Ehre und StärkeBlackmoore
Seher
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Seher

Die Seher sind Blutelfen, die unter Voren'thal Kael'thas verließen und vor A'dal die Waffen senkten. In Shattrath mussten sie beweisen, dass Abkehr mehr ist als ein neuer Eid und frühere Feinde zu Verbündeten werden können.

Ein Befehl gegen Shattrath

Voren'thal der Seher war ein alter Magister und Berater Kael'thas', als der Prinz seine Blutelfen in die Scherbenwelt führte. Viele folgten ihm, weil Quel'Thalas zerstört und der magische Hunger unerträglich geworden war. Kael'thas und Illidan gaben Voren'thals Truppe schließlich den Auftrag, Shattrath anzugreifen. Für die Soldaten war es zunächst ein weiterer Befehl auf dem Weg zu jener Zukunft, die ihr Prinz versprochen hatte.

Doch Voren'thal sah voraus, dass Kael'thas' Weg in Verderben enden werde. Die Armee marschierte vor Shattraths Mauern und griff nicht an. Ihr Anführer trat vor A'dal, kniete nieder und bot den Naaru den Dienst seiner Leute an. Aus Sonnenzornkriegern wurden die Seher. Der Name bezeichnete nicht nur Voren'thals Blick in eine mögliche Zukunft. Er stellte eine Aufgabe an alle: die Wahrheit über den geliebten Prinzen zu sehen, obwohl sie das eigene bisherige Leben verurteilte.

Die Höhe neben den Aldor

Shattrath nahm die Überläufer auf und gab ihnen eine eigene Höhe. Auf der benachbarten Aldorhöhe lebten Draenei, deren Priester von denselben Blutelfen und ihren Gefährten verfolgt worden waren. A'dals Schutz konnte Erinnerung nicht auslöschen. Viele Aldor betrachteten die Seher als Täter, die rechtzeitig die Seite gewechselt hatten, und manche Seher reagierten auf Misstrauen mit dem Stolz ihrer alten magischen Kultur.

Offene Gewalt blieb verboten, Konkurrenz nicht. Beide Gruppen warben um Einfluss und die Gunst der Sha'tar. Das Nebeneinander war unbequem, aber gerade deshalb bedeutsam. Versöhnung bestand nicht darin, den Geschädigten schnelles Vergessen abzuverlangen. Die Seher mussten unter den Blicken jener leben, deren Leid Teil ihrer Vorgeschichte war, und täglich durch ihre Arbeit zeigen, dass das Knien vor A'dal mehr als eine taktische Rettung gewesen war.

Die Wahrheit über den Prinzen

Anfangs hofften die Seher, Kael'thas könne sich von Illidan lösen und ebenfalls nach Shattrath kommen. Der Prinz antwortete auf das Angebot mit dem Vorwurf des Verrats. In Nethersturm entdeckten Voren'thals Leute immer deutlichere Beweise für seinen Bund mit der Brennenden Legion. Neue Pilger aus Silbermond kamen weiterhin in die Scherbenwelt und erwarteten Erlösung; am Ende ihres Weges drohten ihnen dämonische Abhängigkeit und Dienst in den Sonnenzorntruppen.

Die Seher kämpften deshalb um die Deutung ihrer eigenen Geschichte. Sie sammelten Berichte von Überläufern, legten Kael'thas' Verrat offen und versuchten, Neuankömmlinge vor ihm zu erreichen. Viele Blutelfen wollten die Nachricht nicht glauben. Der Prinz war für sie das letzte lebende Versprechen ihres gefallenen Reiches. Voren'thals Gemeinschaft musste lernen, dass Wahrheit allein Enttäuschte nicht überzeugt, wenn die Lüge zugleich Heimat, Stolz und Hoffnung verkörpert.

Vom Schattenmondtal nach Quel'Danas

Im Schattenmondtal errichteten die Seher das Sanktum der Sterne und kämpften gegen Illidans Truppen, während Aldor am Altar der Sha'tar standen. Unter Xi'ris Führung rückten beide Seiten zum Schwarzen Tempel vor. Die getrennten Lager behielten ihre Namen, doch die Schlacht zwang sie, einander nicht mehr nur als Konkurrenten auf zwei Höhen zu betrachten.

Als Kael'thas sich offen Kil'jaeden zuwandte und den Sonnenbrunnen als Tor benutzen wollte, vereinigten Seher und Aldor ihre Kräfte in der Offensive der Zerschmetterten Sonne. Blutelfische Magister und draeneische Priester eroberten gemeinsam Stellungen auf Quel'Danas. Für die Seher war dies mehr als ein weiterer Feldzug. Sie kämpften um die Heimat, die sie verlassen hatten, gegen den Prinzen, dem sie einst gefolgt waren, an der Seite eines Volkes, das unter seinen Verbündeten gelitten hatte.

Abkehr als bleibende Arbeit

Die Seher bestehen weiterhin in Shattrath und bewahren eine der größten Bibliotheken der Scherbenwelt. Sie gehorchen den Naaru und tragen zugleich ihre thalassische Gelehrsamkeit weiter. Ihr Weg verlangte nicht, alles Blutelfische abzulegen. Gerade ihre Kenntnisse, Kontakte und Erinnerung an Kael'thas machten sie im Kampf gegen ihn wertvoll.

Ihre Geschichte zeigt, dass ein Seitenwechsel erst am Anfang steht. Voren'thals Kniefall rettete Shattrath vor einem Angriff, machte aber keinen Gefallenen lebendig und erzeugte noch kein Vertrauen. Glaubwürdig wurde die Entscheidung durch Jahre der Warnung, des Schutzes und des gemeinsamen Kampfes. Die Seher sahen nicht deshalb klarer, weil sie nie getäuscht worden waren. Sie wurden ihrem Namen gerecht, als sie aufhörten, Treue mit Blindheit zu verwechseln, und die Folgen ihrer neuen Einsicht mit eigenen Händen trugen.