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Zeitverlorenes Schlachtfeld
Bosse

Zeitverlorenes Schlachtfeld

Ein Krieg zwischen Horde und Allianz war aus seiner Epoche gerissen und als Zeitanomalie in Murozonds Gegenwart gestrandet. Angehörige der Allianz trafen dort auf Grommash Höllschrei, Angehörige der Horde auf Anduin Lothar. Dasselbe Gefecht trug zwei Gesichter und verband Helden, die nie auf diesem Feld aufeinandergetroffen waren.

Der Weg nach Dämmerung des Ewigen

In der Dämmerung des Ewigen brach der Ewige Drachenschwarm in die Vergangenheit ein, um Nozdormus Verwandlung in Murozond zu erzwingen. Als Chromie Iridikron durch die Zeit verfolgte, geriet sie tatsächlich in eine veränderte Gegenwart, in der Murozond herrschte. Von dort musste sie sich durch die Folgen dieses einen umgeschriebenen Augenblicks zurück zum Bronzetempel kämpfen. In Zeitverlorenes Schlachtfeld nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.

Chromie erkannte Horde und Allianz im Kampf, konnte den Anblick jedoch keiner bestimmten Zeit zuordnen. Das war kein Wunder. Die beiden Mächte hatten so oft gegeneinander gekämpft, dass Rüstung, Ruf und Fahne allein keinen Augenblick mehr bezeichneten. In den verletzten Zeitwegen waren Bruchstücke dieser Kriege zu einem neuen Schlachtfeld zusammengesickert.

Anduin Lothar und Grommash Höllschrei standen sich in der wahren Geschichte nicht auf diesem Feld gegenüber. Die Anomalie verband Namen, Soldaten und Kampfweisen, ohne eine zuverlässige historische Schlacht nachzustellen. Gerade deshalb durfte ihr Bild nicht als unbekanntes Kapitel der alten Kriege missverstanden werden. Es war eine Wunde der Zeit, die mit vertrauten Erinnerungen kämpfte.

Anduin Lothar, der Löwe von Azeroth

Lothar war der letzte Spross der alten Blutlinie von Arathor, Ritter von Sturmwind und später oberster Befehlshaber der Allianz von Lordaeron. Nach dem Fall Sturmwinds führte er Überlebende über das Meer und verband Reiche, die der Horde einzeln kaum standgehalten hätten. Sein Tod am Schwarzfels wurde zum Vermächtnis, das die Allianz im Zweiten Krieg weitertrug.

Grommash war Häuptling des Kriegshymnenklans, berühmt für unbändige Entschlossenheit und einen Zorn, der Befreiung ebenso bringen konnte wie Verderben. Er trank vom Blut Mannoroths und trug die Folgen dieser Entscheidung, bis er den Grubenlord schließlich erschlug und die Orcs von ihrem dämonischen Fluch löste. Heldentum und Schuld blieben in seinem Namen untrennbar.

Angehörige der Allianz sahen Grommash und seine Krieger als Gegner. Angehörige der Horde trafen stattdessen auf Lothar und seine Soldaten. Das Schlachtfeld wechselte Banner und Stimmen, behielt aber dieselbe innere Form. Jeder Besucher erlebte den Feind aus der Geschichte seines Volkes und wurde dadurch selbst zum fehlenden Teil der anderen Seite.

Der Ruf nach Verstärkung

Beide Heerführer riefen zusätzliche Kämpfer herbei. Fußsoldaten, Fernkämpfer und Spezialisten strömten auf das Feld, bis der Kampf größer wurde als das Duell in seiner Mitte. Ein Krieg besteht nie nur aus zwei berühmten Namen. Die Anomalie erinnerte daran, indem sie immer neue Menschen und Orcs in einen Konflikt zog, dessen ursprünglicher Anlass längst verlorengegangen war.

Der gegnerische Heerführer verfolgte markierte Kämpfer in einem wirbelnden Klingensturm. Schockwellen liefen mehrfach hintereinander durch den Boden und zwangen die Gruppe, ihren Rhythmus zu lesen. Der tödliche Hieb gegen den vordersten Gegner hinterließ Wunden, die weitere Heilung erschwerten. Ob Axt oder Schwert, Horde oder Allianz: Die Zeit hatte beiden Varianten dieselbe tödliche Grammatik gegeben.

Die Rufe unterschieden sich, doch ihr Zweck war gleich. Lothar sammelte seine Leute für Sturmwind und die Allianz, Grommash führte Krieger im Namen der Horde. Im Schlachtfeld wurden diese Worte von Geschichte zu Mechanik. Sie riefen nicht nur Zugehörigkeit wach, sondern brachten tatsächlich weitere Kämpfer gegen die Gruppe.

Ein Sieg, der keinen alten Krieg entscheidet

Als die Anomalie endete, war weder Lothars Vermächtnis gebrochen noch Grommashs Geschichte neu entschieden. Die Gefährten hatten keine Fraktion aus der Vergangenheit besiegt. Sie hatten einen festgefahrenen Krieg aus den Zeitwegen gelöst, damit die Gegenwart wieder weiterlaufen konnte. Das war ein kleiner, aber wichtiger Unterschied in einer Welt, die Erinnerungen gern als neue Waffen benutzte.

Hinter dem Schlachtfeld lag nur noch die letzte Anomalie und danach der Bronzetempel. Chronolord Deios versuchte dort, den Aufstieg Murozonds endgültig zu sichern. Erst wenn er fiel, konnte Chromie Nozdormus Zukunft wieder öffnen. Das zeitverlorene Gefecht hatte sie noch einmal mit den alten Feindschaften Azeroths aufgehalten, unmittelbar bevor eine Entscheidung über die Zeit aller Völker fiel.