Feuer vor der Erinnerung
Ragnaros war alt, als sterbliche Völker noch keine Namen für ihre Länder besaßen. In Azeroths elementarer Urzeit führte er das Feuer gegen Wasser, Erde und Luft und diente wie die anderen Elementarfürsten den Alten Göttern. Sein Reich bestand nicht aus friedlicher Herdwärme. Es war Feuer als Hunger: Lava, Asche, Ausbruch und die Gewalt, mit der Stein zu glühender Bewegung wird.
Die titanengeschmiedeten Heere besiegten die Elementare und bannten Ragnaros in die Feuerlande. Dort herrschte er von der Sulfuronfestung aus über Flammenwesen und jene, die in Zerstörung eine Form von Reinheit sahen. Die Grenze zwischen seinem Reich und Azeroth blieb jedoch dünn genug, dass Verzweiflung sie eines Tages aufreißen konnte.
Thaurissans letzter Zauber
Im Krieg der Drei Hämmer wurden die Dunkeleisenzwerge zwischen Bronzebärten und Wildhämmern geschlagen. Zauberthan Thaurissan wollte die Niederlage mit einer Beschwörung wenden. Er rief nach einer Macht, die seine Feinde vernichten sollte, und erhielt Ragnaros. Der Feuerfürst brach zu früh und mit solcher Gewalt in Azeroth hervor, dass Thaurissan starb und das Rotkammgebirge aufriss. Der Schwarzfels erhob sich aus der Verwüstung.
Ragnaros versklavte die überlebenden Dunkeleisenzwerge. Jahrhunderte später arbeiteten sie noch immer in seinem Schatten, manche aus Zwang, andere aus fanatischer Verehrung. Im Geschmolzenen Kern sammelte der Feuerfürst Kraft. Als Sterbliche ihn dort bezwangen, war er noch nicht vollständig in Azeroth verankert. Seine Niederlage verbannte ihn zurück in die Feuerlande, statt ihn endgültig zu töten.
Der Angriff auf Hyjal
Mit Todesschwinges Kataklysmus öffnete sich eine neue Gelegenheit. Ragnaros verbündete sich mit dem Schattenhammer und griff den Hyjal an. Sein Ziel war Nordrassil, der Weltenbaum, an dem Natur, Erinnerung und die Heilung einer alten Wunde zusammenliefen. Druiden der Flamme wechselten auf seine Seite. Sie sahen im Feuer nicht das Ende der Natur, sondern eine radikale Erneuerung, bei der nur das Starke aus der Asche zurückkehren sollte.
Malfurion Sturmgrimm, Cenarius, Hamuul Runentotem und die Wächter des Hyjal drängten den Angriff zurück. Doch eine bloße Verteidigung genügte nicht. Solange Ragnaros in seinem Elementarreich bestand, konnte er wiederkehren. Horde, Allianz und der Zirkel des Cenarius trugen den Krieg durch die Geschmolzene Front in die Feuerlande und bis vor die Sulfuronfestung.
Der Tod im eigenen Reich
Im letzten Kampf versuchte Ragnaros sich in die Lava zurückzuziehen. Seine Gegner banden ihn an die feste Oberfläche und zwangen den Feuerfürsten, sich ganz zu erheben. Dort fiel er in dem Reich, das seine Macht verankerte. Anders als im Geschmolzenen Kern bedeutete diese Niederlage den endgültigen Tod seiner Gestalt. Mit ihm brach auch die jahrhundertelange Versklavung der Dunkeleisenzwerge.
Feuer selbst starb nicht. Cenarius warnte, dass die elementare Macht eines Tages einen neuen Träger finden würde. Ragnaros war mehr als eine Flamme, aber nie das ganze Feuer. Darin liegt die Grenze seines Größenwahns. Er nannte sich das Ende der Sterblichen, doch am Ende blieb von ihm ein leerer Platz in einem Reich, das weiterbrannte. Die Welt hatte nicht das Feuer besiegt. Sie hatte nur verhindert, dass sein grausamster Herr jede Glut zu seinem Eigentum erklärte.