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Smaragdgrüner Alptraum
Macht

Smaragdgrüner Alptraum

Der Smaragdgrüne Alptraum war die verwundete Spiegelung des Traums: aus Yogg-Sarons Saat entstanden, von Xavius geformt und durch N'Zoth genährt. Er verdarb nicht nur Wälder, sondern die Hoffnung auf eine unberührte Natur.

Ein Schatten im Entwurf der Welt

Der Smaragdgrüne Traum bewahrt Azeroth als üppige Möglichkeit, als wildes Gegenbild zu Straßen, Mauern und Narben der wachen Welt. Der Alptraum ist kein zweiter, fremder Ort, der einfach danebenliegt. Er ist eine Verletzung in diesem Geflecht. Wo er sich ausbreitet, werden Wachstum und Erinnerung nicht ausgelöscht, sondern verdreht: Wurzeln würgen einander, vertraute Tiere tragen fremden Zorn, und jeder sichere Pfad führt tiefer in die Angst desjenigen, der ihn betritt.

Darum trifft seine Verderbnis Druiden besonders hart. Im Traum suchen sie Erneuerung und Verbindung; im Alptraum begegnet ihnen dieselbe Sprache der Natur als Lüge. Ein heiliger Hain muss nicht niedergebrannt werden, um verloren zu gehen. Es genügt, wenn sein Grün weiterlebt und doch alles, was dort wächst, nur noch dem Willen eines verborgenen Hungers dient.

Die Wurzeln von Andrassil

Jahrtausende nach der Teilung pflanzte Fandral Hirschhaupt Äste Nordrassils an mehreren Orten, um die Ausbreitung des Saronits zu stoppen. Der Baum in den Grizzlyhügeln wuchs zu Vordrassil, damals Andrassil genannt. Seine Wurzeln drangen tief genug, um das Gefängnis Yogg-Sarons zu berühren. Was die Verderbnis versiegeln sollte, wurde zu ihrem Weg in den Traum.

Die Druiden fällten den Baum, als sie den Fehler erkannten, doch eine geöffnete Wunde schließt sich nicht allein dadurch, dass man das Werkzeug entfernt. Yogg-Sarons Einfluss hatte den Traum erreicht. N'Zoth nährte den Alptraum später weiter und machte Xavius zu seinem Herrn. Aus einer gut gemeinten Heilung war ein Einfallstor geworden, weil niemand geprüft hatte, worin die neuen Wurzeln Halt suchten.

Xavius findet seine Gestalt

Xavius war einst Azsharas Berater und der erste Satyr, ein Mann, dessen Verehrung für Macht jede Niederlage überdauerte. Nach seinem Tod wurde er in den Traum gebunden und lernte, Ängste wie Landschaften zu formen. Dort brauchte er keine Armee, die in geschlossenen Reihen marschierte. Schlafende konnten zu Gefangenen werden, Zweifel zu Wegen und persönliche Schuld zu einem Raum ohne Ausgang.

In der Schlacht gegen den Alptraum zog seine Macht Malfurion, Tyrande, die grünen Drachen und Verbündete vieler Völker in einen Krieg, der zugleich in Träumen und in der wachen Welt geführt wurde. Selbst Ysera geriet zeitweise unter den Einfluss. Xavius wurde zurückgedrängt, und der Großteil des Traums konnte erwachen. Der Sieg zeigte jedoch, dass der Alptraum nicht bloß an einer einzelnen Gestalt hing. Solange Alte Götter Wege in Azeroths tiefste Ordnungen fanden, konnte Angst wieder Wurzeln schlagen.

Der verdorbene Weltenbaum

Während der dritten Invasion der Brennenden Legion brach der Alptraum durch Shaladrassil nach Val'sharah. Xavius verdarb Cenarius und zwang Ysera unter seinen Einfluss. Die grüne Aspektin fiel durch Tyrandes Hand, nachdem sie den Tempel Elunes angegriffen hatte. Der Wald wurde damit nicht nur zum Schlachtfeld; er musste seine eigenen Beschützer verwunden, um die Verderbnis aufzuhalten.

Im Herzen des Alptraums begegneten die Eindringlinge verdrehten Echos von Orten und Wesen, die für Azeroths Natur standen. Ursoc fiel dort ein zweites Mal, und Cenarius musste aus den Dornen des fremden Willens befreit werden. Erst im Riss von Aln wurde Xavius endgültig besiegt. Elunes Licht reinigte seine letzte Spur aus Yseras Geist, doch die Opfer konnten nicht in den Zustand vor dem Angriff zurückkehren.

Heilung ist kein Vergessen

Nach Xavius' Fall wich der größte sichtbare Teil des Alptraums zurück. Ein Rest der Leere blieb als Mahnung im Riss von Aln, und spätere Angriffe auf den Traum bewiesen, dass keine natürliche Ordnung außerhalb der Geschichte steht. Der Alptraum ist nicht mit jedem kranken Baum gleichzusetzen, und doch erinnert jede neue Verderbnis daran, wie leicht Heilung selbst zum Einfallstor werden kann.

Seine tiefste Bedrohung liegt in der Sehnsucht nach einer Welt, die nie verwundet wurde. Wer dieses makellose Bild um jeden Preis festhalten will, kann lebendige Veränderung bereits für Verderbnis halten. Der Traum wächst, weil Natur sich wandelt; der Alptraum zwingt alles in die Wiederholung einer Angst. Ihn zu bekämpfen heißt deshalb nicht, jede Narbe zu verbergen. Es heißt, einem verwundeten Ort zu erlauben, wieder eine Zukunft zu bilden, die nicht von seinem schlimmsten Augenblick beherrscht wird.