Ehre und StärkeBlackmoore
Cho'gall
Charakter

Cho'gall

Cho'gall war ein zweiköpfiger Oger, Gul'dans mächtigster Schüler und der Prophet des Schattenhammers. Sein Hunger nach Erkenntnis führte ihn von Hochfels über die alte Horde bis in den Dienst C'Thuns und zur Stunde des Zwielichts.

Zwei Stimmen unter den Türmen von Hochfels

Cho'gall wurde im Herzen des gorianischen Reiches geboren. Zwei Köpfe galten unter Ogern als seltenes Zeichen großer Begabung, und so erhielt er Zugang zu den besten Lehrern von Hochfels. Er beherrschte arkane Künste, gewann die Bewunderung vieler einfacher Oger und begann früh zu glauben, dass die Welt seiner Begabung einen höheren Platz schuldete. Am Hof machte gerade diese Beliebtheit ihn gefährlich. Die herrschende Schicht fürchtete einen Rivalen und versuchte, ihn aus dem Weg zu räumen.

Cho'gall entkam nur knapp. Aus dem bevorzugten Wunderkind wurde ein Vertriebener, der nicht nach einer neuen Heimat, sondern nach genügend Macht für seine Rückkehr suchte. Gul'dan erkannte seinen Ehrgeiz und machte ihn zum wichtigsten Schüler im Schattenrat. Cho'gall lernte Teufelsmagie, Nekromantie und die verborgenen Wege, auf denen wenige Berater ein ganzes Heer lenken konnten. Treue empfand er dabei nie als Tugend. Jeder Lehrer war für ihn eine Tür, die zurückgelassen werden durfte, sobald sie sich nicht weiter öffnen ließ.

Die Prophezeiung der Bleichen

Unter Oshu'gun traf Cho'gall auf die Bleichen, verbannte Orcs, die den Schatten des sterbenden Naaru K'ure ausgesetzt waren. Sie sprachen von der Stunde des Zwielichts, in der alles Leben unter ewiger Dunkelheit enden werde. Zunächst interessierte Cho'gall nicht ihre Erlösung im Nichts, sondern die Macht hinter ihrer Vision. Er erklärte die Horde zum Werkzeug der Prophezeiung und formte aus den Bleichen den Schattenhammerklan.

Was als berechnete Lüge begann, veränderte den Lügner. Cho'gall vertiefte sich in die Lehren des Nichts und begann, die Vernichtung nicht nur als Mittel, sondern als Wahrheit zu begreifen. Der Schattenhammer zog mit der alten Horde gegen Draenei und Menschen. Nach dem Fall Shattraths kehrte Cho'gall nach Hochfels zurück, band Kaiser Mar'gok an dessen Thron und verbrannte ihn. Die Rache vollendete jedoch nichts. Ein Hunger, der die ganze Schöpfung zum Irrtum erklärt, findet in einem besiegten Feind keinen Abschluss.

Gul'dans Untergang und ein neuer Meister

Cho'gall unterstützte Gul'dan bei der Erschaffung der ersten Todesritter und folgte ihm während des Zweiten Krieges zum Grabmal des Sargeras. Der Feldzug gegen die Allianz wurde für die Suche nach Macht aufgegeben. Orgrim Schicksalshammer schickte Rend und Maim Schwarzfaust mit ihrem Klan gegen die Verräter. Gul'dan starb im Grabmal durch Dämonen, und Cho'gall trug von dem Angriff schwere Narben davon. Viele hielten auch ihn für tot.

Doch Cho'gall überlebte und führte Reste seines Klans nach Kalimdor. In den Ruinen von Ahn'Qiraj hörte er C'Thun. Der Alte Gott gab seinem Glauben ein Zentrum und benutzte ihn zugleich als Hand außerhalb der Gefängnismauern. Cho'gall half, Bindungen zu lockern, sammelte Anhänger aus vielen Völkern und machte aus einem orcischen Klan einen weltweiten Kult. Im Schattenhammer zählte Herkunft nichts mehr. Jeder durfte dazugehören, sofern er bereit war, das Ende aller anderen Zugehörigkeiten anzubeten.

Der Prophet hinter den Katastrophen

Cho'galls Wirken blieb lange unter der sichtbaren Oberfläche. Seine Anhänger trugen zur Öffnung der Tore von Ahn'Qiraj bei, und er schwächte in Ulduar die Fesseln Yogg-Sarons. Der Kult fand seinen Weg in Kirchen, Königreiche und Armeen. Selbst Erzbischof Benedictus stellte sich heimlich in den Dienst des Zwielichts. Diese Erfolge beruhten nicht allein auf Zaubermacht. Cho'gall bot Enttäuschten eine Erklärung, in der jede Wunde bewies, dass die Welt selbst vernichtet werden müsse.

Mit Todesschwinges Rückkehr trat der Schattenhammer offen hervor. In den Zwielichthochlanden errichtete Cho'gall die Bastion des Zwielichts, ließ Wesen durch Leerenmacht umformen und bereitete die Stunde vor, in der Alte Götter und verderbte Elementarfürsten Azeroth überwältigen sollten. Seine zwei Stimmen wirkten nun wie der passende Klang eines Kults, der Widerspruch nicht lösen musste: Leid galt als Beweis für das Ende, und zusätzliches Leid als heiliger Weg dorthin.

Das Ende am Thron der Apokalypse

Helden der Horde und Allianz durchbrachen die Bastion und stellten Cho'gall am Thron der Apokalypse. Die Macht C'Thuns hatte seinen Körper sichtbar verändert. Im Sterben schien eine seiner Stimmen den Abgrund zu erkennen, während die andere ihn noch begrüßte. Diese Spaltung war keine plötzliche Entschuldigung. Sie zeigte nur, dass selbst in einem Mann, der sein Leben dem Nichts geopfert hatte, der Augenblick der wirklichen Auslöschung anders klingen konnte als die gepredigte Verheißung.

Auf einem alternativen Draenor verlief Cho'galls Weg kürzer, aber ähnlich: Er verriet Gul'dan, nahm die Leerenmacht K'ures an und fiel nach dem Angriff auf Hochfels. In beiden Zeitlinien wechselte er Meister, ohne je wirklich zu dienen. Gul'dan, C'Thun und die Leere waren Stufen seines eigenen Verlangens. Cho'galls Geschichte handelt deshalb nicht von zwei Köpfen, die ihn zum Wahnsinn verdammten. Sie handelt von einem außerordentlichen Geist, der jede Beziehung in ein Werkzeug verwandelte, bis am Ende nur noch die Vernichtung groß genug schien, ihn nicht zu begrenzen.