Hohepriesterin der Aldor
Ishanah ist eine draenische Priesterin und die Anführerin der Aldor. Dieser alte Orden bewahrte heilige Stätten und Altäre der Draenei. Nach der Zerstörung Draenors sammelten sich seine Überlebenden in Shattrath unter dem Schutz der Sha'tar, einer Gruppe von Naaru um A'dal. Von der Aldorhöhe aus betreute Ishanah nicht nur Gläubige, sondern führte eine Fraktion, die Verwüstung, Völkermord und den Verlust ihrer Heimat überstanden hatte.
Die Aldor standen in Shattrath den Sehern gegenüber, Blutelfen, die sich von Kael'thas losgesagt hatten. Beide dienten A'dal, blieben aber durch Herkunft und frühere Kriege getrennt. Ishanahs Aufgabe bestand deshalb zugleich aus geistlicher Führung, militärischer Organisation und politischer Vermittlung. Als Velen nicht verfügbar war, vertrat sie draenische Interessen sogar im Bündnis der Allianz.
Kein Licht aus Rache
Als Maiev Schattensang in Shattrath Unterstützung gegen Illidan Sturmgrimm suchte, zweifelte Ishanah an ihren Motiven. Sie erkannte in Maievs Jagd nicht allein den Wunsch nach Gerechtigkeit, sondern eine persönliche Besessenheit von Rache. Deshalb verweigerte sie die Hilfe der Aldor und widersprach der Vorstellung, man müsse selbst in die Dunkelheit gehen, um sie zu bekämpfen.
Diese Haltung beschreibt Ishanahs Glauben genauer als bloße Frömmigkeit. Das Licht ist für sie kein Freibrief für jedes Mittel. Gerade nach den Verbrechen an den Draenei sollte ihre Gemeinschaft nicht aus Hass handeln. Das machte sie nicht passiv: Gegen Kael'thas, Dämonen und Verräter setzte sie militärische Gewalt ein, doch sie verlangte einen Zweck, der über persönliche Vergeltung hinausging.
Aldor gegen Kael'thas
Während des Feldzugs in der Scherbenwelt nahm Ishanah jene Abenteurer auf, die sich den Aldor anschlossen. Sie ließ entweihte Altäre reinigen und teuflische Rüstungsteile im Licht auflösen. In Nethersturm untersuchten Exarch Orelis und Anachoreten im Auftrag der Aldor die Streitkräfte Kael'thas'. So verband Ishanah religiöse Reinigung mit einem Nachrichtendienst gegen den Blutelfenprinzen und seine Verbündeten.
Der Krieg wurde für sie persönlich, als ihr ehemaliger Schüler Kaylaan dem Eredar Socrethar verfiel. Ishanah erschien an Socrethars Sitz und bot sich im Austausch für Kaylaan an. Socrethar tötete sie, doch Kaylaan brachte seine Lehrerin noch einmal ins Leben zurück und wurde daraufhin selbst ermordet. Nach Socrethars Niederlage konnte Ishanah ihren Schüler nicht retten. Sein Opfer blieb für sie ein schmerzhafter Beweis, dass Rückkehr zum Licht möglich war, aber nicht jede Schuld ohne Preis endete.
Stimme der Draenei in der Allianz
Nach dem Kataklysmus reiste Ishanah nach Darnassus und nahm Velens Platz bei der Abstimmung über die Aufnahme von Gilneas in die Allianz ein. Damit trat sie außerhalb Shattraths als politische Repräsentantin ihres Volkes auf. Ihre Stimme verband die Erfahrungen der Exodar-Draenei mit einem Bündnis, dessen menschliche und elfische Reiche ihre eigenen Verluste bewältigten.
Ishanah war dabei keine Herrscherin der Draenei. Ihre Autorität stammte aus dem Vertrauen in eine Hohepriesterin, die eine große Gemeinschaft führte und Velens Grundsätze verstand. Gerade diese Rolle erklärt, weshalb sie später an mehreren Wendepunkten zwischen spiritueller und weltlicher Verantwortung erscheint.
Das Priesterkonklave und Argus
Während der dritten Invasion der Brennenden Legion kam Ishanah zum Netherlichttempel. Dort half sie, die dunkle Naaru Saa'ra wieder dem Licht zuzuwenden, und schloss sich dem Konklave an, in dem Priester verschiedener Traditionen gemeinsam kämpften. Sie diente dem neuen Hochpriester als Heldin, verteidigte den Tempel und nahm an der Schlacht um die Exodar teil.
Später arbeitete sie auf der Vindicaar über Argus und trug T'uure, das Leuchtfeuer der Naaru, als die Ordenshelden die Verderbnis aus Sargeras' Schwert zogen. Nach dem Tod Calia Menethils bei der Zusammenkunft in Arathi bemerkte Ishanah, dass deren Körper nicht verweste, und führte Anduin zur Naaru Saa'ra. Sie war damit auch an jener ungewöhnlichen Wiederbelebung durch das Licht beteiligt, die Calias Verhältnis zu den Verlassenen prägen sollte.
Erinnerung, Opfer und das Sonnenbrunnenplateau
Jahre später kehrte Ishanah für das Tishamaat-Fest zur Exodar zurück. Wie andere Draenei brachte sie einen Erinnerungsstein mit. Ihre Erinnerung galt Kaylaans Opfer. So blieb eine Geschichte aus Nethersturm Teil der kulturellen Erneuerung eines Volkes, das seine Verluste nicht vergessen, aber auch nicht ausschließlich durch sie bestimmt werden wollte.
Während der Ereignisse um Midnight kämpfte Ishanah in der Vorhut des Lichts gegen den Verschlingenden Wirt auf Quel'Danas. Der Weg von der Aldorhöhe bis zum Sonnenbrunnen zeigt ihre beständige Funktion: Sie steht dort, wo das Licht nicht nur verehrt, sondern gegen Verderbnis verteidigt und nach schweren Verlusten neu verstanden werden muss.