Als die Elemente noch Krieg führten
Auf dem jungen Azeroth war die Kraft des Geistes ungewöhnlich schwach. Feuer, Wasser, Erde und Luft fanden deshalb schwer zu einem Gleichgewicht. Mächtige Elementare erhoben sich über ihre Art: Ragnaros über das Feuer, Neptulon über das Wasser, Therazane über die Erde und Al'Akir über die Luft. Ihre Reiche berührten einander nicht friedlich. Stürme zerrissen Flammen, Meere schlugen gegen Stein, und jeder Fürst wollte die Welt nach der eigenen Natur formen.
Diese Herrscher waren keine Verkörperungen eines einfachen Charakters. Wasser konnte heilen und ertränken, Erde tragen und begraben. Die Elementarfürsten verdichteten die Größe und Gewalt ihres Elements, ohne dessen einzige mögliche Stimme zu sein. Unter ihnen lebten zahllose Elementare mit eigenen Loyalitäten. Ein Thron bedeutete Macht über ein Reich, aber nicht, dass jeder Funke oder jede Welle widerspruchslos gehorchte.
Unter den Alten Göttern
Als die Alten Götter auf Azeroth landeten, stellten sich die vier Fürsten gemeinsam gegen sie. Sie verloren. Das Schwarze Imperium machte ihre Heere zu Dienern, und die elementare Gewalt wurde in einen Krieg eingespannt, der nicht mehr um Land oder natürliche Vorherrschaft ging. Aus Rivalen wurden Leutnants fremder Mächte.
Die titanengeschmiedeten Heere besiegten später das Imperium. Weil vernichtete Elementare sich mit der Zeit wieder formen konnten und ihre ungebundene Macht die geordnete Welt bedrohte, schufen die Hüter vier Elementarebenen. Feuerlande, Abyssische Tiefen, Tiefenheim und Himmelswall wurden Gefängnisse und Königreiche zugleich. Die Fürsten blieben Herrscher, doch ihre Horizonte waren nun die Grenzen ihrer Haft.
Der Kataklysmus trennt alte Verbündete
Ragnaros und Al'Akir verbündeten sich beim Kataklysmus mit Todesschwinge und den Kräften der Alten Götter. Ragnaros wollte vom Hyjal aus die Welt verbrennen; Al'Akir ließ seine Winde Uldum verheeren. Beide fielen endgültig in ihren eigenen Ebenen. Ihre Throne wurden leer, und die vermeintlich ewige Ordnung der vier ersten Fürsten erwies sich als veränderlich.
Neptulon und Therazane wählten andere Wege. Der Gezeitenjäger kämpfte gegen die Naga und die gesichtslosen Diener der Tiefe. Die Steinmutter half Sterblichen erst, nachdem sie Schäden in Tiefenheim beheben und Vertrauen verdienen konnten. Keiner von beiden wurde dadurch sanft oder den Völkern Azeroths untertan. Sie handelten aus dem Schutz ihres Reiches und zeigten gerade damit, dass frühere Knechtschaft keine unveränderliche Zugehörigkeit sein musste.
Nachfolger auf Feuer und Wind
Im Himmelswall trat Thunderaan an Al'Akirs Stelle. Der Windfürst war einst von Ragnaros verraten und in eine Klinge gebunden worden; nun führte er die Luft nicht als Fortsetzung von Al'Akirs Dienst an der Leere. In den Feuerlanden rangen mehrere Bewerber um Ragnaros' Erbe. Mit Hilfe des Irdenen Rings setzte sich Smolderon durch und nahm den Titel des Feuerfürsten an.
Während der dritten Legioninvasion standen schließlich wieder vier Fürsten an einem gemeinsamen Ort. Schamanen gewannen ihre Hilfe für Azeroths Verteidigung. Dieses Bündnis heilte keine uralten Feindschaften. Es bewies, dass selbst Wesen, deren Geschichte in Krieg und Gefangenschaft begonnen hatte, ein gemeinsames Interesse erkennen konnten, wenn eine Macht alle Reiche gleichermaßen verschlingen wollte.
Vier Throne, keine feste Ordnung
Smolderon verschwand später und kehrte als Verbündeter Fyrakks zurück. Beim Angriff auf Amirdrassil rief er die Feuerlande in den Smaragdgrünen Traum. Als er zu verlieren drohte, verweigerte Fyrakk ihm Hilfe und ließ ihn fallen. Nach Smolderons Niederlage zog Fyr'alath seine Essenz an sich. Ob der Feuerfürst sich erneut formt oder sein Thron wieder offensteht, ist nicht geklärt.
Neptulon, Therazane und Thunderaan leben, doch auch ihre Herrschaft ist kein Gleichgewicht, das von selbst Bestand hat. Die Geschichte der Elementarfürsten handelt von Mächten, die älter als viele Völker sind und trotzdem wählen, irren, verraten und ersetzt werden können. Wer ein Element anruft, spricht deshalb nicht mit einer neutralen Ressource. Hinter der Flamme, der Welle, dem Fels und dem Sturm stehen Reiche mit Erinnerungen an Versklavung und mit Fürsten, deren Hilfe niemals bloß ein kostenloser Zauber ist.