Ein Blutelf und ein Zwerg
Tarenar Sonnenhieb wuchs gemeinsam mit Gidwin Goldzopf auf. Die beiden spielten als Kinder Paladine und versprachen, eines Tages zusammen dem Argentumkreuzzug beizutreten. Tarenar schlich in seiner Jugend häufig in die Geisterlande, um Untote zu bekämpfen. Bei der formalen Paladinausbildung nahm er den Unterricht nach Gidwins Erinnerung weniger ernst und verließ sich stärker auf Talent und Selbstvertrauen.
Dass ein Blutelf und ein Zwerg dieselben Lehrstunden besuchten, wird in den Quellen nicht vollständig erklärt. Ihre Freundschaft ist jedoch fest etabliert und wichtiger als die politische Zuordnung ihrer Völker. Tarenar trägt damit schon vor seiner Aufnahme in einen neutralen Orden eine persönliche Verbindung über die Fraktionsgrenzen hinweg. Die ständigen Wortgefechte mit Gidwin verdecken, wie lange beide einander bereits kennen.
Wettstreit in den Pestländern
Mit Fionas Karawane reisten Tarenar und Gidwin zur Kapelle des Hoffnungsvollen Lichts. Hinter dem Thondroril machten sie einen Wettbewerb aus der Jagd auf Untote. Tarenar kämpfte an der Todesanhöhe gegen missgebildete Kreaturen, während Gidwin in die Hände der Neruber fiel. Um Fiona nach seinem Verschwinden zu besänftigen, ließ Tarenar Blut von Seuchenhunden als Geschenk sammeln.
Auf den folgenden Fahrten behauptete Tarenar, fünf besonders große Untote getötet zu haben, und brachte Gidwin dazu, seine niedrigere Zahl versehentlich zu verraten. Die Neckereien sind nicht nur Humor. Sie zeigen, dass beide Krieg als Fortsetzung ihrer Kinderspiele behandeln, obwohl die Pestländer echte Gefahren bergen. Fiona muss ihre Energie immer wieder in eine gemeinsame Richtung lenken.
Prüfung und erste Befehle
Lord Maxwell Tyrosus prüfte beide Anwärter in der Krypta der Kapelle. Trotz Gidwins Zweifel an Tarenars Reife bestanden sie und wurden in den Argentumkreuzzug aufgenommen. Sie kämpften gegen die Geißel bei der Brauenwirbelmühle, im Giftigen Tal und in Nordtal. Tarenar zeigte dabei überraschend mehr Vorsicht als sein sonstiges Auftreten erwarten ließ und schlug vor, sich neu zu sammeln.
Gidwin zog dennoch allein weiter. Während Tarenar mit einer Gobliningenieurin gegen Ix'lar den Unterfürsten vorging, verschwand sein Freund. Als ein Gebetbuch Gidwins gefunden wurde, brach Tarenars großspurige Sicherheit zusammen. Er gab sich selbst die Schuld und entschied, Gidwin um jeden Preis zurückzuholen.
Der Weg nach Stratholme
Tarenar suchte im Pestwald nach Spuren und war bereit, sich notfalls allein bis Stratholme durchzukämpfen. Hinweise enthüllten, dass Baroness Anastari Gidwin gefangen hielt und ihn in einen Todesritter verwandeln wollte. Gemeinsam mit einem Abenteurer fand Tarenar den Schlachthof, in dem das Ritual stattfinden sollte.
Fiona, Argus und weitere Gefährten schlossen sich dem Angriff an. Die Gruppe tötete Anastari und befreite Gidwin rechtzeitig. Tarenars Rettungsmission zeigt den Unterschied zwischen seinem Auftreten und seinen Bindungen. Er kann unaufmerksam, eitel und provokant sein; wenn sein Freund bedroht ist, verschwinden Spott und Wettstreit hinter entschlossener Loyalität.
Draenor und die Legion
Im Schattenmondtal auf Draenor gingen Tarenar und Gidwin zum Fischen und wurden von Botani angegriffen. Tarenar trug den vergifteten Zwerg zur Karawane zurück und bat Verbündete, gegen die Angreifer vorzugehen. Fiona konnte Gidwin heilen. Erneut übernahm Tarenar Verantwortung, nachdem ein gemeinsamer Ausflug gefährlich geendet hatte.
Während der Legionsinvasion traten beide der erneuerten Silbernen Hand bei. Sie erlebten Tirion Fordrings Begräbnis im Sanktum des Lichts und dienten später auf der Verheerten Küste. Nach dem Sieg bereisten sie Städte der Horde auf einer Trinktour, darunter Suramar und Silbermond. Als der Vierte Krieg begann, mussten sie Silbermond heimlich verlassen.
Rückkehr nach Silbermond
Tarenar reiste mit Fiona und Gidwin zu den Dracheninseln. Im Krieg von Licht und Schatten verteidigte er die Sonnenbrunnenwälle gegen die Verschlingende Schar. Danach hielt er sich in Silbermond auf und arbeitete daran, Schulden aus der früheren heimlichen Reise zu begleichen. Die Stadt war für ihn nicht nur Heimat eines Volkes, sondern auch Schauplatz seiner langen Freundschaft mit einem Zwerg.
Seine Geschichte beweist nicht, dass Fraktionskonflikte bedeutungslos sind. Tarenar und Gidwin geraten durch diese Konflikte selbst in Schwierigkeiten. Sie zeigt jedoch, dass persönliche Loyalität ältere und tiefere Wurzeln haben kann. Tarenar wird vom vorlauten Untotenjäger zu einem Paladin, der Verantwortung übernimmt, ohne seinen Humor oder seine Lust am Wettstreit vollständig zu verlieren.