Ehre und StärkeBlackmoore
K'aresh
Welt

K'aresh

Die zerstörte Heimat der Ätherischen und Broker, deren Weltenseele Dimensius überlebte und zwischen Trümmern, Ecodomen und alten Schwüren neu zu atmen begann.

Die Welt unter zwei Sonnen

K'aresh war einst eine trockene Welt unter den Zwillingssonnen Meter und Ti'meter. Winde zogen über Wüsten, Karawanen verbanden Stadtstaaten, und in Orten wie Tazavesh, Ma'nussa und Sufaad entstanden unterschiedliche Kulturen. Unter dem Sand schlummerte eine Weltenseele. Die K'areshi verehrten sie nicht als ferne Abstraktion. Ihre Orakel hörten im Ritual der Tabiqa ihren Gesang und erneuerten Schwüre, die Leben, Tod, Wandel und Zweck miteinander verbanden.

Dann begann das Strahlende Lied. Visionen aus Licht und ein Ruf um Hilfe erreichten die Bewohner, doch sie verstanden die Warnung zu spät. Dimensius der Allesverschlingende kam aus der Leere. Portale öffneten sich um den Planeten, dunkle Energien fraßen Himmel und Land, und selbst die beiden Sonnen verschwanden in seinem Hunger. Der Krieg, der folgte, erhielt später einen schlichten Namen: der Verschlingungskrieg.

Die Entscheidung, die Welt zu töten

Als keine Rettung mehr möglich schien, trafen der Leerenwanderer, Nari und Xal'atath eine entsetzliche Wahl. Sie zerstörten K'aresh, um Dimensius mit der Welt zu vernichten, bevor er ihre Weltenseele vollständig verschlingen konnte. Der Plan zerriss den Planeten, fragmentierte den Leerenfürsten jedoch nur. Die K'areshi verloren Körper, Heimat und die Gewissheit, ob die Seele ihrer Welt noch existierte.

Viele Überlebende banden ihre von Arkanenergie zerrissenen Formen in magische Stoffe und wurden zu Ätherischen. Andere Wege führten zu den Brokern und ihren Kartellen. Handel, Verträge und der Austausch seltener Güter wurden für manche zur neuen Ordnung im Exil. Wieder andere widmeten sich der Rache oder schlossen sich den Mächten an, die ihre Welt zerstört hatten. Aus einem Volk mit gemeinsamen Schwüren entstanden Fraktionen, deren Erinnerungen an K'aresh kaum noch dieselbe Zukunft verlangten.

Rückkehr in die Trümmer

Jahrtausende später lagen die Reste der Welt noch immer im Großen Dunkel. Ecodome bewahrten kleine Ausschnitte von Atmosphäre und Leben. Ve'nari, nach ihren Wegen durch den Schlund und Zereth Mortis, machte die Wiederherstellung K'areshs zu einem Projekt. Sie verband Broker und Ätherische im K'aresh-Trust, kaufte Tazavesh als Hafen und ließ verbesserte Ecodome errichten. Was wie ein Geschäft begann, trug einen ungewöhnlichen Kern: die Überzeugung, dass selbst eine zerstörte Heimat nicht nur als Markt für ihre Trümmer dienen musste.

Gleichzeitig versuchte die Schattenhafte Garde, Dimensius wiederherzustellen. Alte Orakel, Wüstenbewohner und rivalisierende Gruppen stritten um die richtigen Schwüre. Im Kampf zeigte sich, dass die Weltenseele K'aresh nicht vollständig gestorben war. Ein schwacher Gesang blieb in einem Kristall zurück. Nach Dimensius' Niederlage brachte Ve'nari diese Essenz zum Ecodom Al'dani, das über den Resten des Hohen Tempels stand.

Ein Lied für die Zukunft

Die Seelenschreiberin, lange Gegnerin der Rückkehrer, musste zwischen widersprechenden Eiden wählen. Sie gab ihre eigene Seele, um K'aresh zu stärken. Licht drang in den Boden, und im Ecodom begann Leben zurückzukehren. Dieser Augenblick stellte den alten Planeten nicht wieder her. Die Sonnen blieben verschlungen, die Welt zerbrochen und viele K'areshi in ihren veränderten Körpern gefangen. Doch die Weltenseele lebte, und mit ihr die Möglichkeit eines Morgens, den niemand mehr erwartet hatte.

K'aresh ist deshalb kein einfaches Mahnmal einer von der Leere vernichteten Welt. Seine Geschichte handelt auch von den Kosten einer Rettung, die selbst das Gerettete zerstört, und von Exilanten, die ihre Heimat in Verträgen, Rache oder Erinnerung weitertragen. Zwischen den Ecodomen wächst nun etwas Neues. Es ist kleiner als die verlorene Welt und verletzlicher als ihre Legenden. Gerade darum besitzt es Bedeutung: Nach Jahrtausenden des Schweigens antwortet K'aresh wieder mit einem Lied.