Ehre und StärkeBlackmoore
Aldor
Organisation

Aldor

Die Aldor bewahrten als draeneiische Priester heilige Orte, verloren Shattrath an die Orcs und bauten es unter A'dal neu auf. Ihr Dienst am Licht verlangte später sogar Frieden mit einstigen Blutelfenfeinden.

Hüter der draeneiischen Heiligtümer

Die Aldor entstanden nicht als Partei in Shattraths späterem Streit. Sie waren ein draeneiischer Priesterorden, ursprünglich unter Velens Führung, und wachten über Altäre und heilige Stätten. Auf Draenor gaben sie dem Licht feste Orte in einer Heimat, die selbst aus dem Exil entstanden war. Ihre Priester sollten nicht nur beten. Sie sollten Erinnerung, Zuflucht und die Verbindung zu den Naaru schützen, auf der das Überleben ihres Volkes beruhte.

Diese Aufgabe verlieh ihnen Ansehen, machte sie aber auch zu sichtbaren Zielen. Ein Heiligtum ist ein Versprechen, dass Schutzsuchende dort Zuflucht finden; fällt es, wird aus dem Versprechen eine Anklage gegen seine Hüter. Die Aldor lernten diese Wahrheit in Shattrath. Als die von der Legion verführten Orcs ihren Vernichtungskrieg gegen die Draenei führten, wurde die Stadt zum Schauplatz der letzten und härtesten Schlacht.

Die Nacht nach Shattraths Fall

Die Aldor konnten Shattrath nicht halten. Die Verteidiger wurden überwältigt, die Stadt zerstört und die Überlebenden in eine Welt aus Ruinen und verstreuten Zufluchten gedrängt. Für einen Orden, dessen Name mit Bewahrung verbunden war, bedeutete die Niederlage mehr als militärischen Verlust. Jeder zerbrochene Altar und jeder tote Flüchtling stellte die Frage, ob ihr Licht nur in sicheren Zeiten geleuchtet hatte.

Dennoch verschwanden die Aldor nicht. Sie kehrten in die Ruinen zurück und hielten ihre Riten in einem Tempel der Unterstadt ab. Später diente der Ort als Lazarett für verletzte Flüchtlinge. Damit änderte sich die Bedeutung des Heiligtums. Es war nicht länger der unberührte Beweis einer geordneten Heimat. Zwischen Schutt und Wunden wurde es zu einem Raum, in dem Schutz gerade deshalb zählte, weil die alte Sicherheit verloren war.

A'dals Ankunft und der Wiederaufbau

Als A'dal und die Sha'tar nach Shattrath kamen, sammelten sich die Kräfte des Lichts erneut in der Stadt. Die Aldor gewannen Hoffnung und Einfluss zurück. Unter Hohepriesterin Ishanah bezogen sie die Aldorhöhe und beteiligten sich am Wiederaufbau. Ihre erhöhte Terrasse blickte über eine Stadt, die nun Angehörige vieler Völker aufnehmen sollte, nicht nur Draenei. Die frühere heilige Wache wurde Teil eines größeren Bündnisses gegen die Brennende Legion.

Aldorkrieger unterstützten auch die ersten Kräfte aus Azeroth am wieder geöffneten Dunklen Portal. In Nethersturm, Schattenmondtal und anderen Gebieten jagte der Orden Diener der Legion, sicherte heilige Orte und half Flüchtlingen. Die Lichtwächter schützten zuerst die Priesterschaft und suchten zugleich Feinde des Lichts. Darin blieb eine Spannung: Wachsamkeit konnte Leben retten, aber nach dem Untergang Shattraths konnte jeder Fremde zu leicht wie der Beginn des nächsten Verrats erscheinen.

Die Seher auf der anderen Terrasse

Diese Angst bekam ein Gesicht, als Voren'thal und seine Blutelfen Kael'thas verließen und sich A'dal ergaben. Aus ihnen wurden die Seher. Viele Aldor hatten unter Blutelfen gelitten, die in der Scherbenwelt Illidan oder Kael'thas dienten. Nun sollten ehemalige Gegner innerhalb derselben Stadt leben und ebenfalls um A'dals Vertrauen werben. Aus berechtigter Erinnerung wuchs eine erbitterte Rivalität um Einfluss, Aufgaben und die Frage, wer den Kampf gegen die Legion glaubwürdiger führte.

A'dal duldete keinen offenen Krieg zwischen den beiden Gruppen. Die Aldor mussten eine Form des Friedens akzeptieren, obwohl Vergebung und Vertrauen nicht einfach befohlen werden konnten. Streiter aus Azeroth entschieden sich häufig für eine der beiden Seiten und vertieften dadurch den Wettbewerb. Doch beide Fraktionen bekämpften letztlich dieselben Feinde. Die Seher brachten Kenntnisse über Kael'thas und arkane Anlagen ein, während die Aldor Erfahrung, Glauben und lange Verwurzelung in Shattrath besaßen.

Glaube nach der Niederlage

Die Aldor blieben A'dal und den Sha'tar verbunden. Ihr bedeutendster Sieg liegt nicht in einem einzigen Feldzug, sondern im Fortbestand einer Gemeinschaft, die Shattraths Fall überlebte und dennoch wieder Verantwortung übernahm. Sie heilten, bewachten, kämpften und hielten ihre Rituale an einem Ort aufrecht, dessen Steine sie täglich an das frühere Versagen erinnerten. Das Licht wurde für sie nicht dadurch wahr, dass es jede Niederlage verhinderte, sondern dadurch, dass es nach der Niederlage noch zu einer Handlung rief.

Auch die Rivalität mit den Sehern gehört zu dieser Prüfung. Die Aldor mussten lernen, dass Treue zum Licht nicht automatisch bedeutet, allein über seinen rechtmäßigen Dienst zu entscheiden. Ehemalige Feinde konnten sich ändern, ohne dass die Toten vergessen werden mussten. So erzählt der Orden von einer schweren Form des Wiederaufbaus: Mauern lassen sich mit Stein erneuern, ein Heiligtum mit Gebeten. Eine Stadt wird jedoch erst dann wieder Heimat, wenn ihre Hüter Schutz nicht nur denen gewähren, deren Vergangenheit ihnen keine Angst macht.