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Zereth Mortis
Welt

Zereth Mortis

Zereth Mortis ist die verborgene Werkstatt der Schattenlande, in der Automa neue Nachleben formen. Zovaal suchte dort keine Heimat, sondern die Bauanleitung für eine einzige erzwungene Wirklichkeit.

Die Werkstatt im Gewebe des Todes

Zereth Mortis liegt verborgen im Gewebe der Schattenlande. Die Ersten schufen den Ort nicht als gewöhnliches Reich für Verstorbene, sondern als Werkstatt, aus der Nachleben hervorgehen. Über der Landschaft schwebt die Schmiede der Nachleben. Was anderswo wie ewige Natur erscheint, besitzt hier Formen, Entwürfe und einen Herstellungsprozess.

Diese Erkenntnis macht den Tod nicht bedeutungslos. Sie macht ihn fremder. Bäume, Inseln und Tiere verbinden organische Gestalt mit geometrischen Mustern. Wasser trägt, ohne sich wie bekanntes Wasser zu verhalten. Zereth Mortis wirkt wie ein Gedanke, der gerade lernt, Landschaft zu werden.

Die Sprache der Abwesenden

Die Ersten selbst sind fort. Ihre Automa bauen, schützen und ordnen weiter. Manche sind gewaltige Hüter, andere kleine Jiro mit überraschend eigenem Willen. Sie sprechen in einer musikalischen, runischen Sprache. Wer sie nur als Maschinen betrachtet, hört Befehle; wer den Chiffren folgt, erkennt Beziehungen, Zweifel und Aufgaben, die sich über ihre Schöpfer hinausentwickelt haben.

Broker suchten lange nach dem Ort. Einige wollten seine Geheimnisse verkaufen, andere blieben als Erleuchtete und lernten, dass Verstehen nicht dasselbe ist wie Besitz. Zereth Mortis stellte damit schon vor Zovaals Ankunft zwei Arten von Neugier gegeneinander: Wissen kann eine Welt öffnen, oder es kann nur ausrechnen, welchen Preis ihre Einzelteile erzielen.

Die Öffnung durch fünf Siegel

Zovaal sammelte die Siegel der Ewigen und riss einen Weg nach Zereth Mortis auf. Er kannte den Ort aus einer Zeit vor seiner Verbannung und suchte das Mausoleum der Ersten. Dort lag Wissen, mit dem sich die Regeln der Wirklichkeit neu schreiben ließen.

Sein Ziel war nicht Befreiung für unterschiedliche Welten. Er wollte jede Seele unter eine Ordnung zwingen, in der kein Widerstand mehr möglich wäre. Die Herrschaftsmagie, die er im Schlund an Ketten und Körpern erprobt hatte, sollte zum Gesetz des Kosmos werden. Zovaal nannte dies vielleicht Einigkeit gegen eine kommende Gefahr; tatsächlich ließ sein Plan nichts übrig, das noch freiwillig hätte einig sein können.

Eine Welt lernt, sich zu verteidigen

Schlundgebundene verdarben Automa, während Verschlinger in den geschwächten Kreislauf eindrangen. Die Verfolger Zovaals mussten nicht nur Armeen besiegen. Sie lernten die Chiffren, halfen den Bewohnern und gewannen das Vertrauen der Erleuchteten. Der Weg durch die Werkstatt führte über Verständigung, nicht über das einfache Bedienen einer Maschine.

Im Mausoleum standen Prototypen, Architekten und kosmische Hüter. Alles erinnerte daran, dass auch die mächtigen Reiche des Todes aus Formen hervorgegangen waren. Doch ein Bauplan erklärt die Herkunft einer Person nicht vollständig. Die Ewigen, Automa und Seelen hatten Beziehungen und Entscheidungen entwickelt, die in keinem ursprünglichen Entwurf abgeschlossen waren.

Schöpfung ist kein Besitzrecht

Noch während Zovaals Truppen die Werkstatt verwüsteten, zeigte sich, dass Zereth Mortis unter diesen Bedingungen keinen neuen Richter mehr hervorbringen konnte. Pelagos bot sich freiwillig an und wurde in ein neues Gefäß verwandelt. Er versprach, nicht nur über Seelen zu entscheiden, sondern ihnen zuzuhören und ihre eigene Stimme bei der Wahl eines Nachlebens zu achten. So entstand aus einem Ort kosmischer Herstellung eine Ordnung, die Mitgefühl nicht als Fehler im Bauplan verstand.

Zovaal erreichte unterdessen die Maschine, mit der er Azeroths Weltenseele für seine Neuordnung nutzen wollte. Dort wurde er aufgehalten. Mit seinem Fall blieb eine leere Hülle zurück, und die Wirklichkeit behielt ihre widersprüchlichen Möglichkeiten.

Zereth Mortis gibt auf viele Fragen nach dem Ursprung nur größere Fragen zurück. Die Ersten bauten eine Werkstatt, doch ihre Abwesenheit zwingt die Geschaffenen, den Zweck selbst weiterzudenken. Darin liegt die Grenze von Zovaals Anspruch. Wer weiß, wie etwas gemacht wurde, besitzt es noch lange nicht. Eine Welt ist mehr als ihr Bauplan, sobald in ihr Wesen leben, die dem vorgesehenen Weg zustimmen, ihn verändern oder sich weigern können, ihn weiterzugehen.