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Vaelastrasz der Verdorbene
Bosse

Vaelastrasz der Verdorbene

Vaelastrasz war ein junger Drache des roten Schwarms, der Nefarians Spuren bis in den Schwarzfels verfolgte. Dort wurde aus dem Helfer ein Gefangener. Seine letzte freie Entscheidung bestand darin, seine verbleibende Lebenskraft an jene weiterzugeben, die seinen Peiniger erreichen konnten.

Ein junger Drache des Lebens

Vaelastrasz gehörte zum roten Drachenschwarm, den Alexstrasza mit dem Schutz allen Lebens betraut hatte. Unter den großen Namen seines Volkes wirkte er zunächst beinahe unscheinbar: kein Aspekt, kein uralter Heerführer, sondern ein junger Drache, der sich einmischte, wenn andere Wesen bedroht wurden. Gerade darin folgte er dem Wesen seines Schwarms. Die Roten verstanden Leben nicht als Besitz, sondern als etwas, das auch dort verteidigt werden musste, wo niemand ihren Namen kannte.

In sterblicher Gestalt nannte er sich Vaelan. So begegnete er Reisenden, ohne sie durch die Größe eines Drachen zu überwältigen. Während der Suche nach dem Szepter der Sandstürme bewahrte er einen Teil des roten Szepterfragments. Das Szepter war nötig, um die Tore von Ahn'Qiraj erneut zu öffnen. Vaelastrasz wusste deshalb, dass sein Auftrag weit über einen einzelnen Drachenschwarm hinausreichte: Hinter der Mauer von Silithus warteten die Qiraji und C'Thun auf eine Gelegenheit zur Rückkehr.

Auf Nefarians Spur

Zur selben Zeit arbeitete Nefarian im Schwarzfels an einer anderen Form von Krieg. Der Sohn Todesschwinges betrachtete die übrigen Drachenschwärme als Material für seine Versuche. In seinen Laboren verband er deren Eigenschaften, erschuf den chromatischen Drachenschwarm und machte aus lebenden Wesen Werkzeuge. Vaelastrasz verfolgte ihn, weil solche Experimente allem widersprachen, wofür der rote Schwarm stand. Wo Nefarian Leben ordnen, züchten und brechen wollte, sah Vaelastrasz einzelne Geschöpfe, die gerettet werden mussten.

Die Jagd führte ihn tief in den Schwarzfels. Dort half er, die Folgen der schwarzen Drachen und der Dunkeleisenzwerge einzudämmen. Doch der Berg war Nefarians Reich. Hinter seinen Toren lagen nicht nur Soldaten, sondern Labore, Fesseln und eine Macht, die selbst Drachen zu Gefangenen machen konnte. Vaelastrasz drang weiter vor, als seine Verbündeten ihm folgen konnten. Nefarian überwältigte ihn und brachte ihn in den Pechschwingenhort.

Der Gefangene im Pechschwingenhort

Nefarian tötete Vaelastrasz nicht. Ein toter Drache hätte ihm weniger Nutzen gebracht als ein gebrochener. Er quälte den Roten, setzte ihn seiner verderbenden Magie aus und zwang dessen Zorn gegen jene, denen Vaelastrasz helfen wollte. Die Bezeichnung der Verdorbene beschreibt daher keine freiwillige Abkehr von Alexstrasza. Sie bezeichnet den Zustand eines Gefangenen, dessen Körper und Wille Stück für Stück übernommen wurden.

Als Eindringlinge den Hort erreichten, gewann Vaelastrasz für wenige Augenblicke die Kontrolle zurück. Er erklärte, was geschehen war, und wusste, dass keine Heilung mehr auf ihn wartete. Die Verderbnis hatte sein Inneres erreicht. Statt um Rettung zu bitten, gab er den Kämpfenden die Essenz des Roten. Diese Lebenskraft verlieh ihnen für kurze Zeit außergewöhnliche Macht. Vaelastrasz machte aus dem, was Nefarian gegen ihn gerichtet hatte, noch einmal eine Gabe.

Ein Kampf ohne sauberen Sieg

Die Kontrolle hielt nicht. Vaelastrasz griff seine eigenen Verbündeten an, obwohl ein Teil von ihm verstand, was er tat. Sein Tod war deshalb kein gewöhnlicher Sieg über einen Wächter des Hortes. Er war das Ende einer Rettung, die zu spät gekommen war. Die Eindringlinge mussten den Drachen töten, dem sie den Weg zu Nefarian verdankten. Erst danach konnten sie tiefer in die Festung vordringen und die Versuche des schwarzen Drachenschwarms beenden.

Diese Begegnung zeigt Nefarians Grausamkeit deutlicher als jedes seiner Experimente. Er wollte nicht nur Körper verändern. Er zwang einen Beschützer, sein eigenes Ideal zu verletzen. Vaelastrasz blieb ihm dennoch nicht vollständig ausgeliefert. Die letzten freien Minuten genügten, um seinen Gegnern Wissen, Kraft und einen Auftrag zu hinterlassen. Nefarian gewann den Körper, aber nicht die Bedeutung seiner letzten Handlung.

Das Vermächtnis des roten Drachen

Nach Nefarians Fall blieb Vaelastrasz als einer jener Namen in Erinnerung, an denen der Preis des Schwarzfelskrieges sichtbar wird. Seine Geschichte verbindet den Kampf um Ahn'Qiraj mit dem Pechschwingenhort: Ein Drache, der ein Fragment für den kommenden Krieg bewahrte, fiel einem anderen Feind zum Opfer, bevor das Tor im Süden geöffnet wurde. Die Bedrohungen dieser Zeit standen nicht getrennt nebeneinander. Jede Suche kostete Verbündete, die an anderer Stelle fehlen konnten.

Für den roten Drachenschwarm war sein Tod zugleich eine Wiederholung älterer Wunden. Schon die Drachenmaw hatten Alexstrasza und ihre Kinder versklavt. Nefarian setzte diese Geschichte mit anderen Mitteln fort. Vaelastrasz erinnert daran, dass der Schutz des Lebens nicht nur in großen Schlachten stattfindet. Manchmal besteht er in einer letzten Entscheidung, getroffen in einem Raum, aus dem der Handelnde selbst nicht mehr zurückkehren wird.