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Erster Krieg
Ereignis

Erster Krieg

Der Erste Krieg beginnt mit der Öffnung des Dunklen Portals und endet mit dem Fall Sturmwinds. Aus einer zunächst rätselhaften Grenzbedrohung wird ein fünfjähriger Eroberungskrieg, in dem Horde und Menschen erst lernen, mit wem sie es zu tun haben.

Ein Tor in eine friedliche Welt

Als sich das Dunkle Portal im Schwarzen Morast öffnet, gibt es auf der Seite Sturmwinds keinen Namen für das, was dort geschieht. Das Königreich hat lange in Frieden gelebt. Seine Ritter sichern die Straßen, die Kleriker von Nordhain versorgen die Bevölkerung, und König Llane Wrynn regiert gemeinsam mit seinem Jugendfreund Anduin Lothar eine wohlhabende, selbstbewusste Nation. Dass ausgerechnet der Wächter Medivh den Weg des Feindes vorbereitet hat, ahnt niemand. In seinem Geist wirkt seit seiner Geburt der Schatten Sargeras', und über diese verborgene Verbindung findet der Hexenmeister Gul'dan auf Draenor einen Partner für die Öffnung des Tores.

Die ersten Orcs betreten daher keine verlassene Wildnis, sondern ein bewohntes Land. Viele von ihnen sind durch Mannoroths Blut verändert worden: stärker und von einem Zorn erfüllt, der die alten Bindungen der Clans verdrängt hat. Dennoch ist die Horde keine einheitliche Masse. Häuptlinge verfolgen eigene Ziele, Krieger suchen Ruhm, und der Schattenrat lenkt hinter dem Kriegshäuptling Schwarzfaust Entscheidungen, deren eigentlicher Urheber Gul'dan ist.

Aus Überfällen wird ein Krieg

Anfangs erscheinen die Angriffe wie voneinander getrennte Überfälle. Höfe verschwinden, Wachposten melden fremde Krieger, und im Süden entstehen orcische Lager. Die Verteidiger Sturmwinds reagieren auf jede sichtbare Gefahr, ohne bereits das ganze Ausmaß zu erkennen. Als die Horde die Hauptstadt zu früh angreift, wird sie von den Rittern des Königreichs zurückgeschlagen. Für die Orcs ist diese Niederlage eine bittere Lektion: Menschen sind weder wehrlos noch leicht einzuschüchtern.

Schwarzfaust und Orgrim Schicksalshammer lassen daraufhin Nachschubwege, Befestigungen und neue Stützpunkte anlegen. Der Krieg bewegt sich aus den Sümpfen in den Wald von Elwynn, an den Rotkamm und zu den Siedlungen des Königreichs. Lothar wird zum militärischen Mittelpunkt des Widerstands. Llane dagegen hält lange an der Hoffnung fest, dass sich die Bedrohung eindämmen lasse. Seine Vorsicht ist nicht Feigheit; er will sein Volk nicht durch eine überstürzte Entscheidung in einen größeren Krieg führen. Gerade diese Zurückhaltung kostet jedoch Zeit, während die Horde aus ihren Fehlern lernt.

Der Feind im eigenen Haus

Parallel zum Feldzug entdecken Medivhs Schüler Khadgar und die Orcin Garona, dass der Krieg nicht allein an der Front begonnen hat. In Karazhan sehen sie Spuren von Medivhs Verrat und begreifen, dass der Wächter Gul'dan beim Öffnen des Portals geholfen hat. Garona kennt beide Seiten des Konflikts, gehört aber keiner wirklich an. Ihre Nähe zu Llane macht sie zur Vertrauten des Königs; ihre magische Bindung an den Schattenrat macht sie zugleich zu dessen Gefangener.

Khadgar, Garona und Lothar stellen Medivh in den Tiefen Karazhans. Der Kampf endet mit dem Tod des Wächters, doch die Folgen reichen bis in das Lager der Horde. Gul'dan befindet sich in diesem Augenblick in Medivhs Geist und fällt ins Koma. Orgrim nutzt die Schwäche des Schattenrats, tötet Schwarzfaust und übernimmt die Führung. Er verachtet Gul'dans heimliche Herrschaft, braucht aber weiterhin dessen Hexenmeister und das Heer, das diese geschaffen haben. So wechselt die Horde ihren Kriegshäuptling, ohne den Krieg zu beenden.

Sturmwinds letzte Tage

Unter Orgrim wird der Angriff entschlossener. Die Horde schneidet Siedlungen ab und trägt den Krieg bis an die Mauern Sturmwinds. Im Inneren der Stadt trifft den Widerstand ein Schlag, gegen den keine Mauer schützt: Der Schattenrat zwingt Garona, König Llane zu ermorden. Sie handelt nicht aus persönlichem Hass. Gerade weil sie Llane vertraut und von ihm als Mensch behandelt wurde, wird die Tat zu einer besonders grausamen Demonstration der Macht, die Gul'dans Zirkel über sie besitzt.

Mit dem Tod des Königs bricht die Ordnung der Verteidigung zusammen. Sturmwind fällt, Häuser und Archive brennen, und die Überlebenden können das Königreich nicht halten. Lothar rettet den jungen Varian Wrynn und führt Flüchtlinge über das Große Meer nach Lordaeron. Der Erste Krieg endet deshalb nicht mit einem Vertrag, sondern mit Flucht. Für die Horde ist Sturmwind ein eroberter Ausgangspunkt; für die Menschen wird sein Verlust zum Grund, die zerstrittenen Reiche des Nordens um Hilfe zu bitten.

Was der Erste Krieg verändert

Vor dem Portal kannten sich Orcs und Menschen nur aus Legenden, wenn überhaupt. Nach fünf Jahren haben beide Seiten ihre Vorstellungen voneinander mit Blut gefüllt. Die Orcs besitzen nun Land auf Azeroth, tragen aber weiterhin die inneren Konflikte zwischen Clanloyalität, Gul'dans Verderbnis und Orgrims Anspruch auf eine andere Führung in sich. Die Menschen haben ein Königreich verloren und müssen begreifen, dass keine Mauer sie allein schützen kann.

Aus dieser Niederlage entsteht die politische Voraussetzung des Zweiten Kriegs. Lothar bringt nicht nur Flüchtlinge nach Norden, sondern einen Augenzeugenbericht über einen Feind, der durch ein Tor aus einer anderen Welt gekommen ist. Er muss Herrscher überzeugen, die einander seit Generationen misstrauen. Damit wird Sturmwinds Untergang zum Anfang einer Allianz, die es vorher nicht gab.