Die letzte Flucht nach Süden
Mit Orgrim in Gefangenschaft und der Stellung am Schwarzfels verloren, bleibt der Horde nur der Rückweg durch die Verwüsteten Lande. Für viele Orcs ist das Dunkle Portal mehr als eine militärische Anlage. Es ist die einzige bekannte Verbindung zu Draenor, zu zurückgelassenen Clans und zu einer Heimat, die sie unter Gul'dans Führung verlassen haben.
Die Allianz kann sich nach dem Sieg nicht mit der Rückeroberung des Südens begnügen. Solange das Portal offen steht, könnte eine weitere Armee hindurchkommen. Lothars Tod hat zudem jede Bereitschaft geschwächt, dem Feind Zeit zur Neuordnung zu lassen. Turalyon und Khadgar führen die Verfolgung bis an den Ort, an dem der Krieg begonnen hat.
Khadgar vor Medivhs Vermächtnis
Für Khadgar ist das Portal unmittelbar mit seinem ehemaligen Meister verbunden. Medivh half Gul'dan, die Verbindung zwischen Azeroth und Draenor zu öffnen. Khadgar hat den Wächter sterben sehen und trägt seitdem die Folgen von dessen Verrat. Nun steht er vor dem mächtigsten Werk dieser Zusammenarbeit.
Das Portal ist kein gewöhnliches Tor, das sich mit einem Schlüssel schließen lässt. Es wird durch Magie zwischen Welten gehalten. Khadgar setzt seine Kenntnisse ein, um die sichtbare Konstruktion und ihre Verankerung auf Azeroths Seite zu zerstören. Die Entscheidung verlangt nicht, Draenor selbst anzugreifen. Ihr unmittelbares Ziel ist, den Nachschub und Rückweg der Horde zu unterbrechen.
Das Ende des Zweiten Kriegs
Als das Bauwerk zusammenbricht, verlieren die Orcs auf Azeroth ihre Verbindung zur Heimat. Einige werden in den letzten Kämpfen getötet, viele gefangen genommen, andere bleiben in kleinen Gruppen verstreut. Für die Allianz bedeutet die Zerstörung, dass vorerst keine neue Invasionsarmee auf demselben Weg kommen kann.
Damit endet der Zweite Krieg. Es gibt keine gemeinsame Kapitulation aller Clans und keinen Friedensvertrag zwischen den Welten. Der Krieg hört auf, weil die Horde ihre Führung, ihre Stellungen und schließlich ihren Nachschubweg verloren hat. Die Gefangenen bleiben auf Azeroth, während die Orcs auf Draenor vom Ausgang des Feldzugs abgeschnitten sind.
Ein zerstörtes Tor, kein geheilter Riss
Khadgars Sieg vernichtet die Verbindung nicht vollständig. Der Riss zwischen Azeroth und Draenor bleibt im Gewebe der Magie bestehen. Wo das Portal stand, erinnern Ruinen und verändertes Land daran, dass zwei Welten gewaltsam miteinander verbunden wurden. Später kann dieser Riss erneut geöffnet werden.
Auch die Verwüsteten Lande heilen nicht mit dem Fall des Bauwerks. Die Energien des Portals haben den einstigen Schwarzen Morast verändert. Der Ort, an dem die Horde ankam, bleibt dadurch sichtbar in Azeroths Landschaft eingeschrieben.
Die offene Frage nach den Besiegten
Nach dem Sieg muss die Allianz entscheiden, was mit den gefangenen Orcs geschieht. Eine Rückkehr nach Draenor ist nicht möglich, eine Freilassung erscheint nach zwei Kriegen undenkbar, und eine vollständige Tötung der Besiegten widerspricht dem Selbstbild vieler Sieger. Aus dieser Lage entstehen die Internierungslager.
Die Zerstörung des Portals beendet daher eine Invasion, nicht die gemeinsame Geschichte von Orcs und Menschen. Beide Völker bleiben auf derselben Welt. Kinder wie Thrall wachsen mit den Folgen eines Kriegs auf, dessen Anfang sie nicht selbst gewählt haben. Das geschlossene Tor verschiebt den Konflikt von der Front in die Frage, wie Sieger und Besiegte miteinander leben sollen.