Eine Worgin mit Wagen
Fiona ist eine Worgin und Priesterin, die mit einer von Pferden gezogenen Kutsche Handel treibt und Reisende durch gefährliche Gebiete begleitet. Über ihr Leben vor der Karawane ist wenig gesichert. Ihre Geschichte beginnt am Thondroril, an der Grenze zwischen den Westlichen und Östlichen Pestländern. Das Land war nach dem Dritten Krieg noch immer von Untoten, Seuchenresten und verwüsteten Siedlungen geprägt.
Fionas Wagen ist daher mehr als ein Verkaufsstand. Er bietet Bewegung, Vorräte und einen Treffpunkt für Menschen, die allein kaum sicher reisen könnten. Die Pferde Argyle und Preston zogen die ursprüngliche Kutsche. Fiona entschied, wann die Gruppe weiterfuhr und wo sie rastete. Ihre Vorsicht stand oft im Gegensatz zur Ungeduld ihrer beiden jungen Begleiter Gidwin Goldzopf und Tarenar Sonnenhieb.
Gidwin, Tarenar und der Weg nach Osten
Gidwin und Tarenar wollten sich dem Argentumkreuzzug an der Kapelle des Hoffnungsvollen Lichts anschließen. Statt geradlinig dorthin zu reisen, liefen beide einem Wettstreit gegen Untote nach. Fiona bat einen Abenteurer, die verschwundenen Freunde zu suchen. Tarenar wurde bei den Kreaturen der Todesanhöhe gefunden, Gidwin hing in einem nerubischen Kokon. Erst nach ihrer Rettung setzte sich die Karawane wieder in Bewegung.
Unterwegs stritten die beiden darüber, wer mehr Untote getötet hatte, neckten einander und erinnerten sich an ihre Kindheit. Fiona hielt die Gruppe zusammen und bestand auf Pausen, wenn die Wege oder Pferde es verlangten. Diese Fahrten erzählen ihre Führungsweise besser als ein militärischer Rang: Sie lässt anderen Raum, setzt aber Grenzen, wenn deren Übermut die gesamte Reise gefährdet.
Eine Karawane wächst
An den Türmen der Pestländer nahm Fiona weitere Reisende auf. Argus Hochleuchte kümmerte sich um die argentumischen Wachtürme. Pamela Rotpfad schloss sich nach der erneuten Auseinandersetzung mit Darroheim an. Der Amani Vex'tul reiste zeitweise mit, ebenso Beezil Linksspanner, Rimblat Erdspalter und später Talren Hochleuchte. Nicht alle blieben dauerhaft, doch jeder hinterließ Fähigkeiten und Geschichten in der Gruppe.
Als Gidwin von Baroness Anastari entführt wurde, blieb Fiona nicht am Wagen. Gemeinsam mit Tarenar, Argus und weiteren Verbündeten stürmte sie den Schlachthof im Pestwald und half, die Banshee zu töten, bevor Gidwin in einen Todesritter verwandelt werden konnte. Danach erreichte die Karawane die Kapelle. Fiona hatte ihre Begleiter nicht nur transportiert; sie hatte aus zufälligen Reisenden eine Gemeinschaft gemacht, die füreinander kämpfte.
Die Karawane auf Draenor
Jahre später folgte Fiona den Allianzstreitkräften auf das alternative Draenor. Viele Mitglieder der alten Reisegruppe waren wieder dabei. Im Schattenmondtal geriet die Karawane an die Botani, pflanzenartige Wesen, die andere Lebewesen überwuchern und kontrollieren konnten. Rimblat, Argus und Talren wurden gefangen, während Gidwin vergiftet und gelähmt wurde.
Ein Kommandant der Allianz holte die Karawane ein, befreite die Gefangenen und sammelte Zutaten für Fionas Heilmittel. Gidwin erholte sich. Danach ließ Fiona den Wagen für eine Weile ruhen und schloss sich als Gefolgsfrau der Garnison Mondsturz an. Später unterstützte sie die Allianz im Kampf gegen den Kriegshymnenklan und die Eiserne Horde. Ihre Fürsorge blieb dadurch nicht auf Heilung beschränkt; sie stellte ihre Erfahrung auch einem größeren Feldzug zur Verfügung.
Von Boralus zu den Dracheninseln
Während des Vierten Krieges stand Fionas bekannte Kutsche im Hafen von Boralus. Später erreichte die Karawane das Expeditionsbasislager an der Küste des Erwachens. Gidwin und Tarenar reisten erneut mit ihr. Damit wurde die Gruppe zu einer wiederkehrenden Verbindung zwischen mehreren Zeitaltern: von den verseuchten Straßen Lordaerons über Draenor bis zur Expedition auf die Dracheninseln.
Bei der Bronzenen Feier vor den Höhlen der Zeit traf Fiona die vulperische Karawanenführerin Meerah. Deren Interesse am Namen des Maultiers führte zu einem humorvollen Gespräch, weil Fiona das Tier nie benannt hatte und ihm auch keine Lieder sang. Die Szene bewahrt den alltäglichen Ton ihrer Geschichte. Trotz Dämonen, Untoten und Zeitlinien bleibt Fiona eine Händlerin, die mit störrischen Zugtieren und neugierigen Mitreisenden umgehen muss.
Licht gegen die Verschlingende Schar
Im Krieg von Licht und Schatten kämpfte Fiona mit der Vorhut des Lichts auf der Insel von Quel'Danas. Am Sonnenwandereraufstieg stellte sie sich der Verschlingenden Schar entgegen. Dieser Einsatz führt die Priesterin aus der Rolle der fahrenden Versorgerin in eine offene Schlacht, widerspricht ihrem bisherigen Weg aber nicht. Fiona hatte schon in den Pestländern und auf Draenor selbst gekämpft, wenn ihre Reisegruppe bedroht wurde.
Ihre Karawane ist deshalb kein dekoratives Gefährt, sondern das Zentrum einer langen Gemeinschaftsgeschichte. Fiona sammelt Personen, die unterschiedlichen Völkern und Orden angehören, bringt sie durch gefährliche Landschaften und lässt sie später wieder zusammenfinden. Sie gewinnt keine Königreiche. Ihr Beitrag besteht darin, dass Menschen wie Gidwin und Tarenar überhaupt lebend an den Orten ankommen, an denen ihre größeren Aufgaben beginnen.