nahm das Artefakt an sich. Dimensius ist besiegt, seine Essenz jedoch nicht vernichtet. Sie nährt nun jene Vorbotin, die er einst aus einer Überlebenden geschaffen hatte. Der Allesverschlinger endet vorerst als verschlungene Macht. Darin liegt keine gerechte Ordnung des Kosmos, nur eine bittere Umkehr: Ein Wesen, das jede Welt zum Brennstoff seines Körpers machen wollte, wurde selbst zum Brennstoff für den Weg eines anderen.