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Hochfels
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Hochfels

Die gewaltige Hauptstadt des Gorianischen Imperiums, in der ogermagische Gelehrsamkeit, Sklaverei und höfischer Hochmut unter Imperator Mar'gok ihrem letzten Untergang begegneten.

Die Stadt über Nagrand

Hochfels erhebt sich an der westlichen Küste Nagrands wie die Behauptung, dass Größe aus Stein gemeißelt werden könne. Hinter seinen Mauern drängen sich Märkte, Elendsviertel und die Häuser reicher Oger; aus dem Kolosseum steigt das Brüllen der Menge, während über allen Dächern die Zitadelle des Imperators wacht. Wer Oger nur für plumpe Schläger hält, versteht die Stadt nicht. Hochfels ist das Werk einer Gesellschaft, die arkane Magie, Verwaltung und monumentale Baukunst ebenso beherrscht wie Unterwerfung.

Die Stadt war der letzte große Sitz des Gorianischen Imperiums. Dessen frühere Hauptstadt Goria war längst gefallen, doch in Hochfels lebte der Anspruch weiter, über Draenor zu herrschen. Ogeradel und Magier bewahrten Relikte einer älteren Blütezeit, ließen Gefangene in Arenen kämpfen und blickten auf andere Völker als Werkzeuge oder Störenfriede herab. Der Glanz der Hallen und das Elend vor ihren Toren gehörten zur selben Ordnung.

Mar'goks eiserner Blick

Imperator Mar'gok regierte als Zauberkönig mit jener Ruhe, die nur ein Herrscher besitzt, dessen Wille in jeder Wache und jedem Gesetz fortgesetzt wird. Er sammelte Wissen, ließ uralte Runensteine untersuchen und suchte nach einer Macht, mit der die Oger ihr vermeintliches Geburtsrecht zurückfordern konnten. Selbst das Kolosseum diente mehr als der Unterhaltung: Es führte dem Volk vor Augen, wer kämpfen musste und wer über Leben, Tod und Ruhm entschied.

Doch Mar'goks Herrschaft stand bereits unter Druck. In jenem alternativen Draenor, das Garrosh Höllschrei durch seine Flucht veränderte, erhob sich die Eiserne Horde. Ihre Kriegsherren brauchten keine Ogerkrone über sich. Mar'gok schloss sich ihnen widerwillig an, weil ein Bündnis das Überleben seines Reiches versprach. Zugleich ließ er nach Wegen suchen, ihre Waffen zu übertreffen. Seine Treue war Berechnung, und die Eiserne Horde wusste, dass auch sie nur so lange geduldet wurde, wie sie stärker erschien.

Relikte, Brecher und Verräter

In den arkanen Heiligtümern von Hochfels lagerten Mächte aus der verlorenen Vergangenheit des Imperiums. Ko'ragh überlebte die Berührung eines rätselhaften Relikts und wurde gegen Magie nahezu unverwundbar. Gorianische Arkanisten studierten seine Gabe, um Rüstungen für Magiebrecher zu schaffen. In einer Welt, in der fast jede Großmacht Zauberei führte, sollte die Beherrschung des Arkanen schließlich sogar darin gipfeln, es anderen zu verwehren.

Auch Cho'gall begehrte die Geheimnisse der Stadt. Der zweiköpfige Oger war einst aus Hochfels verstoßen worden und kehrte nicht als Bittsteller zurück. Während Mar'gok sich mit der Eisernen Horde arrangierte, sammelte Cho'gall bleiche Anhänger und Kräfte der Leere. Hinter den Mauern trafen damit drei Zukunftsentwürfe aufeinander: das alte Imperium, die industrielle Kriegsmaschine der Orcs und eine Finsternis, die beide verschlingen wollte.

Der letzte Abend des Imperiums

Als Horde und Allianz Hochfels angriffen, kamen sie nicht in eine leere Festung. Sie durchquerten eine lebende Hauptstadt, kämpften im Kolosseum und stiegen durch Hallen, in denen Reichtum, Forschung und Grausamkeit kaum voneinander zu trennen waren. Mar'gok wich nicht. Selbst als seine Berater die Stadt verloren gaben, bestand er darauf, dass ein Imperium nicht vor jenen weiche, die er für Bauern hielt.

Auf der höchsten Stufe seiner Zitadelle setzte der Imperator die gehüteten Runensteine ein. Doch die Relikte bewahrten weder ihn noch seine Krone. Mar'gok fiel; in der tiefsten Zuspitzung seines Endes entriss Cho'gall ihm die Macht und erklärte seine Herrschaft für beendet. Bald darauf wurde auch der Verräter getötet. Die Sieger nahmen Wissen über die Magiebrecher an sich, während das Reich, das alles besitzen wollte, selbst zu einer Quelle fremder Waffen wurde.

Hochfels erzählt deshalb nicht vom überraschenden Beweis, dass Oger intelligent sein können. Eine solche Verwunderung übernimmt bereits den Hochmut jener, die Völker nach ihrem Äußeren beurteilen. Die Stadt zeigt vielmehr, wie Bildung und Schönheit eine ungerechte Ordnung nicht reinigen. Ihre Magier verstanden Runen, ihre Baumeister beherrschten gewaltige Formen, und doch stellten sie all dieses Können in den Dienst einer Herrschaft, die niemandem außerhalb der eigenen Mauern ein gleiches Recht zugestand. Als Hochfels fiel, starb nicht die Fähigkeit der Oger. Es endete der Anspruch ihres letzten Imperators, Fähigkeit allein mache ihn zum Herrn der Welt.