Ehre und StärkeBlackmoore
Anasterian Sonnenwanderer
Charakter

Anasterian Sonnenwanderer

Anasterian Sonnenwanderer war fast dreitausend Jahre König von Quel'Thalas. Er führte sein Reich durch die Trollkriege, hielt im Zweiten Krieg zu lange an der Isolation fest und verteidigte den Sonnenbrunnen schließlich selbst gegen Arthas. Mit seinem Tod endete die Königslinie der Hochelfen.

Der letzte König von Quel'Thalas

Anasterian stammte von Dath'Remar Sonnenwanderer ab, der die verbannten Hochgeborenen nach Norden geführt und Quel'Thalas gegründet hatte. Seine Herrschaft dauerte mindestens zweitausendachthundert Jahre. In dieser Zeit wurde der Sonnenbrunnen zum Herzen des Reiches, Silbermond zu einer der mächtigsten Städte des Ostens und die Grenze zu den Amani zu einer niemals ganz verheilten Wunde.

Der König war Magier und Krieger. Er regierte gemeinsam mit den einflussreichen Häusern und der Konvokation von Silbermond, blieb aber das sichtbare Zentrum der Monarchie. Sein langes Leben gab ihm Erfahrung und förderte zugleich Vorsicht. Anasterian hatte erlebt, wie teuer Kriege für ein kleines, wohlhabendes Reich werden konnten. Aus dieser Erinnerung wuchs eine Isolation, die Quel'Thalas schützen sollte und es später verwundbar machte.

Trollkriege und das alte Bündnis

Als die Amani gemeinsam mit anderen Trollstämmen vor ungefähr zweitausendachthundert Jahren Quel'Thalas bedrohten, suchten die Hochelfen Hilfe beim Menschenreich Arathor. Die Elfen lehrten ausgewählte Menschen Magie; gemeinsam besiegten sie die Trollheere. Aus diesem Krieg entstand eine Schuld gegenüber der Blutlinie Thoradins, an die Anasterian noch Jahrtausende später gebunden war.

Der Sieg beendete den Konflikt nicht. Die Amani betrachteten Quel'Thalas weiterhin als geraubtes Land. Grenzkämpfe und Überfälle prägten Anasterians Regierungszeit. Für ihn wurde Sicherheit zunehmend mit der Vorstellung verbunden, die Probleme der übrigen Welt auf Abstand halten zu können.

Der Zweite Krieg

Als die alte Horde Lordaeron angriff, wollte Anasterian Quel'Thalas zunächst aus dem Krieg heraushalten. Selbst nach dem Tod von Alleria Windläufers Eltern vernichtete er Beweise für die Beteiligung der Orcs und verbot Vergeltung. Er fürchtete, das Leid einer Familie könne sein ganzes Volk in einen Krieg ziehen. Diese Entscheidung schützte kurzfristig Truppen, verletzte aber das Vertrauen der Windläufer und unterschätzte die Verbindung zwischen Horde und Amani.

Erst als die Wälder von Quel'Thalas brannten, schickte Anasterian seine volle Streitmacht. Gegenüber Anduin Lothar erfüllte er die alte Schuld an Arathor. Nach dem Sieg warf er der Allianz dennoch vor, sein Land ungenügend geschützt zu haben, und verließ das Bündnis. Menschen hatten für Quel'Thalas ihr Leben gegeben, doch Anasterian sah vor allem die verbrannten Grenzlande. Seine Abkehr trug zum Zerfall der Allianz von Lordaeron bei.

Die Geißel vor Silbermond

Im Dritten Krieg marschierte Arthas mit der Geißel nach Quel'Thalas, um den Sonnenbrunnen für Kel'Thuzads Wiedererweckung zu nutzen. Sylvanas Windläufer verzögerte den Vormarsch, konnte ihn aber nicht stoppen. Verrat aus dem Inneren half Arthas, die magischen Verteidigungen zu umgehen. Das Reich, das sich lange hinter seinen Barrieren sicher geglaubt hatte, musste einen Feind bekämpfen, der gefallene Verteidiger sofort in neue Soldaten verwandelte.

Anasterian zog sich mit den Überlebenden zur Insel von Quel'Danas zurück. Dort zerstörte er den Frostpfad der Geißel, schleuderte Untote ins Meer und stellte sich Arthas persönlich. Er führte Felo'melorn, eine alte Runenklinge, und verband Schwertkunst mit Feuerzaubern. Trotz seines Alters verwundete er Arthas' untotes Pferd Unbesiegbar schwer.

Felo'melorn zerbricht

Im Zweikampf traf Felo'melorn auf Frostgram und zerbrach. Anasterian kämpfte mit der geborstenen Klinge weiter und verwundete Arthas, doch der Todesritter tötete ihn und nahm seine Seele. Diener bargen den Körper, damit die Geißel den König nicht als Untoten erheben konnte. Kael'thas kehrte später in die Ruinen zurück, verabschiedete sich von seinem Vater und ließ ihn verbrennen.

Kael'thas erklärte, nach Anasterian solle es keinen neuen König geben. Die überlebenden Hochelfen nannten sich Blutelfen, um die Toten zu ehren. Felo'melorn wurde neu geschmiedet, doch die Monarchie blieb beendet. Anasterians Geschichte trägt Größe und Versäumnis zugleich: Er verteidigte sein Volk bis zum Tod, hatte aber zuvor zu oft geglaubt, Gefahr werde an den Grenzen Halt machen, solange Quel'Thalas sich nicht in die Angelegenheiten anderer einmischte.