Ehre und StärkeBlackmoore
Elisande
Charakter

Elisande

Die große Chronomantin Suramars, die einst der Legion widerstand, ihr Volk zehntausend Jahre abschirmte und später ausgerechnet aus Zukunftsangst dieselben Dämonen einließ.

Die Magierin am Beginn der Nacht

Elisande gehörte zu Suramars Hochgeborenen. Im Krieg der Ahnen erkannte sie, dass die Brennende Legion nicht als Verbündete gekommen war. Als Dämonen im Tempel Elunes ein zweites Portal öffnen wollten, wandte sie sich mit ihren Anhängern gegen sie. Aus dem Auge Aman'Thuls schuf sie den Nachtbrunnen und spannte eine Barriere über die Stadt.

Der Schild bewahrte Suramar vor der Großen Teilung. Draußen riss die Welt auseinander; drinnen überlebten Straßen, Paläste und Bewohner. Elisande wurde zur Großmagistrix eines Volkes, das sich unter der Kuppel zu den Nachtgeborenen wandelte. Ihr erster großer Entschluss gegen die Legion rettete alles, was sie später zu verlieren fürchtete.

Zehntausend Jahre Sicherheit

Der Nachtbrunnen gab Nahrung, Magie und Schutz. Er machte die Nachtgeborenen zugleich abhängig. Wer verbannt wurde, verlor den Zugang, verwandelte sich zum Nachtsüchtigen und konnte schließlich als Verdorrter jeden Rest des Selbst verlieren. Elisandes Regierung herrschte daher nicht nur über Gesetze. Sie konnte Zugehörigkeit in eine körperliche Überlebensfrage verwandeln.

Mit der Zeit wurde der Schild vom Schutz zur Grenze der Vorstellungskraft. Suramar wusste immer weniger über die Welt jenseits seiner Mauern. Elisande beherrschte Zeitmagie in außergewöhnlichem Maß und sah mögliche Zukünfte. Doch wer zehntausend Jahre lang jede Gefahr draußen hielt, konnte leicht glauben, eine Zukunft sei nur dann gut, wenn die eigene Stadt darin unverändert fortbestand.

Gul'dans Angebot

Gul'dan erschien im Auftrag der Legion und stellte ein Ultimatum. Suramar sollte den Schild senken und Zugang zum Nachtbrunnen gewähren oder vernichtet werden. Elisande prüfte mögliche Zeitlinien und glaubte, in jeder Zukunft des Widerstands den Untergang ihres Volkes zu sehen. Sie wählte Unterwerfung als einzige Linie, in der Nachtgeborene überlebten.

Thalyssra widersprach. Ihr Umsturzversuch scheiterte durch Verrat, und Elisande ließ Gegner verbannen oder aushungern. Die Großmagistrix wollte die Stadt retten und begann dafür, den Begriff der Stadt auf jene zu verengen, die ihr gehorchten. Wer außerhalb des Schildes verdorrte, passte nicht mehr in die Zukunft, die sie erhalten wollte.

Die Zukunft, die sie nicht sah

Die Nachtsüchtigen bauten mit Hilfe fremder Verbündeter eine Rebellion auf. Arkan'dor heilte ihre Abhängigkeit und nahm Elisande die mächtigste Kette aus der Hand. Adlige, Bürger und Ausgestoßene erhoben sich gemeinsam. Die Möglichkeiten veränderten sich, weil Personen handelten, die in Elisandes Berechnungen nur als Opfer oder unbedeutende Abweichungen erschienen waren.

In der Nachtfestung stellte sie sich den Angreifern und bog Zeit im Kampf zurück. Dennoch fiel sie. Im Sterben erkannte Elisande eine Zukunft, die ihr zuvor verborgen geblieben war: Die Gegner konnten Gul'dan bezwingen. Sie gab den Widerstand auf und stellte ihre letzte Kraft auf deren Seite.

Die Grenze der Voraussicht

Elisande war weder bloß feige noch eine Herrscherin ohne Liebe zu ihrem Volk. Gerade ihre Liebe verband sich mit Kontrolle. Sie hatte Suramar einmal gerettet, beherrschte eine Macht, die anderen Zukunft zeigte, und gewöhnte sich daran, dass niemand die Lage so vollständig sehen konnte wie sie.

Ihr Fall liegt in der Verwechslung von Wahrscheinlichkeit und Schicksal. Eine gesehene Zukunft berücksichtigt nicht immer den Mut, den eine Entscheidung erst hervorbringt. Elisande wollte jede unsichere Linie schließen, bis nur Unterwerfung übrig blieb. Thalyssras Rebellion bewies, dass Zukunft nicht allein gefunden wird. Sie entsteht auch durch jene, denen eine Herrscherin nicht zutraut, etwas Unmögliches zu versuchen.