Goldene Felder des Dienstes
Bastion liegt in den Schattenlanden wie ein heller Himmel ohne erkennbare Erde darunter. Tempel, schwebende Inseln und blaue Weiten empfangen Seelen, die im Leben durch Dienst geprägt wurden. Die Richterin sandte sie nicht dorthin, weil jedes ihrer Werke makellos gewesen wäre, sondern weil in ihnen die Fähigkeit lag, eine Aufgabe über den eigenen Vorteil zu stellen.
Unter der Archon Kyrestia bereiteten die Kyrianer diese Seelen auf eine besondere Pflicht vor. Aufgestiegene holen Verstorbene aus der sterblichen Welt und tragen sie nach Oribos zum Urteil. Sie dürfen nicht nach persönlicher Zuneigung entscheiden, wer mitgenommen oder wohin eine Seele gesandt wird. Bastions Schönheit war daher zugleich Schule einer strengen Unparteilichkeit.
Der Pfad des Aufstiegs
Anwärter durchschritten Tempel der Reinheit, Demut, Weisheit, Tapferkeit und Loyalität. Sie übten, legten Bindungen ab und gaben Erinnerungen an ihr sterbliches Leben in die Obhut des Reiches. Erst am Ende verlieh Kyrestia ihnen Flügel. Aus einer konkreten Biografie sollte eine dienende Person werden, die jede Seele ohne Vorurteil tragen konnte.
Die Erinnerungstilgung nahm jedoch nicht nur Hass und Schuld. Sie nahm Liebe, Namen und jene Beziehungen, die eine Seele überhaupt erst zum Dienst befähigt hatten. Wer den Pfad nicht vollenden konnte, galt als gescheitert und wurde leicht als Gefahr behandelt. Das lichte Reich erklärte Zweifel zu einer Krankheit, weil seine Ordnung keine Sprache dafür besaß, dass ein Einwand aus Treue zur eigenen Wahrheit entstehen konnte.
Uther und Devos sehen eine fremde Wunde
Uthers Seele kam durch Frostgram gespalten in Bastion an. In seinen Erinnerungen erkannte die Ausbilderin Devos die Runen des Schlunds auf der Klinge, die ihn getötet hatte. Sie brachte den Beweis zu Kyrestia. Die Archon hielt am Pfad fest und verlangte, Uther müsse seine Vergangenheit loslassen, statt die Ordnung an einer beunruhigenden Ausnahme auszurichten.
Devos wandte sich ab, erhob Uther zu früh und wurde zur Anführerin der Verschmähten. Ihr richtiger Einwand verband sich mit Zovaals Täuschung. Nicht alle Verschmähten wussten, dass Helya und der Kerkermeister ihre Wut nutzten. Bastions Fehler machte sie empfänglich für einen Feind, der Wahl versprach und dabei neue Knechtschaft vorbereitete.
Der Bürgerkrieg im Himmel
Während der Animadürre fehlte Kraft für Aufstieg, Tempel und Konstrukte. Zweifel breiteten sich aus, und die Verschmähten griffen Bastions Heiligtümer an. Die Nekrolords überfielen die Nekrotische Schneise, Devos stürmte die Spitzen des Aufstiegs, und Lysonia führte den Kampf weiter. Kyrestia musste erkennen, dass Gehorsam die Einheit nicht bewahrt hatte.
Anduin entriss der Archon unter Zovaals Zwang ihr Siegel. Zur Erschaffung eines neuen Siegels brauchte Bastion mehr als Ersatz für verlorene Macht. Uther und reuige Verschmähte traten an den Tisch. Der frühere Tempel der Loyalität wurde zum Tempel der Hingabe. Loyalität hatte Unterordnung verlangt; Hingabe sollte eine bewusst erneuerte Beziehung bezeichnen.
Ein Pfad mit Erinnerung
Kyrestia erklärte, dass künftige Kyrianer wählen dürfen, welche Erinnerungen sie behalten und welche sie loslassen. Verschmähte wurden eingeladen zurückzukehren. Die Veränderung heilte nicht jeden Verlust und machte den Aufstand nicht gewaltlos. Sie erkannte aber an, dass eine Seele nicht erst leer werden muss, um gerecht dienen zu können.
Bastion bleibt ein Reich der Pflicht, doch sein Licht trägt nun eine Narbe, die nicht verborgen werden sollte. Die goldenen Felder waren nie deshalb schön, weil dort kein Schmerz existierte. Sie wurden erst wahrhaftiger, als der Schmerz eine Stimme erhielt. Ein Bote kann unparteiisch handeln und dennoch wissen, wen er geliebt hat. Dienst verliert nicht an Reinheit, wenn die dienende Person sich daran erinnert, weshalb das Leben anderer überhaupt Gewicht besitzt.