Ehre und StärkeBlackmoore
Nefarian
Charakter

Nefarian

Todesschwinges Sohn wollte im Schwarzfels einen besseren Drachenschwarm erschaffen. Nefarians Spott verbarg eine Obsession: Leben galt ihm nur als Material für den nächsten Versuch.

Der Lord des oberen Berges

Nefarian war Todesschwinges Sohn und Onyxias älterer Zwillingsbruder. Wo seine Schwester sich in Sturmwinds Hof setzte, wählte er den Schwarzfels. In menschlicher Gestalt nannte er sich Lord Victor Nefarius. Er verbündete sich mit Dal'rend Schwarzfaust und machte die Dunkle Horde im oberen Teil des Berges zu seiner Armee.

Tief unter ihm herrschte Ragnaros über Dunkeleisenzwerge und Feuer. Zwischen beiden Mächten tobte ein Krieg um denselben Berg. Nefarian beobachtete ihn gern von oben, als wäre jede Schlacht eine Vorführung zu seiner Unterhaltung. Doch der Spott verdeckte einen ernsten Zweck. Er brauchte Soldaten, Eier und Gefangene für ein Werk, mit dem er selbst Todesschwinges frühere Versuche übertreffen wollte.

Ein Schwarm aus geraubtem Blut

Nefarian ließ junge Drachen anderer Schwärme entführen und nahm Blut aus lebenden Körpern. Er mischte die Eigenschaften roter, blauer, grüner, bronzener und schwarzer Drachen. Daraus sollten chromatische Drachen entstehen, die jede Kraft in sich vereinten und nur ihm gehorchten.

Die meisten Versuche starben, misslangen oder lebten als instabile, künstlich gealterte Wesen weiter. Für Nefarian war ihr Leiden kein Gegenargument, sondern eine Zahl auf dem Weg zum Erfolg. Er verstand Schöpfung als Verbesserung durch Zerlegung. Ein Lebewesen besaß in seinen Hallen keine eigene Zukunft; es war ein Behälter für Merkmale, die sich einem nützlicheren Entwurf entreißen ließen.

Der erste Tod

Streiter drangen durch die Schwarzfelsspitze, zerschlugen die Dunkle Horde und erreichten den Pechschwingenhort. Dort standen sie den Ergebnissen von Nefarians Arbeit gegenüber. Chromatische Drachen und verdrehte Brut sollten beweisen, dass seine Grausamkeit zu einer überlegenen Ordnung geführt hatte.

Am Ende fiel Nefarian selbst. Sein Kopf wurde als Zeichen des Sieges fortgetragen. Die Labore blieben zurück, voller Körper, die seinen Namen länger trugen als sein Reich. Doch im schwarzen Schwarm bedeutete Tod nicht, dass ein nützlicher Versuch beendet sein musste.

Der Forscher als Untoter

Nach dem Kataklysmus erweckte der Schattenhammer Nefarian mit Leerenmagie. Todesschwinge beauftragte ihn, im Pechschwingenabstieg eine neue Generation chromatischer Drachen zu schaffen. Nefarian kehrte ausgerechnet in jener Form zurück, die seine Haltung zu anderen immer vorweggenommen hatte: als wiederverwendeter Körper für den Plan eines Mächtigeren.

Er lernte daraus kein Mitgefühl. Maloriak, Atramedes, Chimaeron und weitere Geschöpfe zeigten, wie viel weiter seine Experimente gingen. Auch Onyxias Kopf und Körper wurden zusammengefügt. Nefarian ließ Elektrizität durch seine tote Schwester jagen und stellte sie neben sich in den Kampf. Familie war für ihn am Ende nur besonders wertvolles Material.

Was von den Laboren blieb

Nefarian und Onyxia wurden erneut getötet. Jahre später versuchten Diener N'Zoths, ihre Überreste ein weiteres Mal zu erheben und dafür Wrathions Essenz zu benutzen. Wrathion ließ die Reste vernichten und nahm schwarze Schuppen für den Schutz gegen den Alten Gott. Damit wurde Material aus Nefarians Laboren gegen jene Verderbnis gewendet, der seine Familie gedient hatte.

Nefarian ähnelt Todesschwinge nicht nur durch Wahnsinn und Abstammung. Beide hielten Kontrolle für eine höhere Form des Lebens. Der Sohn gab dieser Überzeugung den Ton eines gelangweilten Gastgebers, der jeden Tod kommentiert, als sei er bloß ein misslungener Versuch. Gerade dieser Spott macht ihn nicht kleiner, sondern entlarvt ihn. Nefarian wollte Schöpfer sein, konnte aber nichts entstehen lassen, ohne ihm zuvor das Recht zu nehmen, etwas Eigenes zu werden.