Eine Stadt, die noch lebt
Herdweiler ist Sitz der regionalen Verwaltung und eine wohlhabende Stadt im Norden Lordaerons. Als Arthas, Jaina und Uther ankommen, stehen die Häuser noch, Menschen gehen ihren Aufgaben nach, und nur wenige begreifen, dass das verseuchte Korn sie bereits erreicht hat. Genau darin liegt die Grausamkeit der Lage: Die Bewohner sind weder eine angreifende Armee noch bereits sichtbare Untote.
Arthas hat zuvor gesehen, wie schnell Tote sich erheben. Für ihn bleibt keine Zeit, jeden Einwohner zu untersuchen oder ein Heilmittel zu suchen. Er glaubt, nur zwischen zwei Formen des Sterbens wählen zu können.
Der Befehl zur Säuberung
Der Prinz ordnet seinen Soldaten an, die Stadt zu töten und zu verbrennen, bevor Mal'Ganis aus ihren Bewohnern eine Armee machen kann. Er nennt die Entscheidung notwendig. Uther hält sie für einen Bruch mit allem, was ein Paladin schützen soll. Jaina kann Arthas' Angst verstehen, folgt ihm aber nicht in die Stadt.
Arthas entbindet Uther vom Dienst und beginnt die Säuberung mit jenen Soldaten, die bleiben. In den Straßen verschwimmt der Unterschied zwischen möglichem Opfer und tatsächlichem Feind. Jede getötete Familie soll eine spätere Gefahr verhindern, doch niemand kann beweisen, wer noch hätte gerettet werden können.
Mal'Ganis' Einladung
Mal'Ganis erscheint nicht, um Herdweiler zu verteidigen. Der Nathrezim will Arthas weiter nach Nordend locken. Er macht aus der Stadt eine Prüfung, in der jeder Ausgang den Prinzen beschädigt. Zögert Arthas, erhält die Geißel neue Soldaten. Handelt er, trägt er die Schuld an der Vernichtung seiner eigenen Untertanen.
Arthas wählt das Handeln und kann danach kaum noch ertragen, dass Mal'Ganis entkommt. Die Jagd wird persönlich. Er will beweisen, dass Herdweiler nicht vergeblich gestorben ist, und macht sich dadurch immer abhängiger von einem endgültigen Sieg.
Der Weg nach Nordend
Nach der Säuberung verfolgt Arthas Mal'Ganis. Uther und Jaina sind nicht mehr an seiner Seite, und der Prinz deutet jeden Einwand als mangelnde Entschlossenheit. In Nordend verbrennt er die eigenen Schiffe, nimmt Frostgram und opfert Muradin vermeintlich für die Macht, den Feind zu besiegen.
Herdweiler hat diesen Fall nicht allein verursacht. Arthas trägt Pflichtgefühl, Stolz und Angst schon vorher in sich. Die Stadt ist jedoch der Augenblick, in dem er entscheidet, dass sein Urteil über Leben und Tod keine Grenze mehr braucht, solange er ein größeres Unheil verhindern will.
Die offene Wunde Lordaerons
Die Ruinen bleiben ein Symbol, über das kaum jemand neutral sprechen kann. Manche sehen eine Stadt, die ohnehin verloren war und der Geißel entzogen wurde. Andere sehen den Ort, an dem der Kronprinz die Menschen tötete, die er geschworen hatte zu schützen.
Beide Sichtweisen erklären, warum Herdweiler nicht auf eine taktische Rechnung reduziert werden kann. Die Entscheidung hat möglicherweise eine größere Untotenarmee verhindert. Sie hat zugleich Arthas von jenen Menschen getrennt, die ihm noch Grenzen setzen konnten. Der Preis war daher nicht nur die Stadt, sondern auch der letzte gemeinsame Weg des Prinzen mit Uther und Jaina.