Der Technomant von Ma'nussa
Lange bevor er seinen bekannten Namen trug, lebte Locus-Walker als Technomant in der Stadt Ma'nussa auf K'aresh. Er erforschte, wie Energie übertragen, gebunden und genutzt werden konnte. Sein gesellschaftlicher Rang brachte ihn in die Nähe von Ky'veza und anderen einflussreichen Persönlichkeiten. Gerade deshalb war seine Warnung vor einer herannahenden Leerenmacht politisch gefährlich. Eine Nachricht über den Untergang der Welt konnte Panik auslösen oder als Versuch erscheinen, Macht zu gewinnen.
Salhadaar und ein geheimer Kreis nahmen die Gefahr ernst. Sie gaben dem Forscher den Namen Locus-Walker und nahmen ihn in den Ravel auf. Dort arbeitete er mit Nari, der späteren Ve'nari, und weiteren Gelehrten. Als Dimensius den Himmel verdunkelte, wurde aus einer umstrittenen Theorie die Wirklichkeit.
Schutz, der ein Volk veränderte
Locus-Walker erforschte die Reshii-Bänder und half, arkane Barrieren um die Stadtstaaten K'areshs zu errichten. Die Schilde hielten Dimensius' unmittelbaren Angriff zurück. Ihre Strahlung löste jedoch das Zehren aus. Die Körper der Bewohner zerfielen, bis nur noch energetische Formen blieben. Locus-Walker entwickelte Wickel, die diesen Wesen Halt und Gestalt gaben. So trug seine Rettung zugleich zur Verwandlung der K'areshi in Astrale und Broker bei.
Diese Folgen machten ihn angreifbar. Salhadaar erklärte ihn und seine Verbündeten zu Verrätern und behauptete, sie hätten die Krankheit absichtlich verursacht. Locus-Walker musste erleben, dass eine technisch notwendige Entscheidung das Vertrauen jener zerstörte, die sie schützen sollte. Als K'aresh schließlich geopfert wurde, überlebte das Volk, doch Heimat und Wahrheit zerbrachen gemeinsam.
Jahrtausende im Exil
Nach der Katastrophe wanderte Locus-Walker durch den Großen Dunklen Raum und den Wirbelnden Nether. Die Brennende Legion, die Schattenwache und andere Feinde verfolgten ihn. Er studierte die Leere nicht aus Verehrung, sondern weil er gelernt hatte, dass Unwissen keinen Schutz bietet. Die Stimmen dieser Macht zeigen unzählige mögliche Zukünfte und erklären jede davon zur Wahrheit. Wer sie nutzt, muss Möglichkeiten wahrnehmen, ohne sich von ihnen beherrschen zu lassen.
Sein Ruf wurde zwiespältig. Für manche war er ein gefährlicher Ketzer, für andere der seltene Beweis, dass Leerenmagie nicht zwangsläufig in Unterwerfung endet. Locus-Walker selbst versprach keine Sicherheit. Kontrolle blieb tägliche Arbeit. Seine Lehre beruhte nicht auf Reinheit, sondern auf Disziplin und dem Eingeständnis, dass der Abgrund immer zurückblickt.
Alleria und die Ren'dorei
Auf Argus begegnete er Alleria Windläufer. Die Hochelfe hatte bereits Leerenkräfte berührt und suchte einen Weg, sie gegen die Legion einzusetzen. Locus-Walker unterrichtete sie, warnte aber vor jedem Versuch, die Stimmen einfach zum Schweigen zu bringen. Alleria musste lernen, zwischen Vision und Befehl zu unterscheiden. Als sie die Macht der gefallenen Naaru L'ura in sich aufnahm, wurde diese Ausbildung zur Grundlage ihres Überlebens.
Später half Locus-Walker den Ren'dorei im Telogrusspalt. Die Leerenelfen waren aus Silbermond verbannt worden, nachdem ihr Experiment beinahe einer fremden Macht den Zugriff ermöglicht hatte. Bei ihm fanden sie keinen Freispruch von der Gefahr, wohl aber Methoden, mit ihr zu leben. Seine Schule gab einem ausgestoßenen Volk eine Zukunft, ohne die Gründe für sein Exil zu leugnen.
Die Rückkehr nach K'aresh
Als Dimensius erneut erwachte, kehrte Locus-Walker zu den Resten seiner Welt zurück. Er rief Alleria, Ve'nari und Verbündete aus Azeroth. Alte Vorwürfe brachen wieder auf: Wer hatte K'aresh wirklich zerstört, wer hatte die Menschen belogen, und welchen Anteil trug Xal'atath? Im Kampf gegen den Leerenfürsten musste Locus-Walker mit Personen zusammenarbeiten, denen er nicht vertraute.
Dimensius fiel, doch Xal'atath verriet die Gruppe und tötete Locus-Walker. Sein Tod schloss einen Kreis, der mit seiner ersten Warnung begonnen hatte. Er rettete seine Welt damals nicht vor der Zerstörung, bewahrte aber ihr Volk. Jahrtausende später half sein Wissen, ihre Weltenseele zu retten. Alleria und die Ren'dorei tragen seine Lehre weiter: Die Leere kann benutzt werden, doch nie gedankenlos.