Ehre und StärkeBlackmoore
Rend Schwarzfaust
Charakter

Rend Schwarzfaust

Rend Schwarzfaust, der felmagisch beschleunigt aufgewachsene Sohn des ersten Kriegshäuptlings, führte die Dunkle Horde aus der Oberen Schwarzfelsspitze. Er nannte sich wahrer Kriegshäuptling, ritt den chromatischen Drachen Gyth und herrschte doch unter Nefarian, bis Thralls Champions seine Arena stürmten.

Der Sohn des Kriegshäuptlings

Rend wächst im Schatten eines Vaters auf, dessen Stellung größer ist als die eines gewöhnlichen Clanführers. Schwarzfaust wird von Gul'dan zum Kriegshäuptling der Horde erhoben und erscheint nach außen als mächtigster Orc seiner Zeit. Hinter ihm lenkt jedoch der Schattenrat viele Entscheidungen. Für Rend bedeutet diese Ordnung zugleich Privileg und Abhängigkeit: Seine Familie steht an der Spitze, weil Gul'dan sie dort haben will.

Rend und sein Bruder Maim gehören zum Blackrock-Clan, entwickeln aber eine eigene Gefolgschaft. Um ihre Loyalität zu Schwarzfaust sichtbar zu machen, schlagen sich die Krieger des späteren Black-Tooth-Grin-Clans einen Zahn aus. Das Zeichen verbindet persönliche Treue mit politischer Stellung.

Orgrims Machtübernahme

Nach Medivhs Tod fällt Gul'dan ins Koma. Orgrim Schicksalshammer nutzt den Augenblick, fordert Schwarzfaust heraus und tötet ihn. Rend verliert damit nicht nur seinen Vater, sondern die Aussicht, dessen Stellung in einer geordneten Nachfolge zu übernehmen. Orgrim wird Kriegshäuptling und zerschlägt den Schattenrat, lässt die Schwarzfaust-Brüder jedoch am Leben.

Rend akzeptiert Orgrims Führung aus Notwendigkeit, nicht aus Versöhnung. Sein Clan dient der Horde und bewacht wichtige Stellungen, darunter den Zugang am Dunklen Portal. Gleichzeitig bleibt die Erinnerung bestehen, dass Orgrim den Mann erschlagen hat, dessen Erbe Rend für sich beansprucht.

Rend und Maim im Zweiten Krieg

Die Brüder führen den Black-Tooth-Grin-Clan gemeinsam. Rend ist der sichtbarere Anführer, doch Maim steht an seiner Seite. Ihr Clan sichert Nachschub und Schlüsselorte der Horde, statt allein durch eine einzelne berühmte Schlacht hervorzutreten. Gerade diese Aufgaben geben ihnen Einfluss: Wer das Portal und Wege kontrolliert, hält die Verbindung zwischen den Fronten zusammen.

Während Orgrim gegen die Allianz zieht, trägt Rend daher eine doppelte Loyalität. Er kämpft für den Sieg der Horde, obwohl derselbe Kriegshäuptling seinen Vater getötet hat. Zugleich wahrt er eine eigene Machtbasis für die Zeit, in der Orgrims Herrschaft schwächer werden könnte.

Nach der Niederlage

Die Zerstörung des Dunklen Portals und Orgrims Gefangenschaft beenden Rends Anspruch nicht. Er und Maim ziehen sich mit Anhängern in die Schwarzfelsspitze zurück. Dort verbindet sich das Erbe der Alten Horde mit neuen Machtkämpfen. Rend nennt sich später Kriegshäuptling und behauptet, die wahre Nachfolge seines Vaters zu verkörpern.

Dieser Anspruch richtet sich gegen andere Vorstellungen von der Zukunft der Orcs. Während Thrall eine Horde aufbauen will, die sich von Gul'dans Verderbnis löst, hält Rend an Rang, Eroberung und der Autorität des Hauses Schwarzfaust fest.

Brüder im eroberten Schwarzfels

Nach dem Zweiten Krieg entkamen Rend und Maim der Gefangenschaft, übernahmen mit den Resten ihres Klans den Schwarzfels und warben weitere versprengte Gruppen für ihre neue Horde. Rend erklärte sich zum Kriegshäuptling. Die Brüder verachteten Orgrim nicht nur für den Tod ihres Vaters, sondern machten ihn auch für die Niederlage verantwortlich. Aus Trauer, gekränktem Erbanspruch und politischer Gelegenheit entstand eine Gegenordnung, die das Scheitern der alten Horde nicht überwinden, sondern rückgängig machen wollte.

Als Abgesandte Ner'zhuls später um Hilfe baten, verweigerte Rend sie. Er hielt den Schamanen für einen Feigling, der auf Draenor geblieben war, während andere den Krieg in Azeroth getragen hatten. Rend wartete lieber auf dessen Scheitern, um anschließend auch diese Überlebenden in die eigene Armee zu ziehen. Der Anspruch war damit längst größer als die Kontrolle über einen Berg: Er wollte Sammelpunkt aller verlorenen Teile der alten Horde werden.

Nefarian übernimmt die stärkere Hand

Dann kam Nefarian in den Schwarzfels. Der Sohn Todesschwinges stellte seine schwarze Drachenbrut an die Seite der Orcs und half, die Dunkeleisenzwerge aus den oberen Bereichen zu vertreiben. Maim starb, bevor die Brüder ihren Traum gemeinsam verwirklichen konnten. Rend blieb als Kriegshäuptling zurück, doch die Macht, die seinen Sitz gesichert hatte, beanspruchte nun die wirkliche Führung.

Rend erhielt Soldaten, Drachen und eine Bühne für seinen Titel. Nefarian erhielt eine ganze Horde, deren Angehörige für seine Experimente, seinen Krieg gegen Ragnaros und den Schutz des Pechschwingenhorts kämpften. Rend glaubte, das Bündnis stärke sein Erbe. Von außen sah es aus wie eine alte Wiederholung: Wieder trug ein Schwarzfaust den höchsten orcischen Titel, während eine mächtigere Gestalt hinter ihm die Richtung bestimmte.

Das Stadion des falschen Kriegshäuptlings

Im Schwarzfelsstadion verwandelte Rend seinen Herrschaftsanspruch in ein Schauspiel. Orcs drängten sich auf den Rängen, Lord Victor Nefarius beobachtete von der gegenüberliegenden Seite, und durch das Tor kamen Wellen aus Schwarzfaustsoldaten sowie chromatischer Drachenbrut. Die Eindringlinge sollten erschöpft werden, bevor der Kriegshäuptling selbst erschien. Für Nefarian war derselbe Kampf ein Versuchsfeld, auf dem seine neuen Geschöpfe unter echten Bedingungen starben oder sich bewährten.

Rend ritt schließlich auf Gyth in die Arena. Der ausgewachsene chromatische Drache verband Feuer, Frost und Säure in einem Körper und machte den Orc zum sichtbaren Herrn über Nefarians Schöpfung. Doch das Bild täuschte. Gyth war kein Erbstück des Hauses Schwarzfaust, sondern das Ergebnis der Experimente seines Meisters. Jeder Atemzug des Drachen erinnerte daran, wer Rends Macht erst möglich gemacht hatte.

Vaelastrasz bricht die Inszenierung

Das Siegel des Aufstiegs, mit dem die Helden die oberen Hallen betreten hatten, trug den Schutz des roten Drachen Vaelastrasz. In der Arena rief es eine Projektion des Drachen herbei. Vaelastrasz heilte die Erschöpften, stellte sich Gyth entgegen und zwang Rend mit seinem Feuer aus dem Sattel. Plötzlich standen Reittier und Reiter getrennt, und aus dem großen Auftritt wurden zwei verwundbare Gegner.

Rend kämpfte am Boden als erfahrener Klingenmeister weiter. Doch Gyth fiel, und mit ihm zerbrach das stärkste Bild seiner Herrschaft. Der Mann, der sich als wahrer Kriegshäuptling inszeniert hatte, konnte seinen Anspruch nicht mehr auf dem Rücken eines chromatischen Drachen tragen. Er starb in der Arena vor den Augen jener Anhänger, für die der Kampf seine Unbesiegbarkeit hätte beweisen sollen.

Thralls Champions und Moiras Nachricht

Nach Ragnaros' Niederlage richtete Moira Thaurissan ihren Blick auf die Dunkle Horde. Ihre Spione sorgten dafür, dass Berichte über Nefarians Bündnis mit Rend und die drakonischen Experimente Durotar erreichten. Thralls Horde konnte einen Gegenkriegshäuptling im Schwarzfels nicht dulden, erst recht nicht einen, der erneut Orcs an eine zerstörerische fremde Macht band.

Hordenchampions drangen in die Spitze ein, töteten Rend und verfolgten die Befehlskette bis in den Pechschwingenhort. Dort fiel auch Nefarian, dessen Kopf nach Orgrimmar gebracht wurde. Rend hatte gehofft, die versprengte alte Horde unter seinem Namen zu sammeln. Sein Ende kam durch die Horde, die er für schwach und falsch erklärt hatte, während sein drakonischer Meister denselben Feldzug ebenfalls nicht überlebte.

Das Erbe Schwarzfausts

Rends Geschichte macht deutlich, warum ein Sieg über einen Kriegshäuptling die politischen Linien der Horde nicht beendet. Clans erinnern sich an frühere Führer, Familien beanspruchen verlorene Stellung, und Loyalität folgt nicht automatisch demjenigen, der eine Schlacht gewinnt.

Er ist deshalb mehr als ein späterer Herr der Schwarzfelsspitze. Rend trägt die ungeklärte Frage des Ersten und Zweiten Kriegs weiter: Wem gehört die Horde, wenn die Macht des Schattenrats gebrochen ist, aber die Ordnung, die er geschaffen hat, in den Clans fortlebt?