Othaar vor dem Verrat
Bevor er Socrethar hieß, war Othaar ein angesehener Draenei und Kämpfer des Lichts. In der Hauptzeitlinie gehörte er zu den Verteidigern seines Volkes. Seine größte Schwäche war nicht mangelnde Kraft, sondern Stolz. Anerkennung bestätigte ihm, dass er zu Großem bestimmt sei, bis Dienen und Führen in seinem Denken kaum noch voneinander zu trennen waren.
Der Name Socrethar bezeichnet die Gestalt nach seiner Hinwendung zur Brennenden Legion. Teufelsmacht machte aus dem Draenei einen Man'ari und aus einem Beschützer einen Herrn über Dämonen. Die Verwandlung erschuf seinen Ehrgeiz nicht aus dem Nichts. Sie gab ihm eine Ordnung, in der Überlegenheit keine innere Versuchung mehr war, sondern als kosmische Wahrheit belohnt wurde.
Der Herr im Nethersturm
Als die Scherbenwelt von Portalen und arkanen Stürmen zerrissen war, führte Socrethar Legionskräfte im Nethersturm. Auf einer schwebenden Insel errichtete er seinen Sitz. Von dort befehligte er Man'ari, Zornwächter und andere Dämonen, während Kael'thas' Truppen und die Legion ihre Interessen in der Region verbanden.
Aldor und Seher erkannten die Zusammenarbeit und beschlossen, Socrethar zu stürzen. Selbst Kaylaan, ein verlorener Draenei in seiner Nähe, wurde Teil des Konflikts. Socrethars Macht isolierte ihn nicht von seinem früheren Volk; sie zwang ehemalige Brüder, den Verräter als militärisches Ziel zu behandeln. An seinem Sitz wurde er besiegt, und sein Weg in der Hauptzeitlinie endete dort.
Ein anderes Draenor, derselbe Stolz
Auf dem alternativen Draenor saß Othaar im Rat der Exarchen. Nach außen trug er Licht und Autorität, im Verborgenen diente er bereits der Legion. Er sammelte die Sargerei, Draenei, die sich von Sargeras Macht, Unsterblichkeit und einen Platz unter den künftigen Siegern versprachen.
Dieser Socrethar hatte nicht nur sein eigenes Volk verlassen. Er baute innerhalb seiner vertrauten Ordnung eine zweite auf. Er ließ Hataaru ermorden, versuchte Maladaar der Eisernen Horde auszuliefern und nutzte das Vertrauen eines Exarchen, um jeden Verdacht als Angriff auf die Gemeinschaft erscheinen zu lassen. Verrat war hier keine offene Flucht, sondern jahrelange Arbeit mit dem Schlüssel zu denselben Hallen.
Die Seele in der Maschine
Als seine Taten aufgedeckt wurden, kämpfte Socrethar in Auchindoun. Seine körperliche Gestalt wurde besiegt, doch seine Seele war an ein seelengebundenes Konstrukt gekoppelt. Er versuchte, den mechanischen Leib zu übernehmen und den Tod in einen Wechsel des Gefäßes zu verwandeln. Auchenai entrissen ihm die Kontrolle und zwangen den Geist hinaus.
Die Maschine zeigte, was sein Verrat im Innersten suchte. Socrethar wollte nicht nur stärker sein als andere. Er wollte jede Begrenzung des eigenen Körpers überwinden, während die Seelen anderer als Brennstoff und Bauteile dienten. Unsterblichkeit war in dieser Vorstellung kein längeres Leben mit Verantwortung, sondern das Recht, immer ein neues Gefäß zu beanspruchen.
Das Ende in der Höllenfeuerzitadelle
Die Legion fing Socrethars vertriebenen Geist auf und band ihn erneut an das Konstrukt. In der Höllenfeuerzitadelle stellte er sich den Angreifern ein letztes Mal entgegen. Während des Kampfes wechselte die Kontrolle über die Maschine, bis seine Seele schließlich vom Wirbelnden Nether verzehrt wurde.
Hauptzeitlinie und alternatives Draenor dürfen an diesem Punkt nicht zusammengelegt werden. Der Socrethar des Nethersturms gründete nicht nachweislich die Sargerei und starb nicht im seelengebundenen Konstrukt; diese Ereignisse gehören zu Othaars anderem Weg. Die Parallele liegt tiefer. In beiden Welten genügte Othaar die Würde eines Beschützers nicht. Er wollte eine Größe, die niemand begrenzen konnte, und trat dafür in eine Legion ein, die jedem Diener Macht versprach, solange dessen Wille am Ende Sargeras gehörte.