Ehre und StärkeBlackmoore
Eredar
Volk

Eredar

Die Eredar verbanden auf Argus Kunst, Magie, Wissenschaft und Technik. Sargeras spaltete sie in die fliehenden Draenei und die Man'ari der Legion; selbst diese Grenze wird heute neu geprüft.

Das leuchtende Argus

Die Eredar entstanden vor ungezählten Jahrtausenden auf Argus. Ihre Begabung für Magie war keine einzelne Kunst neben anderen. In Eredath verbanden sich Wissenschaft, Baukunst, Zauber und Technik zu einer Zivilisation, deren Wege von kostbaren Mineralien gesäumt waren und deren Flüsse selbst im Dunkel glänzten. Argunit und der geheimnisvolle Ata'mal-Kristall nährten diesen Aufstieg.

Velen, Kil'jaeden und Archimonde gehörten zu den prägenden Führern dieser Welt. Sie standen nicht als spätere Sinnbilder von Anfang an fest. Velen und Kil'jaeden waren einander eng verbunden; Archimonde hatte zuvor den Dämonenbeschwörer Thal'kiel verraten und damit Argus vor einem Umsturz geschützt. Die Personen, die später Flucht und Verderbnis verkörperten, hatten einst dieselben Städte bewahrt.

Ein Geschenk, das eine Welt teilte

Sargeras erschien den Eredar mit dem Angebot grenzenlosen Wissens und gewaltiger Macht. Kil'jaeden und Archimonde nahmen an. Velen sah in einer Vision die brennenden Welten, die hinter dem Glanz lagen. Als er am Ata'mal-Kristall um Führung bat, antwortete K'ure und bot jenen einen Fluchtweg, die selbst ablehnen wollten.

Ein Teil des Volkes erreichte die Genedar und nannte sich fortan Draenei, die Verbannten. Die Zurückgebliebenen wurden von Sargeras' Teufelsmacht zu Man'ari gemacht. Das Wort bezeichnete für die Draenei etwas Unnatürliches, eine Trennung, die zugleich körperlich, politisch und familiär war. Aus Nachbarn wurden Jäger und Gejagte.

Die Denker der Brennenden Legion

Man'ari Eredar wurden zu Befehlshabern, Hexenmeistern und Strategen der Legion. Eredun, einst Sprache eines Volkes, wurde zur gemeinsamen Sprache des Dämonenheers. Archimonde führte Invasionen mit offener Zerstörung; Kil'jaeden formte Völker durch Täuschung und verfolgte Velen mit einer Wut, in der kosmischer Krieg und persönlicher Verrat untrennbar wurden.

Die Jagd erreichte Draenor. Kil'jaeden benutzte Orcs, um die Draenei beinahe auszulöschen, und machte so ein zweites Volk zum Werkzeug einer Auseinandersetzung, die auf Argus begonnen hatte. Später griff die Legion Azeroth wiederholt an. Hinter vielen Dämonenheeren stand damit die verdrehte Begabung einer Kultur, deren größte Stärke einst darin gelegen hatte, Wissen und Schöpfung miteinander zu verbinden.

Heimkehr auf eine besetzte Welt

Die Draenei bewahrten Teile der eredarischen Kultur auf ihrer Flucht, aber nie unverändert. Jede neue Heimat fügte Sprache, Glauben und Verlust hinzu. Auf Argus waren zugleich Krokul zurückgeblieben, die der Legion widerstanden hatten und für Velens lange Abwesenheit einen anderen Preis bezahlt hatten als die Flüchtenden.

Beim Feldzug gegen Antorus kehrten Velen und seine Verbündeten auf die zerstörte Welt zurück. Kil'jaeden und Archimonde waren gefallen, Sargeras wurde gebannt und die Macht der Legion gebrochen. Der Sieg stellte Argus nicht wieder her. Eredath blieb schön genug, um sichtbar zu machen, was verloren war, und verwundet genug, um jede einfache Heimkehr zu verweigern.

Kann ein Man'ari wieder Verwandter sein?

Nach Sargeras' Niederlage baten Man'ari unter Arzaal um die Möglichkeit der Sühne. Sie sicherten den Splitter Strahlender Stern und stellten sich Velens Urteil. Der Prophet nahm die Büßer bei den Draenei auf. Nur wenige kamen zunächst nach Azeroth, nicht allein aus Misstrauen gegen sie, sondern weil ihre Gegenwart bei den Überlebenden alte Wunden aufreißen konnte.

Diese Aufnahme löscht keine Beteiligung an Jahrtausenden des Mordens. Sie verändert aber die Bedeutung des Namens Eredar. Er bezeichnet nicht nur eine unschuldige Vergangenheit vor Sargeras und auch nicht nur Dämonen der Legion. Draenei, Krokul und reuige Man'ari tragen verschiedene Folgen derselben Spaltung. Ob daraus je wieder ein gemeinsames Volk entsteht, entscheiden nicht Blut oder frühere Gestalt. Es entscheidet sich in der langsamen Arbeit, Verantwortung zu tragen, ohne Vergebung als weitere geschuldete Gabe zu verlangen.